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„Nicht das, was wir uns vorstellen“: Hainer äußert sich zur Bayern-Krise – Satz zu Nagelsmann hallt nach

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Von: Hanna Raif

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Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer steht im Stadion
Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer ist von der Trendwende überzeugt. © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Der FC Bayern steckt in der Krise - Präsident Herbert Hainer ist überzeugt davon, dass Julian Nagelsmann nach der Länderspielpause die Kurve kriegt.

München - Auf dem Foto, das am Sonntagnachmittag aus Käfers Wiesn-Schänke die Runde machte, war Herbert Hainer nicht abgelichtet. Der Präsident des FC Bayern hatte den traditionellen Fest-Besuch des Teams kurzfristig wegen eines wichtigen privaten Termins ausgelassen und deshalb nicht neben den leicht gequält die Masskrüge stemmenden Hasan Salihamidzic, Julian Nagelsmann und Oliver Kahn Platz genommen. Das ändert aber nichts daran, dass seine Gemütslage dieselbe ist: Die Krise nervt, vom eingeschlagenen Weg aber lässt man sich trotz Tabellenplatz fünf nicht abbringen. Der Trainer steht nicht zur Diskussion – da sind sich alle einig.

„Vier sieglose Bundesligaspiele sind beim FC Bayern selbstverständlich nicht das, was sich unsere Fans und wir alle uns vorstellen“, sagt Hainer am Montag unserer Redaktion. An der Tatsache, dass der Serien-Meister seinen Ansprüchen seit Wochen hinterherhinkt, hat sich auch mit drei Tagen Abstand zum 0:1 in Augsburg nichts geändert. Dennoch lässt die langsam nachlassende Wut über das vierte sieglose Spiel hintereinander einen klareren Blick auf das Geschehene zu. ­Salihamidzic sah auf der ­Tribüne in Augsburg konsterniert aus, Kahn hatte getobt und später für die Länderspielpause 14 Tage Analyse und Gespräche angekündigt. Der Blick geht aber nun nicht mehr nur kritisch zurück. Man will versuchen, auf den positiven Erkenntnissen aufzubauen.

„Wir sind von Julian Nagelsmann komplett überzeugt“

„Wir sehen die Vielzahl an Torchancen, die sich unsere Mannschaft in jeder Begegnung erspielt und die sich aktuell nicht in unseren Ergebnissen spiegelt“, sagt Hainer. Die Statistik gibt dem 68-Jährigen recht: Vor dem 0:1 in Augsburg hatten die Bayern in 87 Liga-Spielen mindestens ein Mal getroffen. Aus den vergangenen vier Partien steht zudem eine Torschussbilanz von 92:30 zu Buche – die freilich nicht zur Ausbeute von vier Toren und drei Punkten passt.

Noch hat das Team von Nagelsmann kein adäquates Mittel gegen körperlich spielende und leidenschaftlich verteidigende Mannschaften gefunden. Trotzdem fügt Hainer einen Satz hinzu, der nachhallt: „Wir sind von Julian Nagelsmann und unserer ganzen Mannschaft komplett überzeugt.“

Eine Trainerdebatte will man bewusst im Keim ersticken, und sie spielt auch intern aktuell keine Rolle. Dass Thomas Tuchel auf dem Markt ist, ist eine nette Randnotiz, mehr aber auch nicht. Nagelsmann – gebunden bis 2026 – ist gekommen, um zu bleiben. Der 35-Jährige hat die Rückendeckung der Bosse, um diese Krise zu meistern und womöglich gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Hainer: „Nach der Länderspielpause werden wir wieder richtig angreifen“

Hainer ist sich sicher: „Nach der Länderspielpause werden wir wieder richtig angreifen, wie man es vom FC Bayern kennt.“ Und der Präsident lässt auch noch lange nicht von den hohen Ansprüchen ab, mit denen der Verein im zweiten Jahr unter Nagelsmann gestartet ist. „Die Saison“, sagt er, „hat gerade erst begonnen, und wir wissen, dass wir das Potenzial haben, um unsere großen Ziele zu erreichen.“

In der Champions League kann schon bei den kommenden beiden Spielen gegen Viktoria Pilsen der Einzug ins Achtelfinale klargemacht werden, in der Liga will man die Aufholjagd beim Gastspiel von Bayer Leverkusen am 30. September starten. Und im Pokal, nun ja… muss man am 19. Oktober wieder beim FC Augsburg ran. Dass bis dahin noch mehr als ein Monat vergeht: ganz gut! Hanna Raif

Trotz der Krise des FC Bayern München glaubt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus fest daran, dass Julian Nagelsmann „das Ruder herumreißen“ wird.

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