Er will es allen zeigen

Wird Ribéry nochmal der Alte?

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Hängepartie: Wird Bayerns Top-Star Franck Ribery (hier im Training mit David Alaba/r.) noch einmal der Alte?

München - Franck Ribery will es in dieser Saison „allen beweisen“, hat das bisher verkorkste Jahr 2014 aber noch in Kopf und Knochen.

Im immer noch leicht gebrochenen Deutsch von Franck Ribery gibt es so ein paar Floskeln, die werden sich nicht mehr ändern. Auch 2017, wenn der Franzose seinen Abschied vom FC Bayern plant, wird er sie noch gerne benutzen. „Das ist Fußbaaall. Alles is’ guuuuut, alles süüüüper“, sprach er auch zum Einstand in die kommende Saison. So richtig aber nimmt man es ihm nicht ab.

Das mag daran liegen, dass er diese Worte wirklich immer verwendet. Er spricht sie, wenn die Bayern schlecht gespielt haben. Er spricht sie, wenn sie hoch gewonnen haben. Und wenn sie mal gar nicht angebracht sind, spricht Ribery ohnehin mit niemandem. Das war zuletzt der Fall. Ribery hat eine schwere Zeit durchgemacht. Und es ist kein Geheimnis, dass ein guter Start in diese Saison für ihn immens wichtig, ja sogar zukunftsweisend ist.

In den kommenden Monaten wird sich entscheiden, ob Ribery noch einmal zu dem Spieler werden kann, der in der Triple-Saison zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde. Oder aber, ob er an den Ereignissen des Jahres 2014 zerbrochen ist. Er, der sensible Mann von den Straßen in Boulogne-sur-Mer. Er, der so viel Pflege und Aufmerksamkeit braucht, um sich wohlzufühlen.

Es ist schon durch gesickert, dass ihm die Niederlage bei der Wahl zum Weltfußballer, bei der er hinter Sieger Cristiano Ronaldo und Lionel Messi sogar nur auf Rang drei notiert wurde, zugesetzt hat. Man hat das in der Rückrunde auf dem Platz gesehen, in den entscheidenden Spielen konnte er sein Potenzial so gut wie nie zeigen. Und man sieht es Ribery auch im Alltag an. Es fällt ihm alles nicht mehr so leicht.

Ein paar Tage länger Urlaub hat der Franzose von seinem Klub bekommen, weil er zumindest bei der Vorbereitung auf die WM noch bei der französischen Mannschaft war. In der vergangenen Woche fand er sich – nach intensivem Fitness-Training mit einem Bayern-Physiotherapeuten auch in der Pause – wieder an der Säbener Straße ein, seit Dienstag trainiert er mit dem Team. „Ich fühle mich immer besser“, sagte er nach seiner ersten Mannschaftseinheit: „Mit dem Team zu trainieren, ist das einfach Beste, was es gibt.“

Datensammelgeräte für Bayern-Stars: Bilder

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Die Schmerzen im Rücken, die ihn die WM-Teilnahme kosteten, scheinen weniger zu werden. „Das ist gut für mich“, sagte er. Ribery aber wirkt nicht mehr so agil wie die spritzigen Robert Lewandowskis, David Alabas, Juan Bernats und Co. Sein Gesicht ziert inzwischen ein langer Bart, der ihn älter wirken lässt. Und auch der Körper scheint derzeit nicht mehr so recht mitzuspielen. Immer wieder fasste er sich bei seinen ersten Trainingseinheiten an den linken Knöchel. Das Gesicht schmerzverzerrt. Aber er kämpfte sich durch.

Gestern erklärte Pep Guardiola, er sei sehr zufrieden mit dem Genesungsprozess des 31-Jährigen: „Franck hat einen guten Rhythmus.“ Mit Blick auf den Telekom-Cup am Wochenende in Hamburg, bei dem es die Münchner am Samstag zunächst mit Borussia Mönchengladbach zu tun bekommen, sagte er: „Ich denke, dass er einige Minuten spielen kann.“

„Behutsam“ müsse man die Profis aufbauen, sagte Matthias Sammer zuletzt. Das gilt für Ribery im Speziellen. „Gerade nach der verpassten WM“, führte der Sportvorstand fort, wolle der Flügelspieler es „allen beweisen“. Man gönnt ihm, dass er es noch einmal schafft. Und dass er vielleicht schon zur Winterpause aus vollem Herzen sagen kann: „Alles wieder guuuuut, alles süüüüper.“

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Hanna Schmalenbach

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