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Nach Gladbach-Pleite: Alarmstufe Rot beim FC Bayern - Kimmich genervt von Fitness

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Joshua Kimmich spielte gegen Gladbach nicht im zentralen Mittelfeld - das lag an den vielen Ausfällen beim FC Bayern
Joshua Kimmich spielte gegen Gladbach nicht im zentralen Mittelfeld - das lag an den vielen Ausfällen beim FC Bayern. © MIS/Imago

Beim ersten Bundesligaspiel 2022 sieht der FC Bayern nicht gut aus. Gründe gibt es mehrere: Corona, Personalprobleme und fehlender Offensivdrang. Nun wartet ein starker Gegner.

München - Joshua Kimmich (26) war nach der 1:2-Auftaktpleite gegen Borussia Mönchengladbach wütend. Den ehrgeizigen Mittelfeldspieler nervte nicht nur das Ergebnis, sondern auch seine eigene Fitness. Wie die tz erfuhr, stieß es Kimmich sauer auf, dass er auf dem Platz nur 75 Minuten Vollgas geben konnte. Danach war bei ihm die Luft raus. Was angesichts seiner Corona-Erkrankung, die mit einer leichten Infiltration der Lunge endete, jedoch ganz normal ist. Immerhin hatte der Nationalspieler im Vorfeld acht Pflichtspiele verpasst, erst wegen zweimaliger Quarantäne als ungeimpfte Kontaktperson, dann wegen seiner eigenen Infektion. „Josh hat gerade die ersten 75 Minuten herausragend gut gespielt. In den letzten 15 Minuten hat man so ein bisschen körperlich gesehen, dass er lange nicht gespielt hat“, stellte auch Trainer Julian Nagelsmann fest (34).

FC Bayern verliert Bundesliga-Auftakt: Trainerteam scheitert an Herausforderung

Es war nicht die einzige neue Erfahrung, die Kimmich an diesem Abend sammeln sollte. Zum ersten Mal unter Nagelsmann musste der eigentliche Mittelfeldchef als Rechtsverteidiger ran. Der Bayern-Trainer rechnete bereits im Vorfeld der Partie damit, dass Kimmichs Kräfte auch angesichts der neuen Position nicht über 90 Minuten reichen werden: „Josh muss auf einer anderen Position spielen, mit einem anderen Profil. Dort hat er jetzt nicht die große Erfahrung, wie belastend die eine oder andere Aktion ist.“

Es war angesichts der zahlreichen Corona-Ausfälle nicht die einzige Position, auf der das Trainerteam umbauen musste. „Es ist doch klar, dass wir umbauen und ein paar andere Ideen haben müssen“, sagte Nagelsmann bereits und erklärte: „Wir werden in manchen Situationen anders verteidigen und den Ball anders spielen müssen, als wir es vielleicht gewohnt sind – oder es zuletzt der Fall war“.

Wie sehr sich das Münchner Spiel geändert hat, zeigt ein Blick auf die „Heatmaps“. Die Farben zeigen, in welchem Bereich des Spielfelds sich die FC-Bayern-Mannschaft am meisten aufgehalten hat: Je röter, desto länger die Aufenthaltsdauer. Die Karte (siehe unten) stammt aus dem Spiel gegen Gladbach.

FC Bayern unterliegt Gladbach: Deutlich weniger Offensivdrang als gegen Wolfsburg

Die Heatmap verdeutlicht, dass vom Münchner Offensivdrang aus dem Wolfsburg-Auftritt im Dezember (4:0) gegen die Fohlen nicht mehr viel zu sehen war. Während sich das Spielgeschehen damals vor allem zwischen dem vorletzten und letzten Angriffsdrittel abspielte, hielten sich die Not-Nagelsmänner nun vor allem rund um den eigenen Strafraum auf. Dadurch konnte der Münchner Power-Angriff seinen Offensivdrang weniger entfalten. Kurios: Trotz der nachweislich defensiveren Ausrichtung hatten sich die Bayern einige Hochkaräter herausgespielt, jedoch ohne Torerfolg. „Am Ende haben wir den Ball nicht im Tor untergebracht, weil entweder Yann Sommer ordentlich gehalten hat, oder die meisten Schüssen dann doch an Pfosten und Latte gegangen sind“, bilanzierte Thomas Müller (32).

Die rote Farbe unserer Heatmap zeigt, dass sich Bayern München gegen Gladbach häufig am eigenen Strafraum aufgehalten hat
Die rote Farbe unserer Heatmap zeigt, dass sich Bayern München gegen Gladbach häufig am eigenen Strafraum aufgehalten hat. © FKN

Bleibt abzuwarten, wie Nagelsmann seine Mannschaft für das Bundesligaspiel am Samstag beim 1. FC Köln (ab 15.30 Uhr) einstellt. Durch die Rückkehr des einen oder anderen Stars wird sich wohl auch die taktische Ausrichtung ändern – womöglich herrscht dann wieder vor dem gegnerischen Strafraum Alarmstufe Rot.

Derweil feierte ein FC-Bayern-Juwel gegen Gladbach Premiere - nur wenige Minuten später starb sein prominenter Opa.

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