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Quarantäne trifft Musiala doppelt hart: Vom speziellen DFB-Plan hätte der FC Bayern profitiert

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Von: Philipp Kuserau

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Jamal Musiala musste wegen des Corona-Befunds von Niklas Süle das DFB-Quartier verlassen.
Jamal Musiala musste wegen des Corona-Befunds von Niklas Süle das DFB-Quartier verlassen. © Marcus Brandt/picture alliance/dpa

Wegen des positiven Corona-Befunds von Niklas Süle muss auch Jamal Musiala in Quarantäne. Eine vertane Chance für das Mega-Talent des FC Bayern, dessen Leistungen zuletzt schwankten.

München – Wer die ein oder andere US-Sportart verfolgt, wird mit Sicherheit mal über den Begriff „Rookie Wall“ gestolpert sein. Die Amerikaner sprechen von dieser zu Deutsch „Anfänger-Mauer“, wenn das Leistungsvermögen eines jungen Sportlers nach herausragenden Höhen plötzlich deutlich abfällt. Eben jenes Sport-Phänomen dürfte aktuell Shooting-Star Jamal Musiala durchleben. Musiala erlangte im Februar dieses Jahres seine Volljährigkeit und feierte nach sehr starken Leistungen beim FC Bayern im darauffolgenden Monat sein DFB-Debüt.

Musiala im Form-Tief? Nagelsmann: „Macht nichts schlechter als vor Wochen“

Seine Dynamik und Kreativität im Spiel, seine unfassbaren Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins gepaart mit Schnelligkeit und einer feinen Technik machen ihn zu einem Ausnahme-Fußballer. Ohne Frage: Mit Musiala haben sich die Bayern ein Mega-Talent geangelt. Doch mehrere Monate später scheint dem 18-Jährigen die Leichtigkeit seines Spiels ein wenig abhandengekommen zu sein. Brachte Musiala durch seine Einwechslung in der Regel neuen Schwung in das Bayern-Spiel, so vermisste man diesen zuletzt. Auch in der Startaufstellung hat man den in Stuttgart geborenen Youngster lange nicht mehr gesehen.

Hat sich Musiala also in der „Rookie Wall“ verfangen? Fest steht: Von einem Teenager nach seinem Durchbruch im Profi-Fußball konstant starke Leistungen zu fordern, wäre vermessen. Ein so junger Sportler braucht Zeit, um die Eindrücke und Erlebnisse bei den Bayern und bei der Nationalmannschaft zu verdauen. Zudem befinden sich Leroy Sané, Serge Gnabry und Kingsley Coman – allesamt in der Hackordnung vor Musiala – im Formhoch. Die Worte von Julian Nagelsmann verdeutlichen die komplexe Situation um Musiala. „Jamal macht nichts schlechter als vor Wochen. Die anderen machen es gerade einfach unheimlich gut, haben es auch verdient zu spielen.“

Video-Training statt WM-Qualifikation: Musiala nach Corona-Vorfall in Quarantäne

Umso mehr hätte dem Bayern-Juwel wohl aktuell ein wenig Spielzeit bei der deutschen Nationalmannschaft gutgetan. Die „Wohlfühl-Oase“ DFB hat bekanntlich schon oftmals Wunder bewirkt und den ein oder anderen Star aus seinem Formloch geholt. Der positive Corona-Befund von Niklas Süle machte Musiala jedoch einen Strich durch die Rechnung. Zusammen mit Süle, Joshua Kimmich und Serge Gnabry musste er das DFB-Quartier vorzeitig verlassen und befindet sich aktuell in Quarantäne.

Statt WM-Quali also Video-Training zu Hause. Laut einem Bericht der Bild hatte Bundestrainer Hansi Flick sogar geplant, Musiala in mindestens einem der beiden Länderspielen gegen Liechtenstein und Armenien in die Startelf zu packen. Eine vertane Chance für den Youngster, um Spielzeit zu sammeln und sich zeigen zu können. Warum Musiala in Quarantäne geschickt wurde, ist noch unklar. Es wird jedoch spekuliert, dass Musiala zu den wenigen Bayern-Spielern gehört, die bisher ungeimpft sind.

Musiala in Quarantäne: Wann kann Mega-Talent Comeback geben?

Wäre Musiala geimpft, so müsste er aller Voraussicht nach nicht in Quarantäne gehen. Laut Bild muss das Mega-Talent der Bayern noch bis mindestens Montag die Zeit in den eigenen vier Wänden totschlagen. Erst dann kann er sich „freitesten“ und wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren. Und dann wieder voll angreifen und an seine Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen? Das ist die Hoffnung der Bayern-Verantwortlichen und Fans. Der Fall eines anderen Bayern-Youngster macht jedenfalls Hoffnung.

Ähnlich erging es übrigens Alphonso Davies beim FC Bayern. Beim jungen Kanadier war nach seiner spektakulären Debüt-Saison beim FC Bayern urplötzlich Sand im Getriebe. Die enorm starken Leistungen konnte der heute 21-Jährige nicht mehr bestätigen, eine zähe Verletzung sorgte zudem für eine Entwicklungs-Unterbrechung. Doch blickt man auf die aktuellen Leistungen des Außenverteidigers, so lässt sich feststellen, dass er die „Rookie Wall“ mit Bravour überstiegen hat. Genau darauf hofft man nun auch bei Musiala. (kus)

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