Vorfall in Flüchtlingsunterkunft: Schülerin soll von mehreren Männern missbraucht worden sein

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Anfang November kommt es zum direkten Treffen

Dortmund wie im Rausch, Bayern-Motor stottert - das sind die Gründe dafür

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Bayern-Trainer Niko Kovac mit Thiago, BVB-Trainer Lucien Favre mit Paco Alcacer (v.l.).

Während beim FC Bayern bei Weitem noch nicht alles rund läuft, schwebt Borussia Dortmund auf Wolke sieben und feuert aus allen Rohren. Wir erklären die Gründe.

München/Dortmund - Der deutsche Fußball im Herbst - er ist unerwartet spannend und ebenso überraschend ist der Blick auf Tabellen und Spielweisen. Der FC Bayern hinkt nach einer Schwächephase ein wenig hinterher und weiß (noch) nicht so recht spielerisch zu überzeugen, liegt in der Bundesliga nur auf Rang vier. Das rundum erneuerte Borussia Dortmund hingegen sorgt richtig für Furore - national wie international.  Spätestens seit dem 4:0-Erfolg in der Champions League über Atlético Madrid dürfte allen Beobachtern klar sein, zu was der BVB heuer imstande zu sein scheint. „Das war ein überragendes Ergebnis. Wir machen aber so weiter wie bisher. Es gibt keinen Grund, auf die Jubelarien hereinzufallen“, sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc.

Die Münchner hingegen zollen der Borussia Respekt, schickten aber schon einmal einen Gruß in den Westen.  "Borussia Dortmund macht das gut, ohne Frage, die spielen einen sehr attraktiven Fußball und stehen korrekterweise da, wo sie gerade stehen", sagte er, "aber ich darf auch daran erinnern: Es sind noch 26 Spieltage, 78 Punkte im Topf, das ist noch eine lange Zeit. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man Druck kriegt, wenn man da oben steht."

Blicken wir doch einmal auf die bisherige Saison-Bilanz der beiden Vereine. Wettbewerbsübergreifend hat der FC Bayern 13, der BVB zwölf Pflichtspiele bestritten. Während Dortmund aber einen Punkteschnitt von 2,67 und einen Toreschnitt von 3,08 pro Spiel vorzuweisen hat, sind es beim FC Bayern lediglich 2,23 Punkte und nur 2,0 Tore pro Partie.

Spiele

Siege

Remis

Niederlagen

Tore

Borussia Dortmund

12

10

2

0

37:13

FC Bayern

13

9

2

2

26:10

Fakt ist: Borussia Dortmund hat die deutlich besser Form, zeigt den attraktiveren Fußball und strahlt ein wenig mehr Ruhe aus als der FC Bayern. Woran liegt das? 

FC Bayern gegen Borussia Dortmund - die Erwartungshaltung

Auf der einen Seite der Serienmeister mit sechs Meisterschaften in Folge, auf der anderen Seite der letzte nicht-bayerische Titelträger, für den es in den vergangenen drei Jahren stets einen Rang nach unten ging - die Ausgangslagen vor der Saison 2018/19 waren beim FC Bayern und bei Borussia Borussia sehr unterschiedlich. An der Säbener Straße ist kaum Platz für Understatement, hier zählt nur eines: Rang eins. Und das möglichst in jedem nur erdenklichen Wettbewerb, möglichst souverän und mit attraktivem Spiel. Entsprechend hoch lastet der Druck auf den Roten - wobei sich das seit 2013 nicht verändert hat.

Bei Borussia Dortmund hingegen hieß das vorrangige Ziel Stabilität nach der Post-Tuchel-Saison, in der weder Peter Bosz noch Peter Stöger sich als Trainer des BVB durchsetzen konnten. Es sollte wieder eine klare Linie gefahren werden. Mit Blick auf die Tabelle stand die Qualifikation für den Europa-Pokal, bestmöglich der Champions League ganz oben auf der Liste. In Dortmund war von Beginn der Saison an klar: Der Neuaufbau würde Zeit benötigen, es gab keinen massiven Druck.

Während beim FC Bayern sofort geliefert werden muss, wurden in Dortmund keinerlei Wunderdinge erwartet - ein klarer Vorteil für die Borussia.

FC Bayern gegen Borussia Dortmund - neuer Trainer

Beide Mannschaft führten Trainerwechsel während der abgelaufenen Spielzeit durch, trennten sich wegen fehlender Erfolge von ihren alten Coaches und suchten sich neue Übungsleiter. Während die Maßnahme beim FC Bayern fruchtete und Jupp Heynckes die Roten wieder auf Kurs brachte, blieb Peter Stöger bei Borussia Dortmund letztlich nur die Übergangslösung zur Schadensbegrenzung. Sowohl FCB, als auch BVB verpflichteten neue Trainer für die Saison 2018/19.

Wachsam und erfolgreich sein, das ist die Marschroute von Niko Kovac beim FC Bayern München.

Mit Niko Kovac kam ein neuer Mann an die Säbener Straße, der zwar selbst einmal für den Verein gespielt hatte, in seiner Trainerlaufbahn aber noch ziemlich am Anfang steht. Beim FC Red Bull Salzburg war der 47-Jährige Jugend- und Co-Trainer, im kroatischen Verband U21- und schließlich Nationaltrainer, ehe er 2016 Cheftrainer von Eintracht Frankfurt wurde. Die Hessen formte er innerhalb von 14 Monaten von einem Relegationsteilnehmer zum DFB-Pokalsieger. Nach den Absagen von Thomas Tuchel und Heynckes wirkte Kovac allerdings in den Augen vieler Beobachter als B-Lösung, die noch über keinerlei Erfahrungen in der Königsklasse verfügt. Ebenfalls gehandelt worden war Julian Nagelsmann (31) als neuer FCB-Coach. Uli Hoeneß sagte im August allerdings über ihn: „Er wird sicherlich mal ein Trainer sein, der den FC Bayern trainieren kann, aber nicht jetzt.“ Stichwort: Erfahrung.

Lucien Favre hat gute Laune nach dem Traumstart mit dem BVB.

Borussia Dortmund hingegen bekam nach zähem Ringen seinen Wunschtrainer Lucien Favre. Im Gegensatz zu Kovac war er zwar nie Spieler des BVB, dafür aber kann er mit seinen 60 Jahren bereits massig Erfahrung als Trainer vorweisen. Mit dem FC Zürich wurde er Schweizer Meister und Pokalsieger, führte Borussia Mönchengladbach in Europa und Champions League, auch den OGC Nizza führte er in den Europapokal.

Favres Spielweise erinnert oftmals an die des FC Barcelona, er verfolgt einen klaren Plan und kann diesen seiner Mannschaft schnell vermitteln, für ihn war der Wechsel zum BVB ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter nach oben. Für Niko Kovac aber ist der Wechsel von der Eintracht nach München ein Quantensprung, hier muss er sich erst noch Respekt verschaffen. An dieser Stelle darf aber nicht die Serie von sieben Siegen in den ersten sieben Pflichtspielen des FC Bayern unter Kovac vergessen werden. Heißt: Potenzial ist da.

FC Bayern gegen Borussia Dortmund - die Transferpolitik

Unterschiedlicher hätten die Tätigkeiten der beiden großen deutschen Vereine auf dem Transfermarkt nicht sein können. Während der FC Bayern mit Serge Gnabry und Leon Goretzka zwar zwei große Talente ablösefrei nach München holte und mit Douglas Costa, Sebastian Rudy und Juan Bernat lediglich Ergänzungsspieler abgab, vollzog Borussia Dortmund eine Rundumerneuerung. Missverständnisse wie Andriy Yarmolenko, Gonzalo Castro, André Schürrle oder Nuri Sahin wurden abgegeben, dafür mit Thomas Delaney, Axel Witsel und schließlich Paco Alcacer frisches und hungriges Personal geholt. Hinzu kommen hoffnungsvolle Jungspieler wie Marius Wolf, Achraf Hakimi oder Jacob Brunn Larsen, die von hinten ordentlich Druck machen. Dortmund nahm satte 75 Millionen Euro für Neuzugänge in die Hand.

Paco Alcacer (r) und Achraf Hakimi jubeln im BVB-Trikot, sie sorgen bei der Borussia für frischen Wind auf dem Rasen.

Wie es scheint, hat Dortmund nicht nur einen erfolgreichen personellen Wechsel hinbekommen, sondern auch den Generationenwechsel mit Bravour eingeleitet. Ganz im Gegensatz zum FC Bayern, der - wie es scheint - diesen einmal mehr verpatzt hat. Spieler wie Anthony Martial (ManUnited), Julian Brandt (Leverkusen) oder Malcom (Bordeaux) kamen aus verschiedenen Gründen nicht nach München. Zusätzliches Verletzungspech sorgte dafür, dass weiterhin die „alte Garde“ einen Großteil der Partien bestreiten und die Kastanien aus dem Feuer holen muss. Kovac muss mit dem Kader, der ihm zur Verfügung steht, das Beste herausholen.

Die Momentaufnahme Ende Oktober spricht für die Strategie von Borussia Dortmund, doch sollte das Verletzungspech die Westfalen ebenfalls einmal treffen, wird sich die Stabilität der Überflieger beweisen müssen.

FC Bayern gegen Borussia Dortmund - frischer Wind in der Führungsetage

In der Führungsetage des FC Bayern München herrscht seit Jahrzehnten Stabilität. Uli Hoeneß (66) war von 1979 bis 2009 Manager, seither ist er (mit einer Unterbrechung während seiner Haftstrafe) Präsident. Karl-Heinz Rummenigge (63) war von 1991 bis 2002 Vize-Präsident, seither ist er Vorstandschef des FC Bayern. Das neueste Mitglied in der Chefetage ist Hasan Salihamidzic, der seit Sommer 2017 als Sportdirektor der Nachfolger des ein Jahr zuvor zurückgetretenen Matthias Sammer ist.

Matthias Sammer (r.) neben Uli Hoeneß während einer Pressekonferenz anlässlich seiner Präsentation (Archivbild vom 03.07.2012).

Genau dieser Matthias Sammer aber, der seine Meinung schonungslos auf den Tisch bringt und Probleme gnadenlos anspricht, ist nun zurück bei Borussia Dortmund. Seit Ende März wirkt er als externer Berater des Vereins, den er als Trainer 2002 zum Meistertitel führte. Er berät die Klubbosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc bei wichtigen sportlichen Fragen, ohne in das operative Geschäft hineinzuwirken. Zudem kehrte Ex-BVB-Spieler Sebastian Kehl im Sommer 2018 als Leiter der Lizenzspielerabteilung zurück. Beide brachten spürbar frischen Wind in die Chefetage der Borussia, der ihr einen ordentlichen Schub verpasst zu haben scheint.

Beim FC Bayern hingegen kehrt man weiterhin mit alten Besen. Zwar ist Salihamidzic ebenfalls ein renommierter Ex-Spieler des Vereins, ein Lautsprecher ist er jedoch nicht. Er wirkt neben Rummenigge und Hoeneß eher wie eine Ergänzung. Philipp Lahm galt als ganz heißer Kandidat für die Klubführung an der Säbener Straße, doch dieser habe für sich entschieden, „dass es nicht passt“, wie er zuletzt erklärte. Lahm wäre allerdings eine echte Legende mit eigener Meinung gewesen, dessen Wort im Verein Gewicht gehabt hätte. Spätestens nach der Wut-PK von Hoeneß und Rummenigge gegen die Medien werden die Stimmen rund um den FC Bayern lauter, dass in der Führung des Rekordmeisters die Zeit für einen Umbruch gekommen ist.

Hasan Salihamidzic (Mitte) ist neu in er Bayern-Führung zwischen Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß.

Am 10. November kommt es im Signal-Iduna-Park zum direkten Duell, dann empfängt Borussia Dortmund den FC Bayern München zum absoluten Bundesliga-Topspiel.

Florian Weiß

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