Scouts erlebten Freistoßtor live

Bayern beobachtet diesen Fußballartisten

+
Miralem Pjanic (M.) feiert seinen herrlichen Freistoßtreffer gegen Bayer Leverkusen.

München - Noch ein Mittelfeldspieler? Der FC Bayern verfügt bereits über ein Überangebot an Profis, die zwischen Abwehr und Sturm agieren können. Trotzdem sollen Münchner Scouts einen internationalen Topmann am Dienstag in der Champions League beobachtet haben.

Bernd Leno kennt das frustrierende Gefühl nur zu gut, wenn mal wieder ein Freistoß unhaltbar hinter ihm eingeschlagen hat. Der Leverkusener Torwart spielt bekanntlich gemeinsam mit Hakan Calhanoglu in einer Mannschaft - und im Bayer-Training fliegen ihm regelmäßig die Schüsse des türkischen Freistoßspezialisten um die Ohren.

Am Dienstagabend in der Champions League erlebte Leno dann eine Art Déjá-vu. Als der römische Mittelfeldspieler Miralem Pjanic sich in der 54. Minute die Kugel zum Freistoß bereitlegte, war Leno anschließend nur noch staunender Beobachter. Pjanic zwirbelte den Ball derartig kunstvoll um die Leverkusener Mauer, dass dem Bayer-Torwart nur noch eines übrig blieb: das Spielgerät nach der zwischenzeitlichen 3:2-Führung der Roma aus dem Netz zu holen.

Bayern-Beobachter beim 4:4 zwischen Bayer Leverkusen und AS Rom

Was das Ganze mit dem FC Bayern zu tun hat? Nach Informationen des italienischen Pay-TV-Senders Sky Sport Italia und des Online-Portals calciomercato.com hat der FC Bayern am Dienstag Beobachter in der Bayarena geschickt, um Pjanic genauer unter die Lupe zu nehmen.

Und was sie sahen, dürfte den Münchner Scouts gefallen haben. Denn Pjanic glänzte nicht nur als Kunstschütze und Vollstrecker beim 3:2, sondern bereitete zudem auch das 2:2 von Daniele de Rossi per Freistoßflanke vor. Der 25-jährige zentrale Mittelfeldspieler gilt beim AS Rom als Nachfolger von Klublegende Francesco Totti, trotz seines noch jungen Alters bringt er bereits viel internationale Erfahrung mit. 63 Mal spielte er für die Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas, kam in seiner Zeit beim FC Metz und Olympique Lyon 122 Mal in der französische Liga zum Einsatz und absolvierte seit 2011 93 Partien in der Serie A für die "Giallorossi".

Nicht nur Bayern an Pjanic interessiert

Pjanic' Klasse ist unbestritten, vor allem bei ruhenden Bällen. Zudem spricht er fließend Deutsch, da er seine Kindheit in Luxemburg verbrachte. Allerdings bleiben zwei Fragen offen.

Erstens: Was will der FC Bayern mit Pjanic? Das Angebot im Mittelfeld des deutschen Rekordmeisters ist mehr als üppig. Selbst wenn Xabi Alonso, Philipp Lahm, Franck Ribéry oder Arjen Robben in absehbarer Zeit ihre Karriere beenden oder zumindest den FCB verlassen, stehen mit Joshua Kimmich, Sebastian Rode oder Gianluca Gaudino leistungsfähige Talente bereits zur Verfügung. Auch ein David Alaba oder ein Thiago dürften noch relativ lange im Bayern-Trikot zu sehen sein.

Zweiter Knackpunkt: Würde die Roma einen ihrer wertvollsten Spieler einfach so ziehen lassen? Und wenn ja, zu wem? Bislang handelten sich alle Klubs, die sich für Pjanic interessierten, Absagen ein, darunter auch europäische Schwergewichte wie Manchester United oder der FC Liverpool. Auch die spanischen Topklubs Real und Atletico aus Madrid sowie der FC Barcelona sollen bereits ihre Fühler nach dem Supertechniker ausgestreckt haben. Pjanic steht in der italienischen Hauptstadt noch bis 2018 unter Vertrag, sein Marktwert beträgt laut "transfermarkt.de" 26 Millionen Euro. Ein potenzieller Käufer müsste allerdings wohl mindestens 40 Millionen auf den Tisch legen, um die Roma von einem Wechsel zu überzeugen.

Fazit: Gut möglich, dass der FC Bayern Pjanic hat beobachten lassen. Der Weg zu einem tatsächlichen Transfer scheint aber lang, steinig und sehr verborgen.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Nach Ancelotti-Trennung: Inter will Vidal im Winter holen
Nach Ancelotti-Trennung: Inter will Vidal im Winter holen
Trotz Kantersieg des FC Bayern: Heynckes äußert sich kritisch
Trotz Kantersieg des FC Bayern: Heynckes äußert sich kritisch
Bayern empfängt Celtic: So knackt Jupp die Schotten
Bayern empfängt Celtic: So knackt Jupp die Schotten

Kommentare