Lahm & Co. wollen vierten Titel in Folge 

Ist die Meisterschale etwa schon vergeben?

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Feiernde Bayern in China: Die Frühform stimmt.

Guangzhou - Die Rollen sind klar verteilt. Der FC Bayern ist der Platzhirsch, die Konkurrenten die Herausforderer – so ist der Kampf um die Meisterschaft schnell erklärt.

In den vergangenen drei Jahren haben die Münchner die Liga nach Belieben dominiert. Trotzdem rüsten sie weiter auf, investieren für die beiden Neuzugänge Douglas Costa und den kurz vor der Unterschrift stehenden Arturo Vidal insgesamt rund 65 Millionen Euro. Während die Konkurrenz bei Transfers dieser Größenordnung in die Röhre guckt, drehen die Bayern in China auch sportlich schon mächtig auf. Die zwei starken Auftritte gegen Valencia und Inter hinterließen Eindruck. Bereits nach wenigen Wochen der Vorbereitung befindet sich der Rekordmeister in prächtiger Verfassung – und ist noch lange nicht am Limit. Um mit Bayern mithalten zu können, brauchen die anderen CL-Anwärter eine Sahnesaison. Oder ist die Schale trotzdem schon vergeben?

„Wir wollen wie jedes Jahr Meister werden“, sagt Philipp Lahm wenig überraschend. Der Kapitän zählt neben Wolfsburg und Dortmund die Gladbacher und Leverkusen zu den ärgsten Konkurrenten. „Wer bis zum Ende mit uns mithalten kann, werden wir sehen“, fordert Lahm die Konkurrenz heraus. Seine Aussage macht deutlich: Die Bayern wollen bis zum letzten Spieltag oben bleiben. Und dann soll die vierte Meisterschaft in Folge gefeiert werden. „Wir können Geschichte schreiben. Das ist nochmal eine Extra-Motivation“, meint David Alaba. Jerome Boateng pflichtet ihm bei: „Wir sollten uns hohe Ziele setzen. Das ist vor allem die Meisterschaft, aber auch in DFB-Pokal und Champions-League wollen wir wieder angreifen.“

"Wir hatten einen starken Kader. Nur war der nie komplett"

Sogar ohne die derzeit verletzten Franck Ribéry und Arjen Robben haben die Bayern wieder das Überraschungsmoment in ihrem Offensivspiel. Verantwortlich dafür ist Douglas Costa. Der Neuzugang zeigt in China, was er drauf hat. Einen enormen Antritt, Schlitzohrigkeit und Tempodribblings. Pep Guardiola ist begeistert. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er hat eine unheimliche Qualität im Eins-gegen-Eins und keine Angst“, lobt der Coach. Manuel Neuer bezeichnet den Brasilianer als „richtige Rakete. Ich hoffe, dass er eine Waffe für uns wird“. Auch Boateng sieht seine Mannschaft bestens aufgestellt. „Wir hatten letztes Jahr schon einen starken Kader. Nur war der wegen der vielen Verletzungen nie komplett“, meint der Abwehrboss. „Wenn jetzt noch Arturo Vidal kommt, haben wir wieder einen sehr guten Spieler, der das Niveau hebt.“

Die Grenze nach oben ist dabei offen. „The sky is the limit“, hatte Guardiola einst gesagt, es gebe keine Perfektion. Und dennoch ist immer noch auf der Suche nach ihr, macht es auch in seiner dritten Saisonvorbereitung als Trainer der Roten den Eindruck. Pep probiert unheimlich viel aus, lässt verschiedene Systeme spielen, Spieler auf verschiedenen Positionen ran – und warnt gleichzeitig jeden, kein bisschen nachzulassen. „Wenn alle Spieler fit sind, müssen sie hart arbeiten, um zu spielen. Die Konkurrenz ist sehr groß“, macht er seinen Profis klar. Doch ausruhen wollen die sich sowieso nicht. Auch nicht auf der guten Frühform.

„Jetzt ist es noch nicht so wichtig. Zum Bundesligastart müssen wir da sein“, gibt Boateng die Marschroute Richtung Schale aus. „Und sofort einen Lauf starten.“ Dann wird sich zeigen, wer tatsächlich mithalten kann…

Sven Westerschulze

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