Wirbel um Schiedsrichter

FCB-Fan gibt zweifelhaften Elfer - für Bayern

München - Ärger um den Sieg der U23 in Bayreuth. Der Schiedsrichter der Partie ist bekennender FCB-Fan und pfeift einen zweifelhaften Elfer, der den Sieg bringt. Die SpVgg ist sauer.

Keine Frage, auch ein Schiedsrichter darf Fan einer Mannschaft sein und sich über deren Siege freuen. Auch wenn man im Einsatz unparteiisch sein muss. Problematisch wird es aber, wenn der Schiedsrichter ein Spiel des Vereins pfeift, dem er in seiner Freizeit die Daumen drückt.

So geschehen am Tag der Deutschen Einheit. Die kleinen Bayern mussten bei der SpVgg Bayreuth antreten. Die Elf von Trainer Erik ten Hag setzte sich knapp mit 2:1 gegen den Abstiegskandidaten durch. Kurz nach der Pause zeigte Schiedsrichter Benedikt Öllinger nach einem vermeintlichen Foulspiel auf den Punkt und entschied auf Strafstoß für die Reserve des Rekordmeisters. Ylli Sallahi verwandelte zum 2:1-Endstand.

Elfer für Bayern, aber nicht für Bayreuth

Der Pfiff Öllingers war umstritten, auf der Gegenseite reklamierten die Gastgeber im Laufe des Spiels einen Handelfmeter, doch die Pfeife des Uparteiischen blieb stumm. Diese beiden Szenen und vor allem die Tatsache, dass Öllinger in einem Auto mit Münchner Kennzeichen nach Bayreuth kam, machten SpVgg-Geschäftsführer Jörg Neukam misstrauisch. Er recherchierte im Internet und wurde bei Facebook fündig. Im sozialen Netzwerk machte Öllinger keinen Hehl aus seiner Fan-Leidenschaft. Als Lieblingsmannschaft war dort der FC Bayern München aufgelistet, Thomas Müller als Lieblingsspieler gekennzeichnet und der Gruppe "FC Bayern Tickets" spendierte er ein "Gefällt mir".

Neukam machte Screenshots, um den Sachverhalt zu dokumentieren. Eine guter Einfall, denn kurz darauf waren die Sympathiebekundungen Öllingers auf seiner Facebook-Seite gelöscht. Neukam sprach auf der Website der Bayreuther über einen "offensichtlich mit dem Gegner sympathisierenden Schiedsrichter" und wandte sich an den Bayerischen Fußballverband (BFV).

Schiri-Ansetzung "zweifelsohne unglücklich"

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, räumte Schiedsrichterobmann Walter Moritz ein, dass die Ansetzung "zweifelsohne unglücklich" sei. Öllinger, der für seinen Heimatverein SV Riedlhütte als Schiedsrichter im Einsatz ist, wohne in München. Deshalb auch das Kennzeichen aus der Landeshauptstadt.

Moritz nahm seinen Zögling teilweise in Schutz. "Jeder Sportler entwickelt Sympathien für Mannschaften, die in der Öffentlichkeit stehen. Das sollte man auch den Schiedsrichtern zugestehen", argumentiert der Schiedsrichterobmann. "Sympathie für einen Verein heißt nicht, dass ein Schiedsrichter nicht mehr unparteiisch ist."

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Die SpVgg Bayreuth hat Überlegungen, gegen die Wertung des Spiels Protest einzulegen, inzwischen wieder verworfen. Und auch der BFV hat reagiert. Öllinger wird "in den kommenden Partien mit Bayreuther Beteiligung nicht berücksichtigt", wird Moritz zitiert. Außerdem sollen die Unparteiischen für den Umgang mit sozialen Netzwerken sensibilisiert werden. "Wir werden in den nächsten Lehrgängen dieses Thema sicher nochmal auf der Agenda haben."

jb

Quelle: fussball-vorort.de

Rubriklistenbild: © dpa

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