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„Er wollte Bayern trainieren“: Rummenigge plaudert über Gespräche mit Star-Coach

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Von: Christoph Klaucke

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Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge führte Gespräche mit Star-Trainer José Mourinho.
Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge führte Gespräche mit Star-Trainer José Mourinho. © Frank Hoermann/Imago

Er liebäugelte mit dem Trainerjob beim FC Bayern. Ex-Boss Karl-Heinz Rummenigge verrät nun, dass der Klub dem Star-Coach José Mourinho eine Abfuhr erteilte.

München - Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti - die Reihe illustrer, internationaler Trainernamen beim FC Bayern in den letzten Jahren ist lang. Beinahe hätte sich noch ein ganz besonderer Star-Coach in diese Liste eingetragen. Niemand geringeres als José Mourinho war einem Engagement beim deutschen Rekordmeister nicht abgeneigt.

Der „FC Hollywood“ und „The Special One“ zusammen auf der Bundesliga-Bühne und dem Königsklassen-Parkett? Eine Kombination, die das Publikum sicherlich zu unterhalten gewusst hätte. Doch zu einer Liaison kam es letztlich nie, weil der FC Bayern Mourinho einen Korb gab, wie Ex-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nun verriet.

FC Bayern: Mourinho wollte Trainer werden - Rummenigge erteilt ihm Abfuhr

„Mourinho war ein Kandidat. Er wollte nach Deutschland kommen, um Bayern zu trainieren“, sagte Rummenigge in einem Interview mit dem italienischen TV-Sender Rai. Genaue Angaben zum Zeitpunkt der Gespräche mit dem Portugiesen machte Rummenigge jedoch nicht, sprach lediglich von „vor einigen Jahren“.

Jedoch sei das „Feeling“ nie da gewesen, dass Mourinho der Richtige für die Bayern sei, erklärte Rummenigge auf Italienisch. „Auf mich hat er als Mensch immer einen guten Eindruck gemacht“, sagte der 66-Jährige. Aber: „Dann entschied man sich für ein anderes Profil mit anderen Eigenschaften, die mehr zu Bayern passen.“ Ein Wechsel blieb daher „nur eine Hypothese“.

FC Bayern: Mourinho als Nagelsmann-Back-up?

Mourinho trainiert seit Sommer den italienischen Topklub AS Rom, im April diesen Jahres wurde er bei Tottenham Hotspur entlassen. Just zur selben Zeit suchte der FC Bayern nach dem Rücktrittsgesuch von Hansi Flick einen neuen Trainer - die Wahl fiel bekanntermaßen auf Julian Nagelsmann. Womöglich haben sich die Bayern vor dessen Zusage auch mit dem Portugiesen beschäftigt - Mourinho als Nagelsmann-Back-up? Ein verrücktes Szenario. Dagegen spricht Rummenigges Einordnung, dass der Kontakt „vor einigen Jahren“ bestand.

Wenn man auf die Trainerhistorie der Bayern in den letzten Jahren zurückblickt, kamen eigentlich nur zwei Zeitfenster für ein mögliches Mourinho-Engagement in München in Betracht. Pep Guardiola kündigte 2016 nach dreijähriger Amtszeit seinen Abschied an und wechselte zu Manchester City, ein Nachfolger musste her. Mourinho war im Dezember 2015 bei Chelsea entlassen worden und verfügbar. Am Ende übernahm er im Sommer Manchester United, die Bayern entschieden sich für Ancelotti.

Die zweite Chance auf eine Zusammenarbeit bestand wohl vor ziemlich genau zwei Jahren. Mourinho war nach seiner Entlassung bei United fast ein Jahr arbeitslos, als die Bayern Anfang November 2019 die Reißleine bei Niko Kovac zogen und Hansi Flick zunächst als Interimstrainer installierten. Flick überzeugte die Bosse damals auf Anhieb und beeindruckte in seinem zweiten Spiel mit einem 4:0 gegen Dortmund. Nur wenige Tage später unterschrieb Mourinho bei Tottenham. Zufall?

FC Bayern: Rummenigge lobt Trainer Mourinho - Rauswurf in Rom droht

Mit den Klubverantwortlichen des FC Bayern lieferte sich Mourinho in der Vergangenheit immer wieder einige Auseinandersetzungen. Rummenigge nannte einst das Verhalten des extrovertierten Trainers „unverschämt“. Auch Uli Hoeneß polterte öfter gegen Mourinho. 2010 fügte Mourinho den Bayern mit Inter Mailand eine schmerzvolle Niederlage im Finale der Champions League zu.

Womöglich standen die zwischenmenschlichen Probleme einer geschäftlichen Beziehung im Wege. Rummenigge meinte noch, er hoffe, dass Mourinho in Rom Erfolg haben werde, denn er brauche Siege wie das tägliche Brot. „Ich respektiere Mourinho sehr und hoffe, dass er mit Rom gut abschneidet, weil er ein großartiger Trainer ist“, sagte der Ex-Bayern-Boss.

Mourinho ist mit der Roma nach starkem Saisonstart auf Platz sechs hinter Stadtrivale Lazio abgerutscht. Die Fans der Giallorossi hatten ihn vor der Saison noch sehnsüchtig erwartet, mittlerweile muss der 58-Jährige um seinen Job bangen. Ende Oktober musste Mourinho außerdem mit der 1:6-Auswärtspleite gegen den norwegischen Klub FK Bodö/Glimt in der Europa Conference League nach über 1000 Spielen als Trainer eine historische Niederlage einstecken. (ck)

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