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Brazzo-Emanzipation von Uli Hoeneß: Salihamidzic entscheidet aus eigener Überzeugung

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Von: Christoph Klaucke

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Hasan Salihamidzic sorgt auf dem Transfermarkt für Furore. Der Sportvorstand des FC Bayern emanzipiert sich von Uli Hoeneß – ein neuer Vertrag winkt.

München – Bei jungen Fußballern wird oft vom „Durchbruch“ geredet, wenn die Talente über einen längeren Zeitpunkt gute Leistungen abliefern, manchmal sogar nach nur einem besonders starken Spiel. Bei den sogenannten Sportdirektoren, Managern oder dergleichen ist eine solche Einordnung meist schwieriger. Beim FC Bayern könnte man, wenn man denn will, in dieser Transferperiode Hasan Salihamidzic den „Durchbruch“ attestieren.

Der FCB-Sportvorstand hat abgeliefert und umjubelte „Königstransfers“ wie den von Sadio Mané oder Matthijs de Ligt verwirklicht – dafür gab es Lob und Anerkennung von allen Seiten, obendrauf winkt ein neuer Vertrag. Die Brazzo-Emanzipation hat auch mit Bayern-Patron Uli Hoeneß zu tun.

Hasan Salihamidzic
Geboren: 1. Januar 1977 (Alter 45 Jahre), Jablanica, Bosnien-Herzegowina
Position beim FC Bayern: Sportvorstand
Im Verein seit: 01.08.2017
Vertrag bis: 30.06.2023

Hasan Salihamidzic will sich beim FC Bayern von Uli Hoeneß emanzipieren

Uli Hoeneß weiß, dass es gut für mich ist, mich in meiner Rolle zu emanzipieren, auch von ihm“, sagte Hasan Salihamidzic im Zeit-Magazin über seinen langjährigen Förderer. Inzwischen entscheide er „die Dinge so, wie sie meiner Überzeugung nach für den FC Bayern richtig sind. Wenn Uli anderer Meinung ist, sagt er: Gut, okay, kannst du machen! Aber dann musst du deinen Kopf hinhalten, wenn es schiefgeht“, sagte Salihamidzic. Der frühere Präsident und Manager Hoeneß gilt als Mentor des 45-Jährigen.

Der frühere Bayern-Profi wurde 2017 Sportdirektor beim deutschen Rekordmeister, im Sommer 2020 wurde er zum Vorstand befördert. Damit verbunden war ein neuer Vertrag bis Ende Juni 2023. Zu Beginn seiner Zeit als Sportdirektor habe er zu sehr versucht, so Salihamidzic, es Hoeneß und dem damaligen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gleichermaßen recht zu machen: „Im Rückblick lässt sich sagen, dass ich mich klarer hätte positionieren müssen.“

Hasan Salihamidzic tritt beim FC Bayern in die Fußstapfen von Uli Hoeneß.
Hasan Salihamidzic tritt beim FC Bayern in die Fußstapfen von Uli Hoeneß. © Felix Hörhager/dpa

Es sei ja „ein offenes Geheimnis, dass die beiden, um es vorsichtig auszudrücken, manche Dinge unterschiedlich bewertet haben“, sagte der Sportvorstand des Rekordmeisters. „Wenn der eine A sagte, sagte der andere oft B. Intern habe ich meine Meinung durchaus klar artikuliert, aber nach außen habe ich versucht, mit Rücksicht auf beide, sowohl A als auch B zu sagen.“ So sei der Eindruck entstanden: „Der eiert rum.“ Heute würde er sich deshalb anders verhalten, sagte Salihamidzic.

Brazzo-Emanzipation: Vertragsverlängerung beim FC Bayern winkt

Salihamidzic wurde in der Vergangenheit häufig von Fans und Medien für seine Transfers kritisiert, in diesem Jahr hat er sich nach den Rücktritten von Hoeneß und zuletzt Rummenigges vor einem Jahr endgültig freigeschwommen. Sein Wirken auf dem Sommertransfermarkt dürfte Brazzo nun eine Vertragsverlängerung einbringen.

„Ich bin absolut zufrieden mit seiner Arbeit. Dem Hasan macht es auch unheimlich Spaß. Auch, weil er jetzt die Anerkennung für seine Arbeit bekommt. Ich bin da sehr zuversichtlich“, sagte FCB-Präsident Herbert Hainer im Sky-Interview. „Wir haben gesagt, dass wir erstmal die Transferperiode abwarten. Wir haben alle genügend zu tun. Sobald die vorbei ist, machen wir noch ein paar Tage Urlaub, dann setzen wir uns hin. Es ist noch ein Jahr Zeit, aber das werden wir in den nächsten Wochen bewerkstelligen. Dann reden wir miteinander und machen Nägel mit Köpfen.“

Bayern-Präsident Hainer lobt Salihamidzic-Transfers

Es freue ihn „unheimlich“, betonte Hainer, „dass er die Anerkennung bekommt und auch viel Lob. Ich war immer der Meinung, dass er teilweise zu heftig kritisiert wurde und zu Unrecht.“ Die Millionen-Transfers von Mane und de Ligt bezeichnete der Präsident als „zwei ganz klare Zeichen, dass der FC Bayern ein unheimlich attraktiver Verein ist“, mit dem man Titel gewinnen könne – auch den größten. „Es ist überhaupt keine Frage, dass wir in den nächsten Jahren wieder die Champions League gewinnen wollen“, betonte Hainer.

Salihamidzic hat in dieser Transferperiode jedoch auch gezeigt, dass er nicht nur einkaufen kann. Durch den Transfer von Robert Lewandowski ist der FC Bayern einen unzufriedenen Star los und bekam dafür ein Jahr vor dessen Vertragsende 45 Millionen Euro Ablöse plus Boni aus Barcelona. Brazzo steht vor dem nächsten Millionen-Verkauf, Leeds hat schon wieder einen Bayern-Bankdrücker auf dem Schirm. (ck/dpa/sid)

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