"Wir können uns alle freuen"

Bayern hoffen auf offensives Arsenal - und mehr Fußball

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Ratlos – Lewandowski & Co. fanden keine Lücken in Frankfurts Abwehrketten.

München - Der Ärger über das ängstliche Auftreten der Frankfurter Eintracht war noch nicht verraucht, da blickten die Spieler des FC Bayern schon hoffnungsvoll nach vorne.

Auf die Champions League, auf die Partie gegen den FC Arsenal am Mittwochabend (20.45 Uhr, Sky und ZDF). „Das ist ein Topspiel, weil Arsenal eine super Mannschaft ist“, sagte Philipp Lahm mit Blick auf die Königsklasse und ergänzte: „Wir können uns alle freuen.“ Denn im Gegensatz zur Bundesliga, wo die Abwehrmauern der Gegner von Woche zu Woche massiver werden, erwarten die Münchner von Arsenal einen mutigeren Auftritt.

Gibt es am Mittwoch endlich wieder Fußball? Wenigstens in der Königsklasse wünschen sich die dominanten Bayern Gegenwehr, auch wenn Manuel Neuer vor dem Rückspiel gegen die Gunners Böses schwant. „Sie werden das Spiel verfolgt und gesehen haben, dass das schwer für uns ist“, sagte der Torwart nach dem torlosen Unentschieden in Frankfurt. Hat die Eintracht Arsène Wenger etwa besten Anschauungsunterricht geboten? Nur bedingt, denn schon im heimischen Emirates Stadium lautete das Motto der Londoner: Safety first. „So spielen sie normal nicht in der Premier League“, hat Neuer selbst beim englischen Topklub einen Kurswechsel gegen seine Mannschaft ausgemacht. Doch Lahm erklärt: „Das liegt natürlich auch immer an uns. Wenn der Gegner Druck macht und wir uns befreien können, ist er gezwungen, defensiv zu agieren.“ Dennoch wollte der Kapitän das Hinspiel vor zwei Wochen nicht mit den Abrissarbeiten der Bayern in der Liga vergleichen. „Es gibt anscheinend immer noch einen Unterschied zwischen defensiv und defensiv“, meinte Lahm nach dem erfolglosen Anrennen gegen das Frankfurter Bollwerk und stellte ein wenig ungläubig fest: „Man kann nicht glauben, dass es noch defensiver geht. Aber wir wurden eines Besseren belehrt.“

Auch bei Jerome Boateng hatte sich das Bild der Frankfurter Maurer eingebrannt. „Die haben 30 Meter vor dem Tor mit zehn Mann verteidigt – das habe ich so auch noch nicht erlebt“, schilderte der Abwehrchef seine Sicht aufs Geschehen. Man spürte, dass den Stars das Auftreten der Eintracht überhaupt nicht geschmeckt hatte. Dennoch suchten sie die Fehler auch bei sich selbst. „Wir müssen uns vorwerfen, dass wir unsere wenigen Chancen nicht genutzt haben“, gab Boateng offen zu und auch Lahm meinte: „Man muss sich auf diese Spielweise einstellen und in der entscheidenden Phase die Tore machen. Das haben wir gegen Bremen und Köln geschafft, diesmal eben nicht.“

Genau da müssen die Münchner gegen Arsenal ansetzen, denn auch gegen die Londoner werden sie kaum in den Genuss von Großchancen am Fließband kommen. „Wir müssen unsere Angriffe konsequenter zu Ende spielen und die Torchancen nutzen“, forderte Kapitän Lahm. Boateng schlug in die gleiche Kerbe: „Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren und Lösungen finden.“ Oder, wie Pep Guardiola es in Frankfurt formulierte: „Fußball läuft nicht immer so, wie du willst – wir müssen uns anpassen.“ So, wie die Gunners im Hinspiel, das sie mit 2:0 gewannen. Am Dienstag kommen sie mit dem Rückenwind eines souveränen 3:0-Sieges am Wochenende in Swansea nach München. „Boom“, schrieb Arsenal Regisseur und Weltmeister Mesut Özil anschließend auf Twitter. Den Bayern haben sie damit aber nur wenig Angst einjagen können. „Wir zeigen Arsenal am Mittwoch das wahre Bayern“, kündigte Arturo Vidal bereits an. Zumindest dann, wenn aus den Kanonieren keine Betonierer werden…

Sven Westerschulze

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