Frischer Wind in München

Forderer mit Fingerspitzengefühl: Bayern froh über Heynckes‘ Härte

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Jupp Heynckes fordert seine Spieler in jeder Trainingseinheit.

Jupp Heynckes bringt frischen Wind in das Bayern-Training und fordert seine Spieler zu harter Arbeit auf. Die Profis selbst scheinen darüber hocherfreut.

München - Erst vor zwölf Tagen gab Jupp Heynckes zum ersten Mal wieder den Übungsleiter bei den Bayern. Doch schon nach dieser kurzen Zeit ist klar, dass sich einiges geändert hat. Und das scheint gut anzukommen.

Es herrscht eine neue Disziplin während den Trainingseinheiten, die der Coach rigoros einfordert, sich aber auch selbst nicht ausnimmt. Nach fünf Tagen im Amt sagte Sportchef Hasan Salihamidzic über Heynckes: „Er ist morgens früh da, arbeitet akribisch. Er ist bestimmend. Er fordert Disziplin ein, ist selbst diszipliniert“.

Und so schufteten die Bayern-Profis in den vergangenen zwölf Tagen bei jeder Einheit wieder volle 90 Minuten. Heynckes nahm lockere Einspiel-Übungen wie das Fünf-Gegen-Zwei fast komplett aus dem Programm und setzt stattdessen auf anstrengende Fitness-Einheiten. Um die Bayern-Stars körperlich auf Vordermann zu bringen, hat er auch seinen Fitness-Spezialisten Holger Broich mitgebracht, der den neuen Coach neben Peter Hermann und Hermann Gerland unterstützt. Gemeinsam wird so nun diszipliniert und mit Härte gearbeitet.

Spitzen gegen Ancelotti

Heynckes selbst sagte am Dienstag über sein Training: „Ich bin da sehr präzise, da müssen die Spieler sich daran wieder gewöhnen. Ich denke, die Kleinigkeiten machen viel aus, ob man Erfolg oder Misserfolg hat. Die Trainingsinhalte müssen so umgesetzt werden, dass man voran kommt.“ Darin hört man auch eine kleine Spitze gegen Vorgänger Carlo Ancelotti, gegen den die Bayern-Spieler vor dessen Entlassung offen protestierten

Und dieser neue Trainingsstil scheint gut anzukommen. Das  angeprangerte Dolce Vita unter Ex-Trainer Carlo Ancelotti scheint keiner zu vermissen, wird aber fast permanent als Vergleich herangezogen. „Die Mannschaft hat wieder Spaß am Fußball“, sagte etwa Jerome Boateng während einer Pressekonferenz am Dienstag. Und auch Heynckes scheint zufrieden, da die Bayern-Profis sein neues Konzept annehmen. „Es macht mir Spaß mit der Truppe zu arbeiten, weil ich sehe, wie bemüht die Spieler sind, wie sie versuchen alle Schwerpunkte exakt umzusetzen“, wird der Coach auf der Twitter-Seite des FCB zitiert.

Fordern und Fördern

Aber Heynckes ist eben nicht nur ein Schleifer. So fügte Boateng seiner Aussage vom Dienstag hinzu: „Der Trainer hat da ein sehr gutes Fingerspitzengefühl“. Und genau diese Kombination scheint dem FC Bayern gut zu tun. Denn Heynckes scheint wieder auf Leistung zu setzen und spricht gleichzeitig mit seinen Schützlingen. Dadurch werden Trainer-Entscheidungen wieder nachvollziehbarer für die Spieler und jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. 

Gerade die unter Ancelotti verstimmten Leistungsträger des FC Bayern scheinen sich unter Heynckes‘ neuer Ordnung wohl zu fühlen. Und das spiegelt sich auch auf dem Platz wieder. Beim 5:0 gegen den SC Freiburg waren deutliche Leistungssteigerungen zu erkennen bei dem 3:0 gegen Celtic Glasgow ebenso. Bleibt zu hoffen, dass der Effekt, den der Trainerwechsel aktuell sicher hat, nicht nur kurzfristig hält. 

rjs

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