"Das Feld ist meine Bühne"

Alle Augen auf Thiago!

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Thiago mit seinem Bruder ­Rafinha, hinten Alonso.

München - Beim Hinspiel in Barcelona enttäuschte Thiago Alcantara. Dabei hatte er sich so viel vorgenommen. Doch der Spanier hat ja noch einmal 90 Minuten Zeit, um sich gegen seinen Ex-Klub zu beweisen. Mindestens 90 Minuten ...

So hatte sich das Thiago nicht vorgestellt. Ganz und gar nicht. Beim Bankett nach dem 0:3 in Barcelona hing der Spanier geknickt im Stuhl, starrte ins Leere und ließ sich nicht mal von seiner Freundin Júlia Vigas trösten, die sich neben ihn auf den Boden gekniet und den Arm um ihren Freund gelegt hatte. Thiago war fertig.

Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte hatte er es doch all denen zeigen wollen, die vor zwei Jahren nicht mehr auf ihn gebaut haben und ihn zu den Bayern hatten ziehen lassen. „Die Angst ist verschwunden“, hatte er in spanischen Medien vor der Partie zu den überstandenen Knieverletzungen gesagt. Thiago wollte angreifen, hatte sich so viel vorgenommen – doch am Ende klappte leider so wenig.

Unnötige Ballverluste, unüberlegte Dribblings und keine Spur von jenen genialen Momenten, die ihn sonst so auszeichnen. Wie sehr solche Abende an ihm knabbern, hatte er bereits vor dem Hinspiel verraten. Thiago: „Anfangs freust du dich natürlich, wieder auf dem Feld zu stehen und zu spielen. Aber danach kommt dann schnell der Punkt, an dem dich wieder ausschließlich der Wettbewerb kümmert. Du willst gewinnen. Da tut dir natürlich jede Niederlage und jeder Fehlpass weh.“

Hoeneß beim Abschlusstraining der Bayern

Doch das war beim Hinspiel. Heute bekommt Thiago erneut die Chance, sich gegen den alten Arbeitgeber zu präsentieren und die Aufholjagd der Bayern mit seinen Geniestreichen realistischer zu machen. Eines steht fest: Für die Art und Weise, wie Pep Guardiola das Wunder möglich machen will, ist ein Thiago in Topform unabdingbar. „Nach vorne, nach vorne, nach vorne? Nein! Wir müssen in erster Linie gut verteidigen und das Spiel kontrollieren“, sagte der Trainer gestern und forderte von Thiago & Co.: „Wir müssen mehr den Ball haben als sie!“

Immer wenn es um Thiago geht, benutzt Guardiola ein Adjektiv besonders gern. „Er ist sehr mutig“, wird Pep nicht müde zu sagen. Will heißen: Der 24-Jährige scheut keine harten Zweikämpfe, geht stets bis ans Limit – und zwar trotz seiner Knieverletzungen, die ihn über ein Jahr vom Kicken abgehalten haben. Der Sport Bild sagte er neulich: „Ich habe keine Angst. Das Feld ist meine Bühne, dort fühle ich mich wohl.“ Welchen besseren Tag als heute könnte es also geben, um es unter Beweis zu stellen?

lop

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