Ausgerechnet vor dem Pokalfinale

Rotationskritik: Ribéry schießt gegen Guardiola

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Franck Ribéry (r.) kann der Rotationstaktik seines Trainers wenig abgewinnen.

München - Das dürfte den Offiziellen des FC Bayern nicht gefallen: Ausgerechnet kurz vor dem Pokalfinale gegen Borussia Dortmund äußert Franck Ribéry Unmut über Pep Guardiolas Personalentscheidungen.

Das Für und Wider von Pep Guardiolas Rotation nach der vorzeitig errungenen 'Meisterschaft ist bereits lang und breit diskutiert worden. Dass er nach dem Titel Ende März seine wichtigsten Akteure für die Auftritte in der Champions League geschont hatte, wurde dem Bayern-Coach im Nachhinein als Fehler ausgelegt. Schließlich ging der Plan des Spaniers nicht auf, im Halbfinale war gegen Real Madrid nach einer peinlichen 0:4-Heimpleite Endstation. Dass sich diese Maßnahme auch hätte auszahlen können, weil die Saison lang und kräftezehrend war - geschenkt und ein Fall für "Hätte, hätte, Fahrradkette".

Ribéry: "Ich persönlich brauche Spiele"

Doch offensichtlich sorgte Guardiolas Rotationsmaßnahme nachhaltig für Verstimmung bei einigen Spielern - zum Beispiel bei Franck Ribéry. Der Franzose, der durch seinen Leistungsabfall in der Rückrunde auch seinen Anteil hatte am leicht negativen Eindruck, den der Rekordmeister in den letzten Wochen hinterließ, kritisiert offen die Personalentscheidungen seines Trainers.

"Manchmal spielst du, manchmal sitzt du auf der Bank, manchmal bleibst du ganz zu Hause. Das war für alle eine neue Situation", beklagt sich der Dribbelkünstler. Er habe sich zwar mit dem Trainer ausgesprochen, zitiert ihn der "Kicker", an seiner Meinung hat sich aber offensichtlich nichts geändert. "Ich persönlich brauche Spiele. Ich brauche nach fünf, sechs Spielen vielleicht eine Pause, aber nicht nach einem", macht der 31-Jährige klar.

Hört sich ganz so an, als habe der "Spaßfußballer" Ribéry mal wieder ein wenig die Freude an seinem Job verloren. Eine Tatsache, die angesichts eines millionenschweren Arbeitsvertrages für die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung sicherlich nicht ganz so einfach nachzuvollziehen ist.

Sammer rüffelt Ribéry ab: Falscher Zeitpunkt

Und auch für seine Vorgesetzten kommen Ribérys kritische Bemerkungen zur Unzeit. Schließlich steigt am Samstag noch das prestigeträchtige Pokalfinale gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund (Anstoß 20 Uhr - das Spiel und alle Infos gibt's im Live-Ticker!).

Sportvorstand Matthias Sammer, der im Vorfeld des Duells bereits einforderte, gegen Dortmund müsse eine Mannschaft auf dem Feld stehen, die bereit sei, im leistungssportlichen Sinne füreinander zu sterben, rüffelte den Franzosen dann auch gleich medial ab: "Es ist kein Zeitpunkt, vor einem Pokalfinale persönliche Dinge zu besprechen."

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen zwölf Duelle

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Von Beginn an auflaufen gegen den BVB wird Ribéry ohnehin nicht, Rückenprobleme machen ihm seit einigen Tagen das Leben schwer. "Ich habe hart gearbeitet, um mit nach Berlin zu fahren. Aber es wird schwierig, von Anfang an oder gar 90 Minuten zu spielen. Vielleicht reicht es für die Bank oder um ein bisschen zu spielen", sagte er.

Manchmal kann zumindest ein Platz auf der Ersatzbank also auch für einen Franck Ribéry erstrebenswert sein...

dh

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