Lob von allem Seiten

Guardiola: "Gaudino hat es verdient, hier zu sein"

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Gianluca Gaudino lieferte bei seinem Bundesliga-Debüt eine starke Partie ab.

München - Den personellen Problemen beim FC Bayern geschuldet und dank einer starken Vorbereitung gab Gianluca Gaudino gegen den VfL sein Bundesliga Debüt. Lob erntet der 17-Jährige von allen Seiten.

Maurizio Gaudino hielt es nicht mehr auf der Haupttribüne. Noch ehe bei Bayern Münchens 2:1 (1:0)-Sieg beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg der Schlusspfiff ertönte, stand der frühere Nationalspieler unten am Platz. Gaudino wollte zu seinem Sohn Gianluca, dessen eindrucksvolles Debüt in der Eliteklasse die Bayern-Bosse später zu wahren Lobeshymnen bewegen sollte.

„Mein Sohn ist 17 und spielt bei Bayern München - da kann ich nur stolz sein“, sagte Gaudino. „Mauri“ selbst spielte fünf Mal für Deutschland und nahm an der missglückten WM 1994 in den USA teil. Er galt als technisch begabtes Schlitzohr, das es mit seiner lebensbejahenden Art mitunter übertrieb. Seinem Sohn scheint er die Leichtfüßigkeit mitgegeben zu haben, die ihn einst auf dem Platz auszeichnete.

Reden durfte er nicht. In enger Manndeckung wurde Gianluca Gaudino nach dem Spiel an den Reportern vorbei aus dem Kabinentrakt geführt. Stolz und glücklich durfte der 17 Jahre und neun Monate Spieler auf seinen unaufgeregten Auftritt FC-Bayern-Sieg vor 71.000 Zuschauern aber allemal sein.

Sammer über Gaudino: "Der Kleine wird noch nicht in Kilo gemessen"

„Es ist nicht einfach, mit 17 Jahren in der Allianz Arena zu spielen, gegen Wolfsburg, gegen Luiz Gustavo. Er hat ein paar sehr, sehr gute Pässe gespielt“, sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola. Gaudino junior aber habe es „überragend“ gemacht. „Er hat es verdient, hier zu sein“, sagte Guardiola. Der Junge nutzte in der Vorbereitung die Abwesenheit einiger WM-Teilnehmer, um sich wie Mehmet Scholls Sohn Lucas (18) bei den Profis festzuspielen. Scholl saß am Freitag auf der Bank, Gaudino gab als viertjüngster Spieler der Klubgeschichte sein Ligadebüt.

Fast 13 Kilometer lief das kleine Leichtgewicht im Mittelfeld. 65 Ballkontakte wurden gezählt - und nur zwei Fehlpässe. Unter dem freundlichen Applaus der Fans verließ er in der 90. Minute den Platz.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ("Er kann stolz sein") war beeindruckt von der souveränen Vorstellung des Fliegengewichts im defensiven Mittelfeld: "Ich bin erstaunt, dass ein 17-jähriger Bursche bei Bayern München in der ersten Mannschaft eine solche Leistung abliefert." Sportvorstand Matthias Sammer meinte scherzhaft, "der Kleine wird noch nicht in Kilo gemessen", lobte aber die "unglaubliche Entwicklung" des Talents. Und weiter: "Er hat etwas, das schwierig zu lernen ist: er kann richtig gut Fußballspielen." Matchwinner Arjen Robben fand: „Er macht es super mit seinen 17 Jahren.“

Presse: "Glückliche Bayern - dank Malanda"

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Müller: Lorbeeren? "Ich glaube nicht, dass ihm das weiterhilft"

Weltmeister Thomas Müller zog den Hut vor dem jungen Kollegen, warnte aber auch vor Lobhudelei: „Wir brauchen jetzt nicht groß Lorbeeren zu verteilen. Ich glaube nicht, dass ihm das weiterhilft.“

Trotz des gelungenen Einstands sei es noch nicht abzusehen, wo der Weg seine Sohnes hinführe, meinte Vater Gaudino. Guardiola traut ihm offenbar alles zu. „Er ist sehr, sehr stabil in seinem Kopf“, sagte er. Für einen 17 Jahre alten Bundesliga-Debütanten im Trikot des FC Bayern sicher nicht die schlechteste Voraussetzung, um irgendwann dauerhaft oben anzukommen.

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SID

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