FC Bayern verpatzt Saisonstart

TV-Kritik zu FC Bayern gegen Hertha BSC: Fritz, die beste Verpflichtung

Uli Hebel, Fritz von Thurn und Taxis und Alex Schlüter (v.l.) hatten Spaß.
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Uli Hebel, Fritz von Thurn und Taxis und Alex Schlüter (v.l.) hatten Spaß.

Die Partie des FC Bayern München gegen Hertha BSC war für den Internetsender DAZN eine moderne Premiere. Eine TV-Kritik. 

Der hochmoderne Internetsender DAZN hat am Freitag sein erstes Bundesligaspiel live übertragen. Die wichtigsten Zahlen zur Premiere: Über 200 angeschlossene Länder, 25 Kameras – und ein Fritz von Thurn und Taxis. Deutschlands zwar nicht hochmodernster, dafür aber elegantester Fußballkommentator, feierte sein Comeback. Das rote Einstecktuch auf forstgrünem Sakko saß brrrrima, die Edelschokolade Melissa (Honig, Karamell) lag zur Nervenstärkung parat. Und dann konnte – um die Historie derer von Thurn und Taxis zu würdigen – auch schon die Post abgehen.

Lesen Sie hier das Spiel im Ticker - der FC Bayern verpatzt den Saisonstart gegen Hertha BSC. 

FC Bayern gegen Hertha BSC: TV-Kritik über Bundesliga-Partie

Das Gedöns: Haben sie nicht beim DAZN. Statt sich von Experten zutexten zu lassen, die sich im Studio verschanzen, können sich die Zuschauer am Analyse-Buffet selbst bedienen. Wer ein Gnabry-Porträt sehen mag, klickt es an – wer nicht, klickt nicht. Der Rest, wie ein launiger Plausch zwischen Eloquenz-Experte Ralph „Felgenralle“ Gunesch und Niko Kovac, kommt aus dem Stadion. Besser lässt sich der Sammer-Freitags-Phantomschmerz nicht überwinden.

Der Fritz in der ersten Halbzeit: TT und sein talentierter Eleve Uli Hebel legten das unterhaltsamste Münchner Duett seit Breitnigge hin, seit Mic und Mac, seit Robbery. „Meine Güte, da bleibt man zuhause nicht im Sessel sitzen, das ist herrrrrlich!“, ergötzte sich Thurn und Taxis schon vor dem Anpfiff. In der dritten Minute ging TT zum ersten Mal aus dem Sattel: „Thiago, heiiiii!“, raunte er. „Oiiiiii, puh!“, sekundierte Hebel. Später grantelte der Kult-Fritz hingebungsvoll über die Tore, die Dodi Lukebakio ständig gegen Bayern schießt: „Eine Schrrrrreckensbilanz!“ Und nach dem 1:2 staunte er über den Hertha-Trainer: „Da verschlägt es ihm die Sprache, dem Schlingel, dem Ante Covic!“

Der Fritz in der zweiten Halbzeit: Mal leise, mal laut – TT beherrscht das Kommentatoren-Handwerk immer noch aus dem Effeff. „Momenterl“, beschied er dem Kollegen Hebel, wenn er eine Szene in Ruhe anschauen wollte. Dann zog er das Tempo wieder an: „Gnabry, jetzt hat er Rrrrraum, jetzt kann er gehen!“ Und prächtige Fremdwörter wie das „Rencontre“ zwischen Lewandowski und Jarstein streute er auch noch ein. Fazit: Schlau, voller Charme, Schmäh und Herzblut. DAZN ist mit dem Schlingel, dem Fritz, die beste Neuverpflichtung des Münchner Fußballsommers gelungen.

Und: Ende November gibt es bei DAZN das nächste Comeback einer Reporter-Legende.

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