Täter hatte wohl einen Schlüssel

Medhi Benatia: Neue Spur in Affäre um Gehaltszettel

München - Noch immer ist die Affäre um den abfotografierten Gehaltszettel von Bayern-Star Medhi Benatia nicht beendet. Doch immerhin gibt es neue Hinweise, wo das Foto mit den vertraulichen Informationen entstanden sein könnte.

Es ist DIE Frage, die derzeit Medhi Benatia, den FC Bayern und vor allem die Polizei umtreibt: Wer hat den Gehaltszettel des Bayern-Verteidigers abfotografiert und danach per WhatsApp verbreitet? Laut Informationen der "Bild" führt eine neue Spur in ein Münchner Autohaus...

Keine Einbruchsspuren an Benatias Auto

Dieses Foto (ohne schwarze Balken) von Medhi Benatias Gehaltsabrechnung kursiert derzeit bei WhatsApp.

Neben dem monatlichen Grundgehalt des Marokkaners gelangten auch weitere vertrauliche Informationen wie Steuer-ID, Privatanschrift und Kontonummer des Bayern-Stars an die Öffentlichkeit. Ein klarer Verstoß gegen das Datenschutzgesetz - allerdings ist der Besitz des brisanten Schnappschusses keine Straftat. Benatia selbst beteuert, er habe die Lohnabrechnung des vergangenen Novembers gefaltet im Handschuhfach seines Dienstwagens, einem Audi RS 7 Sportback 4.0, aufbewahrt. Wie das bei WhatsApp kursierende Foto vermuten lässt, wurde der Gehaltszettel im Auto des Abwehrspielers fotografiert, zu sehen ist beispielsweise der Schaltknüppel.

Klar ist bislang nur, dass der Täter oder die Täterin nicht in Benatias Auto eingebrochen ist, Spuren eines gewaltsamen oder zumindest verbotenen Eindringens wurden nicht gefunden. Viel spricht also dafür, dass jemand im Besitz des Autoschlüssels war oder sich Zugang verschaffte in einem Moment, in dem der Wagen nicht abgeschlossen war.

Foto während Inspektion oder Reinigung geknipst?

Wie die "Bild" berichtet, soll Benatias Gehaltsabrechnung abgelichtet worden sein, als sich der Wagen zur Inspektion beziehungsweise Reinigung in einem Münchner Audi-Autohaus befand, während Benatia mit dem FC Bayern im Trainingslager in Katar weilte (6. bis 14. Januar 2016). Der Geschäftsführer des Autohauses gibt sich zugeknöpft und verweigert eine Stellungnahme gegenüber der Zeitung. Angeblich soll ein Mitarbeiter schon die Konsequenzen aus dem ungeheuerlichen Vorfall zu spüren bekommen haben.

Auch die Münchner Polizei will keinen Einblick in ihre bisherigen Ermittlungen geben, der Fall ist noch längst nicht abgeschlossen. "Es hat sich nichts an der Sachlage geändert. Wir haben keinen Tatverdächtigen. Die Ermittlungen laufen weiter in alle Richtungen", erklärte Polizeisprecher Werner Kraus.

Rubriklistenbild: © afp

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