Wolfsburg jetzt im Nacken

FC Bayern Frauen: „Schwerer Schlag“: Erste Liga-Pleite bringt VfL ran

Fussball, Flyeralarm Frauen-Bundesliga, FC Bayern München - TSG 1899 Hoffenheim
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Das tut weh: FCB-Torhüterin Maria Luisa Grohs (l.) und Marina Hegering

Die Damen des FC Bayern München kassieren die erste Bundesliga-Pleite der Saison. Damit verlieren sie direkt Bigpoints. Das Team muss zurück in die Spur.

München – In der 63. Minute zog Tabea Waßmuth wuchtig von der Strafraumgrenze ab, der Ball schlug unter der Latte ein. Es war der 1:2-Anschlusstreffer der TSG Hoffenheim im Stadion auf dem Bayern-Campus am Samstagabend – für die Fußballerinnen des FC Bayern war es der Auftakt zu elf dramatischen Minuten. Denn die Mannschaft von Trainer Jens Scheuer kassierte in diesem Zeitraum zwei weitere Gegentore, Hoffenheim drehte das Spiel und gewann 3:2. Die 17 Bundesligaspiele zuvor hatten die Bayern-Frauen allesamt gewonnen, dabei insgesamt nur drei Gegentreffer kassiert. Nun musste die bedauernswerte Torhüterin Maria-Luisa Grohs, die die angeschlagene Laura Benkarth vertrat und ihr erstes Bundesliga-Spiel bestritt, dreimal den Ball aus dem Netz holen. „Das ist heute ein schwerer Schlag, aber im Sport muss man auch wieder aufstehen, und wir haben immer noch alles in der eigenen Hand“, sagte Scheuer nach Abpfiff.

Was natürlich völlig richtig ist, allerdings wird das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am 9. Mai nun wohl zu einem echten Endspiel um die Meisterschaft. Die Wölfinnen gewannen am Sonntag gegen Freiburg 3:2 und rückten bis auf zwei Punkte an die Bayern heran, mit einem Sieg im Duell der großen Rivalen könnte sich der VfL aus eigenerKraft die Meisterschaft sichern. Das Momentum scheint auf der Seite der Wolfsburgerinnen zu liegen, vor 14 Tagen bezwangen sie die Bayern im Halbfinale des DFB-Pokals. Für die BayernFrauen besteht nun die Gefahr, dass eine bislang überragende Saison ohne Titel enden könnte.

Dabei sah es am Samstag zunächst so aus, als hätte das Pokal-Aus keine Spuren hinterlassen. Bereits nach wenigen Sekunden bedrängte Linda Dallmann ihre Gegenspielerin Luana Bühler so sehr, dass diese ein Eigentor erzielte. Torjägerin Lea Schüller legte wenig später den zweiten Treffer nach, in einem intensiven Spiel hatten die Bayern-Frauen die starke TSG im Griff, bis das Spiel in der 63. Minute dann plötzlich kippte. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Scheuer: „Unsere zweite Hälfte war einfach zu passiv, wir waren zu sehr im Verwaltungsmodus, haben vorne keine Bälle mehr festgemacht und haben das Spiel nach einer 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Hoffenheim hat das gut ausgenutzt und aus drei Chancen drei Tore gemacht. Wir hätten nach der Pause das 3:0 nachlegen müssen, die Gelegenheiten waren da.“

Die Mannschaft muss nun schleunigst wieder in die Spur zurückfinden, am Mittwoch steht das schwere Auswärtsspiel in Potsdam an, am Sonntag das Hinspiel im Champions-League-Halbfinale gegen Chelsea. Nach dem Rückspiel in London kommt es dann zum MeisterschaftsDuell in Wolfsburg. Diese Spiele werden darüber entscheiden, ob die Saison am Ende eine sehr gute oder enttäuschende war. (Christian Stüwe)

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