Alter, neuer Bayern-Präsident schon gut in Fahrt

Hoeneß-Klartext beim Fanklub - auch in Sachen Schweinsteiger

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Uli Hoeneß beim FC-Bayern-Fanklub in Wunsiedel.

München - Uli Hoeneß ist zurück. Nach seiner Wahl zum Präsidenten des FC Bayern nahm er am Sonntag auch gleich bei einem traditionellen Treffen mit einem Fanklub teil. Und verriet dabei, was er über die Zukunft von Bastian Schweinsteiger denkt.

Update vom 11. Dezember 2016: Die Fehde zwischen dem FC Bayern München und den Löwen geht weiter. In einem Interview giftet FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß gegen den TSV 1860 München.

Uli Hoeneß wird Sonntag Abend am Tegernsee mit einem breiten Lächeln auf den Lippen ins Bett gegangen sein. Bestimmt. Bereits auf der Jahreshauptversammlung hatte der alte und zugleich neue Präsident des FC Bayern zugegeben, dass ihm der Gedanke an seine Rückkehr während seiner Zeit in Haft stets Kraft gegeben habe, das zurückliegende Wochenende dürfte die Erwartungen des 64-Jährigen aber um ein Vielfaches übertroffen haben. Am Freitag zunächst die umjubelte Wiederwahl zum Präsidenten, am Samstag der 2:1-Sieg seiner Bayern gegen Leverkusen und am Sonntag schließlich der Besuch beim Fanclub Röslau in Wunsiedel. Uli Hoeneß ist zurück!

Abteilung Attacke inklusive, wie der Bayern-Macher bereits am Freitag unter Beweis gestellt hatte. Direkt nach seiner Wiederwahl wartete Hoeneß mit einer Spitze gegen den Sensationstabellenführer aus Leipzig auf, die nicht überall in der Republik auf dieselbe Euphorie stieß wie im Audi Dome. Der FC Bayern habe „neben Dortmund endlich wieder einen Feind, den wir attackieren können“, posaunte er ins Mikro. Kein Wunder, dass die Reaktionen nicht besonders lange auf sich warten ließen. Tags drauf entgegnete Thomas Tuchel vor der 1:2-Niederlage seines BVB in Frankfurt, er habe Hoeneß’ Wortwahl „nicht gut“ gefunden. „Wir sind gerne ein Rivale. Es geht nicht um Feindschaft“, so der Dortmunder Trainer weiter.

Kritik, die Hoeneß annahm – und sich umgehend für seine Worte entschuldigte. „Da hat er vollkommen recht. Das Wort würde ich auch nie mehr benutzen“, meinte der Bayern-Präsident bei Sky und fügte an, dass es „Feinde nur im Irak oder Syrien“ gebe, „aber nicht im Fußball“. In seiner Euphorie habe Hoeneß „natürlich ein völlig falsches Wort gesagt“, erklärte er. „Das gilt sowohl für Leipzig, als auch für Dortmund.“ Eine Entschuldigung, die Hoeneß auch am Sonntag vor den rund 500 Bayern-Fans im Fichtelgebirge wiederholte, „Rumgeeiere“ gab es wie von ihm bereits versprochen aber auch diesmal nicht. Ganz im Gegenteil, bei Wunsiedler Weißbier, selbst gebackenen Plätzchen und Live-Musi kam Hoeneß richtig in Fahrt. Wann die Löwen denn endlich aus der Arena ausziehen, wollte ein Fan wissen, worauf ihn Hoeneß zunächst an den Stadionvetrag erinnerte, darauf aber seine Bereitschaft wiederholte, beim Auszug die Blaskapelle mit Karl-Heinz Rummenigge anzuführen. Zu den Ideen eines eigenen Stadions bei 1860 fügte er an: „Sie sollten mit einem reichen Onkel wie Trump reden, vielleicht baut der ihnen eines.“ Großes Gelächter, Beifall, Uli in seinem Element.

Nicht anders beim Thema BVB – aktuell ja im Schmusekurs mit dem FCB. „Wir sollten die Rivalität zu den Dortmundern erhalten“, forderte Hoeneß – und ergänzte unter Beifall: „Ich werde bestimmt nicht mit Herrn Watzke Arm in Arm durch die Welt laufen.“

Interessantes gab’s auch zum Thema Bastian Schweinsteiger. Hoeneß dürfte mit einem Zitat zum Weltmeister in Diensten von Manchester United nämlich für die ein oder andere Schlagzeile in England gesorgt haben. „Was ich gehört habe, ist Basti auf dem Absprung aus dem Fußball“, meinte der 64-Jährige. Ob man ihn zum FCB zurückholen könne, wollte zudem ein Fan wissen, doch Hoeneß erwiderte, man tue „ihm und dem FC Bayern keinen Gefallen, wenn man das Rad zurückdreht. Schweinsteiger soll sich bis zum letzten Tag von Manchester auszahlen lassen, Golf spielen und dann arrivederci sagen.“

Außerdem habe der 32-Jährige in Ana Ivanovic "so eine sympathische und wunderhübsche Frau, dass ich mir vorstellen könnte, dass er sich mit Familienplanung beschäftigt", ergänzte Hoeneß. Später fügte der 64-Jährige in einem Pressegespräch an, ein Spieler wie Schweinsteiger könne "nicht noch in Amerika rumtingeln mit so einer Riesenkarriere." Schweinsteiger habe ein Abschiedsspiel beim FC Bayern zugesagt, "das würde ich machen und dann aufhören und mit meiner Ana durch den Canal Grande schippern", sagte Hoeneß.

Und dann war der große Tag im Fichtelgebirge nach knapp vier Stunden rum. Was blieb? Unzählige Autogramme, noch mehr Fotos, lachende Gesichter – und ein weiterer Satz in Richtung Leipzig. Hoeneß: „Wir werden sie bekämpfen – und besiegen.“ Als Rivalen, versteht sich.

José Carlos Menzel López

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