Arturo Vidal weiß, was ihn erwartet

Hölle in Turin? Dann nichts wie hin

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Wackelkandidat: Arturo Vidal (l./hier gegen Darmstadt) dürfte in Turin erst mal nur Zuschauer sein.

Turin - Nach vier Jahren bei Juventus weiß "Krieger" Arturo Vidal genau, was ihn mit dem FC Bayern in Turin erwartet.

Der Samstag war ein Tag nach seinem Geschmack. Arturo Vidal spielte gegen Darmstadt 90 Minuten durch, und als er nach der Partie über sein Tagwerk redete, tat er das im Bewusstsein, ein ziemlich gutes Spiel gemacht zu haben. Entspannt plauderte der Chilene in der Mixed Zone, auf Spanisch und auf Italienisch. Er war ein gefragter Gesprächspartner. Die Reise nach Turin hat für Vidal gehobene Bedeutung. Hier reifte er im Juventus-Trikot zum Weltklassespieler, und als er im vergangenen Juli für 37 Millionen Euro nach München wechselte, erschien das wie der logische nächste Karriereschritt einer Spitzenkraft. „Vier wundervolle Jahre“ verbrachte er im Piemont, doch nun will er „mein Leben geben, um das Viertelfinale zu erreichen“.

Vidal ist kein Kandidat für einen Stammplatz

So weit wird es wohl nicht kommen. Seit seinem Wechsel ist Vidal (28) wegen kleinerer Verletzungen und mittlerer Irritationen ins Straucheln geraten, und deshalb ist er am Dienstag Abend kein naheliegender Kandidat für einen Stammplatz gegen Juve. Seine Spiele sind momentan eher solche der Kategorie Darmstadt.

An der Personalie Vidal lässt sich nicht nur ablesen, wie schwer sich selbst die Besten manchmal bei einem Wechsel tun, wenn die neue Mannschaft erfolgreich ist und verschworen. Es zeigt sich auch die Tücke eines Transfers, der dem Verein wichtiger war als dem Trainer. Pep Guardiola hätte im vergangenen Sommer lieber einen Rechtsverteidiger geholt, um Philipp Lahm fürs Mittelfeld zur Verfügung zu haben. Die Münchner Kaderplaner aber kauften dem Trainer Vidal, dessen giftige Spielweise sie als bereicherndes Element in einem Kader aus Feinfüßlern einstuften.

Wäre Vidal Rechtsverteidiger, hätte er gute Karten

Wäre Vidal Rechtsverteidiger, hätte er für Dienstag Abend tatsächlich gute Karten. So aber dürfte Lahm wieder in der arg geschrumpften Defensivreihe benötigt werden, während im Zentrum andere Kräfte erste Wahl sind. Am Samstag gegen Aufsteiger Darmstadt schonte Guardiola sowohl Xabi Alonso als auch Thiago, weil er in der Champions League auf ihre Autorität und ihre Impulse setzt. Sicher weiß man es beim Trainer zwar nie, und auch eine Berufung des Chilenen, dem der italienische Meister und dessen Spielweise so vertraut sind, wäre nachvollziehbar. Doch wahrscheinlicher ist, dass Vidal an alter Wirkungsstätte erst mal Zuschauer sein wird.

Für den Fall der Fälle ist er jedenfalls bereit, daran hat er keinen Zweifel gelassen. Arturo Vidal weiß besser als jeder andere Münchner, was die Bayern am Dienstag Abend erwartet. Als Juve-Stürmer Alvaro Morata den Gästen großmäulig „die Hölle“ versprach, kam seinem Ex-Kollegen diese Aussage gerade recht. „Na, dann nichts wie hin.“ Ein Mann, der sich den Kosenamen Krieger redlich verdient hat, wird sich in diesem Umfeld gut zurechtfinden.  

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