Druck im Kessel!

"Schweres Spiel": FCB erwartet hier ein heißer Tanz

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Guardiola, Sammer und die Mannschaft reisen nächste Woche angespannter nach Lissabon als ihnen lieb sein dürfte. Fast hätte Jonas sogar noch das 1:1 erzielt.

München - Das knappe 1:0 ist ein dürftiges Polster für das Rückspiel des FC Bayern bei Benfica Lissabon. Im Estadio da Luz ist jetzt richtig Druck im Kessel!

Richtig glücklich waren die Bayern mit diesem knappen 1:0-Sieg nicht. Das sah man an ihren Gesten in den letzten Minuten, als Lahm, Lewandowski & Co. trotz Führung das Zeitspiel der Portugiesen monierten – und nach dem Spiel auch in ihren Gesichtern. „Es ist ein gutes Ergebnis für uns“, meinte Philipp Lahm zwar kurz vor Mitternacht nach absolvierter Dopingprobe. Manuel Neuer hatte zuvor bereits gesagt: „Wir sind auf jeden Fall zufrieden mit dem Ergebnis.“ Aber eben nicht glücklich. „Am liebsten hätten wir höher gewonnen. Das ist klar“, gab Lahm zu, Joshua Kimmich pflichtete seinem Kapitän bei: „Mit einem 2:0 wäre es noch schöner gewesen, aber so ist die Ausgangslage auch in Ordnung.“ Schließlich hatte FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld der Partie gegen Benfica Lissabon jeden Zu-Null-Sieg als „gutes Ergebnis“ bezeichnet. Weil es aber kein sehr gutes wurde, wartet im Rückspiel nächsten Mittwoch noch ein hartes Stück Arbeit auf die Münchner. Denn in Lissabon ist jetzt richtig Druck im Kessel!

Mehr als 60.000 fanatische Fans des portugiesischen Rekordmeisters werden die Bayern nächste Woche im Estadio da Luz empfangen – in der Hoffnung auf einen sensationellen Halbfinaleinzug. „Es wird ein schweres Spiel“, ist sich Franck Ribéry sicher: „Wir müssen frei im Kopf sein und als Team in dieses Spiel gehen. Dann brauchen wir keine Angst zu haben.“ Der wiedererstarkte Flügelflitzer war am Dienstag wieder einer der besten Münchner (tz-Note 2) und ist vom Weiterkommen fest überzeugt. Auch Pep Guardiola war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. „Großes Kompliment an mein Team“, sagte der Spanier, der nach einer druckvollen Anfangsphase und dem frühen 1:0 durch Arturo Vidal (2.) zunehmend weniger Offensivdrang seiner Spieler sah.

Glanzloser Sieg über Benfica: Nur zweimal Note zwei

Alles andere als ein Spaziergang: Die Bayern besiegen Benfica knapp, aber verdient.

„Ich weiß nicht, ob wir danach die Angriffe nicht mehr so gut ausgespielt haben oder ob Benfica darauf reagiert hat und unsere Außen besser zugestellt hat“, suchte Thomas Müller nach Erklärungen und trauerte ein wenig der vergebenen Großchance kurz vor Schluss nach. Allein vor Benfica-Keeper Ederson hatte Lewandowski das zweite Tor auf dem Fuß, legte aber uneigennützig auf Lahm ab – jedoch viel zu ungenau (89.). „Da hätte ich wohl egoistischer sein müssen“, war der Pole selbstkritisch und versprach zugleich: „Beim nächsten Mal mache ich es besser.“

Dreimal in Folge siegten die Roten jetzt mit 1:0, zuvor in Köln und gegen Frankfurt. „Das ist ein positiver Trend. Wenn wir das bis zum Saisonende so durchziehen, sieht es gut aus“, feixte Müller. Doch ihm blieb nicht verborgen, „dass wir uns nicht ganz so viele Torchancen herausgespielt haben, wie wir es gerne gehabt hätten“. Torhüter-Legende Sepp Maier war sogar enttäuscht: „So etwas bin ich nicht gewohnt von meinem FC Bayern.“ Im Rückspiel müssen die Roten wieder engagierter auftreten, Lewandowski fordert: „Wir müssen uns steigern, nach vorne spielen und mehr aus unserem Ballbesitz machen.“ Denn ein Selbstläufer wird die Partie im Estadio da Luz keineswegs. „Wir sind gewarnt, denn das hätte auch ein 1:1 werden können“, betonte Neuer Dienstagabend noch, ehe Müller die Situation vor dem Rückspiel auf den Punkt brachte: „Es bleibt spannend.“

Pressestimmen: "Bayern fehlt 88 Minuten die Inspiration"

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