Schlimme Szenen beim Bundesliga-Match in Hoffenheim

Bayern nach Hopp-Hetze unter Schock! Rummenigge: „Ich schäme mich zutiefst“

„Ich schäme mich“: Karl-Heinz Rummenigge und die Bayern-Spieler stellten sich – wie die Mehrheit im Stadion – klar hinter Dietmar Hopp.

Die Schmähplakate der Bayern-Fans gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp hätte fast zum Spielabbruch geführt. Die häßliche Aktion auf den Rängen sorgt für heftige Reaktionen. Bayern-Boss Rummenigge fordert klare Konsequenzen.  

  • Ultras desFC Bayern haben im Bundesliga-Spiel bei 1899 Hoffenheim für einen Eklat gesorgt.
  • Die „Fans“ beleidigten TSG-Mäzen Dietmar Hopp mit Spruchbändern auf Übelste.
  • Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge reagierte bestürzt auf die Zwischenfälle.

Sinsheim – Drei Minuten waren um, da erklang das Ticken der Hoffenheimer Stadionuhr durch die Lautsprecher. „Noch zehn Minuten bis zum Abpfiff“ stand in großen Lettern auf den Anzeigentafeln. Bei einem normalen Heimspiel in Sinsheim ist dieser Einspieler eine Randnotiz. An diesem Samstag aber, an dem halt nichts normal war, sorgte er für wohlwollendes Gelächter – das in tosenden Applaus überging.

Zehn Minuten waren also noch übrig in diesem Spiel, das längst kein Spiel mehr war, sondern ein Statement. An Dietmar Hopp, an den Fußball, an die Gesellschaft. Joshua Zirkzee warf sich in Zeitlupe in einen Ball, Thiago jonglierte die Kugel an der Mittellinie. Philippe Coutinho passte zu Sebastian Rudy, Manuel Neuer hielt längst einen Plausch. Bayern-Spieler und ihre Hoffenheimer Gegner vereint, um die Partie, in der das Ergebnis von 6:0 längst nichts anderes mehr war als eine Nebensache, ad absurdum zu führen.

Die Stadionuhr tickte noch einmal laut, fünf Minuten waren übrig. Und dann war Schluss. Das Kollektiv ging in die Kurve – in eine Kurve, wohlgemerkt. Die mitgereisten Bayern-Fans, unter ihnen die Chaoten, die mit ihren Schmäh-Plakaten gegen Dietmar Hopp für zwei Unterbrechungen und letztlich den Nichtangriffspakt gesorgt hatten, konnten nur die Rücken der Spieler und Verantwortlichen sehen. Profis in roten und blauen Trikots vereint, und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der Hopp in den Arm nahm und versuchte, zu entschuldigen, was an diesem – nach eigener Aussage – „schwarzen Tag für den Fußball“ passiert war und „eigentlich nicht zu entschuldigen ist“.

FC Bayern: Schmähplakate gegen TSG-Mäzen Hopp

Rummenigge stand sinnbildlich für die Stimmung der überwiegenden Mehrheit im Stadion, die zwischen Entsetzen, Wut und Stolz über die gezeigte Solidarität lag. „Ich habe größten Respekt für das, was in den letzten 13 Minuten des Spiels passiert ist“, sagte der Chef des Tabellenführers. Darauf, dass einige Bayern-Ultras sich am Protest gegen die vom DFB verhängte Kollektivstrafe gegen Dortmunder Fans beteiligen würden, war man vorbereitet. Auf das denkwürdige Ende dieses Bundesliga-Gastspiels aber nicht. „Es ist Zeit, dass man sich wehrt“, sagte Hansi Flick, aufgewühlt, gezeichnet, sauer.

Alle Entwicklungen und weitere Reaktionen nach den Schmähungen gegen Dietmar Hopp beim Spiel des FC Bayern München in Sinsheim lesen Sie in unserem News-Ticker

„Alles beim Alten, der DFB bricht sein Wort, Hopp bleibt ein Hurensohn“, stand auf dem Plakat, das zur ersten Unterbrechung geführt hatte. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff wurde ein zweites Transparent mit dem Wort ausgerollt, das Rummenigge „nicht über die Lippen kommen mag“. Hansi Flick, Hasan Salihamidzic, Oliver Kahn, Rummenigge und die Spieler eilten in die Kurve, gestikulierten, wie der Rest des Stadions fassungslos. Sie verschwanden aber schnell in den Katakomben. 15 Minuten blieben sie, und der sogenannte „Drei-Punkte-Plan“ des DFB hätte ein normales Spiel nach Wiederanpfiff vorgesehen. Im Kollektiv wurde entschieden, die Uhr beim lockeren Kick runter ticken zu lassen. Den Impuls gab Manuel Neuer. „Wir wollten ein Zeichen setzen und nicht das Spiel abbrechen“, sagte sein Hoffenheimer Pendant Hübner. Das gelang.

Skandal bei FC Bayern gegen Hoffenheim: Schmähplakate gegen TSG-Mäzen Hopp

„Ich schäme mich“, sagte Rummenigge trotzdem und bezeichnete die Verantwortlichen als „hässliches Gesicht des FC Bayern“. Am Samstag habe es mal wieder Hopp getroffen, „einen feinen Ehrenmann“, dem der Bayern-Boss ab der 66. Minute nicht mehr von der Seite wich. Die letzten 13 Minuten verfolgte das Duo gemeinsam an der Seitenlinie, Rummenigge nahm den gezeichneten Milliardär immer wieder an der Hand, redete ihm zu. „Das Fass ist nicht erst heute, sondern schon früher übergelaufen“, sagte der Bayern-Chef über Hass in den Stadien. Ein wichtiger Anfang ist gemacht, aber: „Es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir alle klare Kante zeigen müssen!“

Ohne Worte: Eines der Plakate in der Bayern-Kurve.

Rummenigges Auftritt war auch nach „Abpfiff“ bezeichnend. Innerlich wütend, äußerlich bedacht, bestimmt. Als die Stadionuhr längst nicht mehr tickte, sagte er einen Satz, der nachhallt: „Ich werde mich mit dem heutigen Tag nicht mehr wegducken – auch auf die Gefahr hin, dass ich irgendwann mit Leibwächtern durch die Gegend laufen muss.“ Da meint es einer ernst.

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Die Fans des FC Bayern München sorgten in Hoffenheim beinahe für einen Spielabbruch. Mario Basler wählte in der anschließenden TV-Diskussion darüber wohl nicht ganz so überlegte Worte.

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