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Wohlfühloase DFB-Team? Bierhoff sieht „keine hängende Köpfe“ bei Bayern-Stars

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Von: Günter Klein

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FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich und sein Coach Julian Nagelsmann
FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich und sein Coach Julian Nagelsmann. © MIS

Nach der Niederlage gegen Augsburg stehen für die meisten FCB-Profis Länderspiele an. So auch für Joshua Kimmich, der sich von Ex-Kollege Süle einiges anhören muss.

München - Jetzt ist es schon wieder passiert. Wie am Bundesliga-Samstag. Joshua Kimmich hat mit seiner Mannschaft verloren. Aber diesmal kann er sich ein von Selbstironie kündendes Lächeln abringen: „Das war sinnbildlich. Wir haben die eine oder andere Chance und verlieren.“ Anders als mit dem FC Bayern in der Bundesliga in Augsburg geschah es diesmal aber nur im Trainingskick der Nationalmannschaft.

Bei der halten sich die im Zentrum deutschlandweiter Witzeleien stehenden Bayern-Akteure gerade eine Woche lang auf. Und da kassiere man nun den einen oder anderen Spruch: „Von Niki hört man ein bisschen was, der kommt jetzt rausgekrochen“, sagt Kimmich. Niki ist der Ex-Bayer ­Niklas Süle, der nun höher in der Tabelle steht. Kimmich: „Die Dortmunder gewinnen meistens.“ Kimmich selbst haben die Münchner Unentschieden (drei) und die Niederlage „brutal geärgert, denn sie wären nicht nötig gewesen“.

Da ist es dann vorbei mit der Selbstironie, denn sowohl für die Bayern als auch für die Nationalmannschaft gelte: „Am Ende geht es um die Ergebnisse. Die geben Selbstvertrauen, Sicherheit und ein gewisses Selbstverständnis.“

FC Bayern: Mannschaft falle nicht auseinander, so DFB-Direktor Bierhoff

Doch sind die Münchner wirklich in einer Krise, die sie so sehr anfasst, dass sie vom Weg zur nächsten Meisterschaft abkommen? DFB-Direktor Oliver Bierhoff glaubt das nicht: „Ich sehe sie nicht mit hängenden Köpfen, alle wirken vertrauensvoll und guter Dinge. Dass diskutiert wird, das wissen sie.“ Und wenn man wahrnehme, „welche Chancen sie sich erarbeiten, kann man nicht den Eindruck haben, dass die Mannschaft auseinanderfällt und keine Chance hat“.

Bedrohlich mutet das anstehende Programm der Bayern trotzdem an. Jetzt kommen erst einmal die beiden Nations-League-Spiele (am Freitag gegen Ungarn, am nächsten Montag in England), danach geht es in der Liga gegen Leverkusen weiter.

FC-Bayern-Star Kimmich hat „immer Lust auf eine WM“

Neben den englischen Wochen werden die politischen Umstände der WM in Katar zum Thema. Joshua Kimmich nahm am Menschenrechts-Kongress des DFB teil, hörte die Erzählungen von Jonathan Hilbert. Der deutsche Geher, jüngst EM-Fünfter in München, erzählte von der Leichtathletik-WM 2019 in Katar – vom extremen Klima und „wie schwierig es für ihn war, in Interviews seine Meinung zu äußern, weil es Tabuthemen gibt“. Auch Kimmich macht sich seine Gedanken, sagt aber klar: „Für einen Boykott ist es zwölf Jahre zu spät, und Lust hat man auf eine WM immer.“

Probleme über Probleme – aber keine, die sich nicht lösen ließen. Eines nach dem anderen: Joshua Kimmich möchte erst mal das nächste Trainingsspiel gewinnen.

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