Bayern-Gegner steckt im Umbau

Piräus: Hoffnung ruht auf dem Stadion und einem Veteran

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Daumen hoch: Coach Marco Silva glaubt an Punkte.

Athen – Olympiakos Piräus steckt mitten im Umbau – die Hoffnungen ruhen auf dem Stadion und Veteran Esteban Cambiasso. Der Bayern-Gegner im Porträt:

Die Athener erleben eine bewegte Woche. Wegen der von Alexis Tsipras angekündigten Neuwahlen wird es die meisten Bewohner der griechischen Hauptstadt am Sonntag in ihre Geburtsorte ziehen. Doch zuvor konkurriert der Fußball mit der Politik um die Schlagzeilen.

Olympiakos Piräus ist der einzige griechische Verein, der seit seiner Gründung immer erstklassig gespielt hat. In den letzten fünf Jahren wurde man fünf Mal Meister, insgesamt holte man den Titel bereits stolze 42 Mal. Im März feierte der Klub 90. Geburtstag. Als Geschenk sicherte er sich den nunmehr 17. Einzug in die Champions League, seit fünf Jahren ist man hier Dauergast. Die Erfolgsquote in der Königsklasse ist jedoch nicht so beeindruckend wie in der heimischen Liga. Nur vier Mal konnte Olympiakos bisher in der Champions League überwintern, das beste Abschneiden war 1998/99 das Erreichen des Viertelfinales. Turin war da Endstation.

In den Heimspielen sind die Hellenen traditionell gefährlich, denn die Kraft, die die Spieler von ihren Fans in ihrem „Karaiskakis“-Stadion bekommen, ist legendär. Ob es daran liegt, dass die Arena nach dem griechischen Freiheitskämpfer Georgios Karaiskakis benannt wurde? Die 33.300 Plätze sind jedenfalls längst ausverkauft.

Vor vier Tagen bezwang Olympiakos Kellerkind Platania 3:1. Torhüter Roberto Jiménez Gago hielt bereits in der zweiten Minute einen Elfmeter. Man hatte gemerkt, dass Piräus mit den Gedanken schon bei den Bayern war und Kräfte sparte. Das Niveau gegen die Münchner werde „ein völlig anderes“, warnte der portugiesische Trainer Marco Silva, der die Aufgabe übernommen hat, einen Umbruch zu moderieren. Seit zwei Jahren trennt sich der Klub von alten Haudegen, unter anderen verabschiedete sich auch der frühere 60er Jose Holebas. In diesem Sommer kamen 17 Neue, 16 Spieler verließen Olympiakos.

Der argentinische Ex-Nationalspieler Esteban Cambiasso (35) galt bis vor wenigen Tagen als der einzige VIP im Team. Doch der offensive Mittelfeldspieler, der 2010 mit Inter Mailand die Champions League (Finalgegner: FC Bayern) gewann, hat inzwischen zwei weitere Spieler mit Potenzial zur Seite bekommen. Anfang September wurden noch zwei Stürmer verpflichtet, um unter anderem in der Champions League gut abzuschneiden. Hernani (24) kam für sechs Millionen aus Porto, der nigerianische Nationalspieler Brown Inteye (27) für die gleiche Summe von West Bromwich.

Silva erwägt, gegen die Bayern von seiner geliebten 4-2-3-1-Taktik auf ein 4-5-1 auszuweichen, er erwartet einen druckvollen Gast. Die Hoffnungen ruhen auf Mittelfeldmann Andreas Bouchalakis (22), dessen Einsatz aber wegen einer Verletzung noch unklar ist. Der Argentinier „Tsori“ Alejandro Dominguez – gegen Platania bester Mann – und der frühere Kaiserslauterer Konstantions Fourtounis zählen zudem zu den Schlüsselspielern von Piräus. Alberto Botia kickte einst an der Seite von Thiago in der Jugendabteilung des FC Barcelona, womit er auch Pep Guardiola ein Begriff ist.

Präsident Vagelis Marinakis meinte nach der Auslosung: „Ich glaube fest daran, dass wir einige Siege ergattern und uns für das Achtelfinale qualifizieren.“ Priorität habe das Double in Griechenland, aber man werde auch gegen „einen so hoch angesehen Gegner wie den FC Bayern um den Sieg kämpfen“. Trainer Marco Silva: „Mit den Fans an unserer Seite, besonders im Karaiskakis, werden wir noch stärker auftreten.“

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Heidi Vilia

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