Sammer als Schlichter dabei

Geheimer Ärzte-Gipfel wegen Thiago

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Thiago und Dr. Müller-Wohlfarth - offenbar sind nun alle Irritationen beseitigt.

München - Der Konflikt um die richtige medizinische Behandlung von Thiagos Knie drohte beim FC Bayern zum Dauerstreitthema zu werden. Doch nun gab es offenbar ein Geheimtreffen der Ärzte, um den Zoff zu beenden.

Es ist ruhig geworden um Thiago Alcantara. Der Lieblingsspieler von Bayern-Coach hatte sich im Oktober zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres das Innenband im rechten Knie gerissen - wann der 25-Millionen-Einkauf wieder auf dem Platz steht, ist ungewiss. Schlimm genug.

Doch rund um die persönliche Leidensgeschichte Thiagos schwelt zusätzlich ein Streit zwischen den behandelnden Ärzten: Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth und Dr. Ramón Cugat, Thiagos Vertrauensarzt aus Barcelona, dessen Behandlungsmethoden wenig Erfolg zeigten und deshalb in München für Irritationen gesorgt hatten.

Doch wie die Sport Bild berichtet, kam es nun in München zum geheimen Gipfel der beiden Ärzte mit dem Ziel, die Probleme der Vergangenheit aufzuarbeiten, den Streit beizulegen und die künftige Zusammenarbeit zu regeln.

Sammer als Schlichter - Thiago bringt Papa, Freundin und Berater mit

Offiziell soll es sich bei der Zusammenkunft am vergangenen Mittwoch nur um eine Routine-Kontrolle des operierten Knies gehandelt haben - Ende Oktober hatte sich Thiago erneut in Barcelona von Cugat operieren lassen, allerdings unter Aufsicht von Bayern-Arzt Dr. Lutz Hänsel. Doch die Tatsache, dass auch Matthias Sammer bei dem Treffen zugegen war, zeigt, dass es um mehr als nur einen medizinischen Check ging. Dem Bayern-Sportvorstand kommt in dem Konflikt die Rolle des Schlichters zu. In den vergangenen Wochen hatte Sammer immer wieder öffentlich betont, dass es keinen Ärzte-Streit und auch kein Problem zwischen Trainer Pep Guardiola und Doc Müller-Wohlfarth gebe.

Und Sammer war nicht der einzige zusätzliche Teilnehmer des Mediziner-Treffens. Thiago hatte seine hübsche Freundin Julia Vargas, seinen Vater Mazinho und seinen Berater Pere Guardiola, Bruder von Pep, dabei. Mehrere Stunden soll das Treffen gedauert haben, Karl-Heinz Rummenigge räumt gegenüber der Sport Bild ein: "Es gab einen abgesprochenen Termin." Der FCB-Vorstandsvorsitzende weiter: "Die Untersuchung war eine Kontrolle. Alles ist bisher gut verlaufen bei Thiago. Wir sind optimistisch, dass er diese Saison noch auf jeden Fall auf dem Platz stehen wird." Auf einen genauen Comeback-Termin will sich Rummenigge aber nicht festlegen lassen: "Ob das im Februar oder März sein wird, kann ich nicht sagen. Der Heilungsverlauf ist als gut zu bezeichnen."

Erfreulicherweise scheint das Geheimtreffen den gewünschten Effekt erzeugt zu haben. "Die zwei haben sich zum Schluss in den Armen gelegen", berichtet Rummenigge über "Mull" und Cugat. Jetzt soll Ruhe in der Causa Thiago beim FC Bayern eintreten, der Spieler wird seine Reha in Barcelona in enger Abstimmung mit beiden Medizinern fortführen. Thiago selbst ist nun auch wieder optimistisch, was sein Comeback angeht. Mitte November, einige Tage nach der Knie-OP, unternahm Guardiola eine Reise nach Barcelona, um seinen Kicker persönlich aufzumuntern, weil der fürchtete, nicht mehr hundertprozentig fit zu werden. Doch auch diese Zweifel scheinen nun nach dem Ärzte-Gipfel ausgeräumt.

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