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FCB-Boss Kahn unzufrieden mit Musiala? „Habe ihm gesagt, dass da mehr kommen muss“

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Von: Florian Schimak

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Jamal Musiala im Gespräch mit Bayern-Coach Julian Nagelsmann.
Jamal Musiala im Gespräch mit Bayern-Coach Julian Nagelsmann. © IMAGO / Passion2Press

Jamal Musiala überragt bei seinem Auftritt gegen den VfL Wolfsburg einmal mehr. Das bringt sogar den FCB-Boss ins Schwärmen. Und nicht nur ihn.

München - Man kennt ja den typischen Blick von Oliver Kahn, wenn er auf etwas angesprochen wird, das ihm nicht richtig passt. Ähnlich blickt der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern drein, wenn er einen Witz macht. Beim ehemaligen Welttorhüter weiß man im ersten Moment also nicht, ob er dann eine Aussage ernst meint oder ob es doch sein trockener Humor ist.

Bei seiner Einschätzung zum Auftritt von Jamal Musiala in der Allianz Arena am Sonntag beim Heimspieldebüt der Bayern gegen den VfL Wolfsburg war aber klar, dass der Titan diesen Satz definitiv als Witz meinte. „Ich habe ihn gerade noch in der Kabine getroffen“, sagte Kahn nach 2:0 über die Wölfe in der Mixed Zone und kniff dabei kahntypisch die Augen zusammen und fixierte einen Punkt im Hintergrund: „Ich habe ihm gesagt, dass da mehr kommen muss.“

Jamal Musiala: Kahn mit fieser Aussage nach Gala - „Habe ihm gesagt, dass da mehr kommen muss“

Nach einem solchen Auftritt stellt sich eigentlich nur abermals die Frage: Wo sind Musialas Grenzen? Sein Tor zum 1:0 war herausragend. Thomas Müller spielt ihm dabei mit dem Rücken zum Tor an, der 19-Jährige dreht, hart bedrängt von zwei Wolfsburgern, liegt schon fast auf dem Rasen, rappelt sich wieder auf und jagt die Kugel ansatzlos ins linke Eck. Ein Tor aus der Kategorie Weltklasse.

„Er ist super in die Saison gestartet“, fährt Kahn nach seiner Aussage und im Anschluss an die Lacher der Journalisten fort: „Das, was er im Moment spielt, ist schon ‚outstanding‘, also außergewöhnlich. Das Tor, was er macht, das sieht man auch nicht so oft, das war überragend“, so der Titan schwärmend. Vor allem „die Ruhe im Kopf“, hat Kahn an dieser Aktion so begeistert: „Es sind ganz viele Dinge, die im Moment zusammenkommen, die ihn so stark machen.“

Auch Hasan Salihamidzic war am Sonntag in den Katakomben der Allianz Arena „froh, dass wir einen solchen Spieler in unseren Reihen haben.“ Dass Musiala eine gewisse Klasse hat, das war schon längst bekannt, doch in dieser Spielzeit schwingt sich der Youngster auf, den Durchbruch beim FC Bayern zu schaffen. „Er bringt das Potenzial auf den Platz, es ist einfach klasse, wie er momentan spielt“, so Brazzo weiter: „Es ist eine Augenweide, ihm beim Spielen zuzusehen - und ich freue mich sehr, dass er bei uns spielt.“

Musiala mit Traumtor - Brazzo macht sich keine Sorgen: „Bei ihm habe ich überhaupt keine Angst“

Bedenken, dass Musiala in nächster Zeit abheben könnte, hat bei den Bayern aber niemand. „Er hat keine anderen Sachen im Kopf“, so Salihamidzic: „Er lebt für den Fußball. Wir unterhalten uns oft, bei ihm habe ich überhaupt keine Angst.“ Einen Aufpasser für Musiala braucht es schon gar nicht, wie Thomas Müller durchblicken ließ - und einen Mentor schon gar nicht.

Bestes Beispiel: Als der gefeierte Youngster die Mixed Zone betritt, bekommt man es zunächst nicht mit, weil sich Musiala gar nicht so wichtig nimmt - und so bleibt er am Ende nur beim Sky-Kollegen stehen und antwortet ganz zurückhaltend, dass er „im Flow bleiben möchte“. Auf Nachfrage von einem anderen Kollegen, ob er doch noch etwas sagen möchte, bittet er um Verzeihung: „Vielleicht beim nächsten Mal“ und entschuldigt sich fast dafür.

Video: Musiala und Müller treffen: Bayern gewinnt gegen Wolfsburg

Demut wird bei ihm groß geschrieben. Und wird ihm womöglich auch beigebracht. Müller sah bei Musialas Treffer nämlich gar „keine besondere Aktion“ des 19-Jährigen. „Das macht ihn ja so stark, dass er in den Aktionen drin bleibt“, erklärt der 32-Jährige die Bewegung des Youngsters. Eine Sache aber hat ihn dann doch überrascht: „Dass er ihn dann so trocken unten links reinhämmert, das war vom Feinsten. Ob der Weltmeister von 2014 dem Youngster noch etwas beibringen könnte, lacht Müller dann nur schelmisch weg.

Wo ist das Limit bei Musiala? Am 17. Oktober wird der Ballon d‘Or verliehen. Da steht Musiala zwar nicht auf der Shortlist, aber die Auszeichnung zum Golden Boy, dem besten Nachwuchsspieler, die könnte er sich holen, sollte er so weiter seine Leistung bringen. Bei dieser Frage aber tritt Kahn dann doch auf die Bremse: „Wir alle wissen, was wir an ihm haben. Aber es ist jetzt erst der 2. Spieltag.“

Dieses Mal weiß man aber nicht, ob diese Kahn-Aussage nicht eher eine Drohung ist. Ganz nach dem Motto: Haltet euch fest, dieser Junge wird noch besser. (smk)

Aus der Allianz Arena berichtet Florian Schimak

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