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Salihamidzic beendet Neuner-Diskussion: „Für mich gibt es keine Stürmer-Debatte“

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Sportvorstand Hasan Salihamidzic im Audi Dome
Sportvorstand Hasan Salihamidzic im Audi Dome. © sampics / Stefan Matzke

Am Rande der Jahreshauptversammlung des FC Bayern fand Sportvorstand Hasan Salihamidzic klare Worte zur Stürmer-Diskussion beim Rekordmeister. Fazit: Er hält sie für überflüssig.

Als die Stürmer-Debatte beim FC Bayern nach dem Last-Minute-Unentschieden in Dortmund so richtig Fahrt aufnahm, war Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) von der Bildfläche verschwunden. Nicht etwa, weil er keine Lust auf die Diskussion hatte, die unter anderem von Ehrenpräsident Uli Hoeneß (70) befeuert wurde („Ich glaube, dass uns schon ein Neuner fehlt“), sondern weil Salihamidzic eine Stimmbandentzündung außer Gefecht gesetzt hatte. Die Spiele gegen Dortmund und Pilsen verfolgte Salihamidzic von zu Hause aus, bei der Jahreshauptversammlung am Samstag im Audi Dome war er wieder präsent – wenngleich seine Stimme noch etwas heiser klang.

FC-Bayern-Sportvorstand Salihamidzic: „Mir ist diese Diskussion zu sprunghaft“

Trotzdem fand er im Gespräch mit der tz klare Worte zur Thematik: „Mir ist diese Diskussion zu sprunghaft. Wir haben im Sommer eine klare Strategie gewählt: und zwar im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten und unter Berücksichtigung des Transfermarktes.“ In der Praxis sah das wie folgt aus: Nach dem Abgang von Robert Lewandowski (34) zum FC Barcelona verpflichtete der deutsche Rekordmeister Sadio Mané (30) vom FC Liverpool als international erfahrenen Angreifer mit Torgefahr. Darüber hinaus sicherte sich der Klub Top-Talent Mathys Tel (17). Ihm trauen die Kaderplaner zu, langfristig die Rolle als Sturmspitze in München einzunehmen.

„Wir haben mehrere Offensivspieler, die unserer Mannschaft im Sturm einen Mehrwert bieten können: Müller, Mané, Tel, Serge Gnabry und Eric Maxim Choupo-Moting. Sie alle können ganz vorne spielen. Dazu haben wir noch unsere Außenspieler und Zehner. Das ist schon sehr vielfältig und flexibel“, sagt Salihamidzic. Diese Strategie habe der Verein im Sommer gemeinsam mit dem Trainer abgesprochen: „Julian Nagelsmann war immer mit im Boot. Dafür haben wir uns alle entschieden – und darum gibt es für mich keine Debatte.“

Auch ohne einen klassischen Neuner hat die Mannschaft laut Salihamidzic „sehr gut angefangen, die Tore gemacht und sich durchsetzen können. Diese Strategie muss man jetzt durchziehen, am Ende der Saison einen Strich ziehen und sehen, wie es funktioniert hat oder eben nicht. Dann müssen wir weitersehen. Aber wir können ja nicht täglich Strategien wechseln. Das geht nicht.“ Im Winter dürfte also kein Neuner verpflichtet werden. bok, pk

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