„Rücksicht auf das überragende Lebenswerk“

Wieder Attacken gegen Hoeneß? Stoiber äußert Bedenken und appelliert an Fans

Uli Hoeneß wird sich bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern in die zweite Reihe zurückziehen. Kommt es wie bei der JHV 2018 zu Anfeindungen?

Update vom 13. November 2019: Es war eine spektakuläre Wortmeldung: Bayern-Mitglied Johannes Bachmayr hatte Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung 2018 scharf für angebliche Klüngel und Patronage beim Rekordmeister kritisiert - und dafür reichlich Applaus aus dem Publikum erhalten.

FC Bayern: Anfeindungen gegen Uli Hoeneß bei JHV 2018

Später wurde publik, dass die harschen Äußerungen des Fans sowie weitere Anfeindungen bei der Mitgliederversammlung dem Präsidenten des FC Bayern richtig zugesetzt hatten. 

Unter anderem war damals im Audi Dome, wo die JHV stattfand, eine Nordkorea-Fahne zu sehen, mit der Aufschrift „Not my President“, zu Deutsch: „Nicht mein Präsident.“ Vor der JHV 2019 der Bayern richtete nun Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber einen eindringlichen Appell an die Fans. 

„Die vergangene Jahreshauptversammlung war nicht nur emotional, sondern es gab auch eine sehr polemische, unter die Gürtellinie gehende Wortmeldung“, sagte der ehemalige bayerische Ministerpräsident (CSU) der Sport Bild (Printausgabe): „Ich hoffe und gehe davon aus, dass sich das mit Rücksicht auf das überragende Lebenswerk von Uli Hoeneß für den FC Bayern am Freitag nicht wiederholen wird. Das wäre absolut unangemessen.“

Ob sich die Fans und Mitglieder zum Abschied des 67-Jährigen daran halten werden?

Vor Bayern-Rückzug: Uli Hoeneß über seinen größten Fehler

Update vom 10. November 2019: Bayern-Präsident Uli Hoeneß sorgt mit einem Spontan-Anruf beim „Doppelpass“ für einen TV-Hammer. Grund für seinen Auftritt: die Kritik an Hasan Salihamidzic.

Update vom 10. November 2019: Beim FC Bayern herrscht nach der Macht-Demonstration gegen Dortmund wieder eitel Sonnenschein. FCB-Präsident Uli Hoeneß verrät danach im ZDF-Sportstudio Details über das Aus von Niko Kovac.

München - Am 15. November wird Uli Hoeneß Zeit an der Spitze des FC Bayern nach 40 Jahren enden. Der Präsident der Münchner tritt nicht zur Wiederwahl an. Vor seinem Rückzug sprach der 67-Jährige mit dem Vereinsmagazins 51 (November-Ausgabe). 

FC Bayern: Hoeneß freut sich auf mehr Zeit mit seinen Enkelkindern

In dem Interview erklärte er, wie seine Zeit nach dem FCB aussehen werde. Er stehe dem Verein natürlich mit Rat zur Seite, aber wenn der nicht gebraucht werde, sei das ein gutes Zeichen. „Besonders freue ich mich auf noch mehr Zeit mit meinen Enkelkindern. Ich bin unter anderem Vorsitzender des Kuratoriums der Dominik-Brunner-Stiftung und sitze im Vorstand der FC Bayern Hilfe eV, werde weiter meine Vorträge halten, dazu Golfen und Schafkopfen - es wird nicht so sein, dass ich zu Hause vor dem Telefon sitze und warte, dass jemand anruft.“

Um seine Nachfolge macht er sich keine Sorgen. Hoeneß, der kürzlich offen von emotionalen Gesprächen mit Ex-Profi Sebastian Deisler berichtete, sieht den Verein bei Herbert Hainer und Oliver Kahn in guten Händen. Eine TV-Karriere strebt der Bayern-Macher nicht an: „Auf gar keinen Fall. Aber wenn ich Abstand zu allem habe, könnte ich mir vorstellen, mal wieder Gast bei einer politischen Talkrunde zu sein.“

Am Freitagabend sorgte der Bayern-Präsident darüber hinaus mit einer Kampfansage an die Bundesliga für Aufsehen.

Bayern-Präsident Hoeneß spricht über seinen größten Fehler

Auch wenn der gebürtige Ulmer maßgeblichen Anteil daran hat, den FC Bayern zu einem der größten und erfolgreichsten Sportvereine der Welt zu machen, ist nicht immer alles gut gelaufen in seinem Leben. 

„Mein allergrößter Fehler war meine Steuersache. Das bereue ich zutiefst, und Kritik daran ist höchst berechtigt“, gibt Hoeneß zu. Seine Familie gab ihm in der schweren Zeit im Gefängnis Halt. Damals konnte er viel nachdenken und über das Leben lernen. „So verrückt es klingt: Auch diese Zeit möchte ich nicht missen. In schweren Stunden erinnere ich mich an die Schicksale, die ich da mitbekommen habe. Einmal saß einer in meiner Kammer, obwohl er entlassen war. Er sagte, er wüsste nicht, wohin er soll. Keiner hat ihn abgeholt. Irgendwann saß er dann in einem Taxi. Ins Nirgendwo. Solche Erlebnisse gehen nicht spurlos an einem vorüber.“

Bevor er seine Haftstrafe antrat, wurde der Präsident bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern verabschiedet „Ich weiß auch noch, dass ich mich erst in letzter Sekunde entschieden hatte, im November 2013 zu der Versammlung zu gehen, auf der ich mich als Präsident verabschieden musste. Wäre ich nicht hingegangen, wäre ich sicher nicht mehr zurückgekehrt, denn dieser Zuspruch unserer Fans damals, hat mir eine ungemeine Kraft gegeben.“

Uli Hoeneß wurde von eigenem Spieler angegangen

In dem Interview erzählte Hoeneß auch eine weniger schöne Anekdote aus seiner Zeit als Bayern-Manager. 

Damals wurde er von einem seiner eigenen Spieler angegriffen: „Der Markus Babbel, der ging mir in Bremen in der Kabine mal an die Kehle. (...) Er hatte sich von Andi Herzog zweimal tunneln lassen. Da schnauzte ich ihn an: „Mach' mal deine Beine zu!“ Drei Spieler mussten ihn zurückhalten, aber er hatte mich schon am Kragen. Tags darauf gaben wir uns die Hand.“

Letztes Spiel beim Ex-Klub? So könnte Kovac gegen Frankfurt aufstellen

Für Bayern-Trainer Niko Kovac könnte das Spiel bei seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt zum Schicksalsspiel werden - er und die Mannschaft benötigen nach fünf enttäuschenden Partien infolge dringend einen Befreiungsschlag. Welchen Spielern vertraut Kovac und wie stellt er auf? 

Vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag gab es jedoch auch traurige Nachrichten zu verkünden, denn wie der deutsche Rekordmeister am Freitag mitteilte, trauert man um einen langjährigen Vizepräsidenten und eine  Klublegende und wird daher gegen Frankfurt mit Trauerflor auflaufen. 

md/pm

Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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