Bayerns Projekt 2016

Sammer: Es gibt keine "Trainer-Wunschliste"

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Matthias Sammer ist mit der Saison trotz der Halbfinalpleiten in DFB-Pokal und Champions League hochzufrieden.

München - Bayern München hat sich „erhobenen Hauptes“ aus der Champions League verabschiedet. Nach dem 3:2 gegen den FC Barcelona werden die Planungen für die neue Saison intensiviert.

Der Applaus für einen versöhnlichen Abschluss in der Champions League war kaum verklungen, da richtete Pep Guardiola schon den Blick in die Zukunft. „Es war ein Jahr der Wahrheit. Ich bin sehr stolz, wir werden es nächstes Jahr noch mal angehen“, sagte der Trainer von Bayern München nach dem 3:2 (1:2) gegen den FC Barcelona kämpferisch.

Das erneute Aus im Halbfinale der Königsklasse wirft beim deutschen Fußball-Rekordmeister allerdings viele Fragen auf. Schon jetzt spitzen sich die Diskussionen und Spekulationen über die Zusammenstellung des Münchner (Luxus-)Kaders für die kommende Saison zu.

Viele potenzielle Neuzugänge genannt

Es werden viele Namen potenzieller Zugänge genannt. Offen ist zudem, wer gehen muss. Selbst Klub-Idol Bastian Schweinsteiger ist angeblich nicht unangreifbar. Auch die Zukunft von WM-Held Mario Götze scheint offen. Dem Diktat von Guardiola, dessen Vertrag noch bis 2016 läuft, wollen sich die Bayern aber offenbar nicht komplett unterwerfen.

„Der FC Bayern hat nie nach einer Trainer-Wunschliste eingekauft. Ein Trainer muss immer gehört werden, aber wir müssen auch für den FC Bayern agieren. Der FC Bayern ist größer als jeder Einzelne“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer im ZDF ungewohnt deutlich.

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Ob das Guardiola gerne hören wird? Der Spanier hat sich immerhin trotz aller Gerüchte klar zum FC Bayern bekannt. Er werde definitiv noch ein Jahr bleiben, hatte er schon vor dem Spiel betont - und dies am späten Dienstagabend noch einmal bestätigt: „Ich werde jetzt den Meistertitel feiern und dann die neue Saison vorbereiten. ` Eine Saison, in der unter Guardiola dann im dritten Anlauf endlich der große Wurf in der Königsklasse gelingen soll. Die Planungen dafür treten nun in die entscheidende Phase, rund 100 Millionen Euro sollen für Zugänge zur Verfügung stehen.

Weltmeister Müller ärgern die vielen Fehler

In diesem Jahr war es "nur“ der 25. Meistertitel. Doch den wollten sich die Bayern angesichts der schwierigen Umstände mit den Nachwehen der WM und vielen Verletzten nicht schlecht reden lassen. „Natürlich haben wir in den entscheidenden Spielen zu viele Fehler gemacht. Aber es kann nicht sein, dass jede Saison ohne Triple keine gute Saison ist“, sagte Weltmeister Thomas Müller: „Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wir haben uns achtbar verabschiedet.“

Dem schloss sich Klubchef Karl-Heinz Rummenigge vorbehaltlos an. „Wir verabschieden uns erhobenen Hauptes. Wir waren immerhin im Halbfinale, und das zum vierten Mal in Folge, also ist alles okay“, sagte Rummenigge. „Eine große Mannschaft muss verlieren wie wir heute verloren haben“, ergänzte Guardiola.

Für Routinier Schweinsteiger war es gar eine „sehr gute Saison. Wenn man so früh die Meisterschaft entscheidet, ist das nicht selbstverständlich. Ich habe hier auch schon Saisons erlebt, in den wir keinen Titel gewonnen haben“. Dies ist noch gar nicht lange her: 2011 unter Louis van Gaal und 2012 unter Jupp Heynckes, der 2013 dann allerdings das historische Triple gewann. Daran muss sich Guardiola nach wie vor messen lassen.

Guardiola: "Wir hatten zehn Operationen"

Die Erfahrungen aus dieser Saison sollen ihm helfen. „Es war ein sehr hartes Jahr. Wir hatten zehn Operationen im Team und viele Schwierigkeiten. Es war gut, diese zu überwinden. Wir haben nicht aufgegeben“, analysierte Guardiola. Natürlich müsse man jetzt „nachdenken, was wir für Fehler gemacht haben. Ich hoffe, dass wir nächste Saison besser spielen können.“

Gegen Barcelona zeigte sich, wo er ansetzen kann und muss. Beim 0:3 im Hinspiel im Camp Nou, aber auch in der Allianz Arena sahen die Münchner vor allem bei den schnellen Gegenstößen von Lionel Messi und Co. nicht gut aus. Neymar (15. und 29.) machte so auch nach der Führung durch Medhi Benatia (7.) alle Hoffnungen auf ein Fußball-Wunder zunichte. Dass der Rekordmeister nie aufgab und durch Treffer von Robert Lewandowski (59.) und Müller (74.) das Spiel drehte, führte immerhin dazu, „dass wir unser Gesicht nicht verloren haben“, wie Torwart Manuel Neuer anmerkte.

Deutlich wurde auch, dass einige Spieler an ihre Grenzen gestoßen sind. Schweinsteiger, der allerdings lange verletzt gewesen war, und Xabi Alonso waren gegen Barca mit dem hohen Tempo überfordert. Rafinha oder Benatia untermauerten ihren Status als Ergänzungsspieler. Und für Götze, der wieder erst ganz spät kam, hat Guardiola offenbar nicht viel übrig. Wie es mit dem 22-Jährigen weitergeht, ist unklar - es ist nicht die einzige offene Frage.

Pressestimmen zu Bayern vs. Barca

"Die nächste Gala der drei Außerirdischen" - Pressestimmen

sid

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