Beckenbauer kündigt Ende der Dominanz an

Kaiser rüffelt Ribéry & Boateng: "Schaden dem Team"

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Franz Beckenbauer findet, dass sich Franck Ribéry (r.) und Jerome Boateng (M.) nicht von den Gegenspielern provozieren lassen sollten.

München - Die Diskussion um den vermeintlichen Bayern-Bonus kennt auch Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" appelliert an die Disziplin der Bayern-Spieler. Zudem prophezeiht der FCB-Ehrenpräsident ein baldiges Ende der Bayern-Dominanz.

Der FC Bayern dominiert die Bundesliga nach Belieben, liefert beinahe jedes Wochenende eine Torgala ab - und die Gegner applaudieren staunend ob der Überlegenheit des Starensembles von der Säbener Straße. Doch glaubt man der Meinung Franz Beckenbauers, hat die Dominanz der "Über-Bayern" bald ein Ende.

"Ribéry, Robben oder Schweinsteiger werden nicht ewig spielen. In den nächsten zehn Jahren werden sie sicher nicht jedes Mal Meister. In den nächsten zwei, drei Jahren kommt ein Umbruch, dann werden die Karten neu gemischt", macht der "Kaiser" bei Sky der Konkurrenz Mut.

Ribéry? "Dass ihm mal die Nerven durchgehen, darf nicht sein"

Offenbar kann sich der Rekordmeister, der die Tabelle unangefochten mit elf Punkten Vorsprung auf den Zweiten Wolfsburg anführt, derzeit nur selbst schlagen. Durch Patzer im Spiel oder durch Über-die-Stränge-Schlagen. So, wie es in jüngster Zeit Flügelflitzer Franck Ribéry häufiger passierte, wenn er - genervt von den ständigen Tritten seiner Gegenspieler - auf dem Platz zur sportlichen Selbstjustiz griff. Bremens Manager Thomas Eichin hatte im Vorfeld des Duells gegen die Bayern deswegen gar einen vermeintlichen Bonus unterstellt. „Der hätte schon fünfmal runtergemusst in dieser Saison“, sagte Eichin über den Franzosen.

Dieser Argumentation kann Beckenbauer zwar nicht folgen ("Einen Bayern-Bonus gibt es nicht, das gleicht sich in einer Saison aus"), dennoch sieht er Ribéry in der Bringschuld. „Er wird hart bearbeitet. Dass ihm mal die Nerven durchgehen, darf aber nicht sein, auch wenn er oft provoziert wird. Man weiß, dass er sich oft wehrt." Gleiches gilt für einen weiteren Bayern-Spieler, meint der Kaiser: "Bei Boateng ist das ähnlich. Da muss man auch mal mit den Spielern reden, weil sie so der Mannschaft schaden."

"Pep Guardiola hat eine neue 'Philosophie reingebracht"

Wer diese Aufgabe, den Spielern mal ins Gewissen zu reden, übernehmen soll, darüber schweigt sich Beckenbauer aus. Von Trainer Pep Guardiola ist die Bayern-Eminenz aber restlos überzeugt. "Er braucht keinen Vertrag. Er geht, wenn er will und er bleibt, wenn er will. Der FC Bayern würde ihn bis zum Lebensende verpflichten. Ich hoffe, dass er noch lange bleibt. Alles passt. Besser kann es nicht sein. Guardiola ist ein absoluter Glücksfall. Nichts gegen Jupp Heynckes, aber Pep hat eine neue Philosophie reingebracht. Er hat eine Symbiose aus Tiki-Taka und dem Fußball des FC Bayern gefunden."

Die Bewunderung für den Spanier geht sogar so weit, dass sich der 69-Jährige selbst nochmal in die Fußballstiefel zwingen würde. "Ich hätte gern unter Guardiola gespielt. Er wird sicher als einer der erfolgreichsten Trainer in die Geschichte eingehen, in fünf Jahren vielleicht als der beste", glaubt Beckenbauer.

Forever Franz! Aus dem Leben eines Fußball-Kaisers

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