Nach Sieg gegen Wolfsburg

FC Bayern: Hansi Flick erklärt Geheimplan mit Süle - eine Option für die Zukunft?

Hansi Flick gestikuliert am Spielfeldrand.
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Da geht‘s lang: FC-Bayern-Coach Hansi Flick veränderte gegen Wolfsburg seine Taktik.

Hansi Flick verändert die Taktik des FC Bayern beim Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Der Trainer gibt anschließend Einblicke in seine Ideen.

  • Der FC Bayern agierte beim 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg mit einem Geheimplan.
  • Hansi Flick verrät, warum Niklas Süle als Rechtsverteidiger aufgelaufen ist.
  • Bleibt Flick bei seiner Taktik? Für das Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen gibt‘s eine klare Tendenz.

München - Der Aufstellungsbogen war mit Spannung erwartet worden, nachdem Hansi Flick am Vortag des Spiels seines FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg „etwas Neues“, gar „ein Geheimnis“, angekündigt hatte. Der reine Blick auf das Personal ließ die Fragezeichen zunächst nicht kleiner werden, aber die Verteilung der Münchner vor Anpfiff brachte Klarheit.

Niklas Süle durfte als Rechtsverteidiger ran, Thomas Müller gab den Mittelfeld-Irrwisch neben Corentin Tolisso, und Serge Gnabry übernahm auf der Zehn. Nach dem hart erkämpften und durchaus wackeligen 2:1-Sieg (das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker) des FC Bayern blieb die Erkenntnis: Es hakt noch bei Hansis Geheimplan.

FC Bayern: Neuer Plan für den Spielaufbau

Das sah wohl auch Flick so. „Wir haben gewonnen, das ist das Entscheidende“, antwortete er angesprochen auf seinen taktischen Anpassungen. Der Gedanke dahinter war folgender: Süle blieb als Rechtsverteidiger deutlich weiter hinten als dies die eigentliche Stammkraft Benjamin Pavard üblicherweise tut. Der Abwehrschrank sollte mit Jerome Boateng und David Alaba das Aufbauspiel aus der Abwehr heraus übernehmen.

Positiver Nebeneffekt: Im Falle eines Ballverlustes war so aus Wolfsburger Sicht immer noch ein Bayer mehr auszuspielen. „Dadurch wollten eine gewisse Sicherheit und Kompaktheit haben“, erklärte Flick – und warf noch den Begriff Asymmetrie in den Raum. Meist positionieren sich die Außenverteidiger oder Flügelspieler auf beiden Seiten ähnlich, auf gleicher Höhe.

FC Bayern: Wolfsburg schießt trotz Umstellung 17 Mal auf Neuers Tor

Nicht so am Mittwoch. Linksverteidiger Lucas Hernandez stand bei Münchner Ballbesitz deutlich weiter vorne als Süle auf der anderen Seite. Rechts wiederum mussten die offensiven Kingsley Coman oder Leroy Sané den Flügel besetzen. „Wir müssen aktuell sehr kreativ sein und ein bisschen anpassen, deswegen war die Überlegung die Dinge asymmetrisch aufzubauen“, meinte Flick.

Der Coach des FC Bayern wollte die Defensive stärken – angesichts von sieben Gegentoren in den letzten sechs Spielen verständlich. Trotzdem kam Wolfsburg zu satten 17 Torschüssen, sechs mehr als die Bayern. Süle aber wusste defensiv durchaus zu überzeugen, hatte neben der besten Zweikampf- auch die beste Passquote. Seine Bälle gingen allerdings meist zu Nebenmann Boateng und selten nach vorne. Flick meinte: „Der Plan war nicht schlecht. Das Ziel waren drei Punkte – und die haben wir erreicht.“

FC Bayern: Wie geht Hansi Flick gegen Bayer Leverkusen vor?

Ob der Bayern-Coach gegen die pfeilschnellen Leverkusener Flügel wie Moussa Diaby und Leon Bailey wieder auf Außenverteidiger Süle setzt? Gut möglich – zumindest in der Defensive ging das Experiment ja auf. Und Flick hatte bereits angekündigt, die Neuerungen bis einschließlich zum Leverkusen-Spiel durchziehen zu wollen.

Beim gegnerischen Trainer sorgte Flicks Geheimplan nicht groß für Kopfzerbrechen. „Das hat uns nicht aus dem Konzept gebracht“, meinte Oliver Glasner. „Das System war nicht entscheidend für den Ausgang des Spiels.“ Und Leverkusens Peter Bosz weiß schon jetzt genau, was am Samstag (so sehen Sie das Spiel live im TV und im Live-Stream) auf ihn zukommen könnte. (aus)

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