Julian Green hat alles richtig gemacht

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Salvador da Bahia, 107. Minute: Julian Green trifft zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt zum 1:2 für die USA.

München - Bei seinem ersten (und gleichzeitig letzten) WM-Auftritt hinterlässt der Miesbacher Julian Green bleibenden Eindruck.

Ein entschlossener Sprint, ein kurzer Blick und eine einzige, gekonnte Ballberührung. Mehr brauchte der Miesbacher Julian Green nicht, um bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Mit seinem allerersten Ballkontakt bei diesem Turnier erzielte der 19-Jährige am Dienstagabend im Achtelfinale den 1:2-Anschlusstreffer gegen Belgien.

Er ließ damit seine Mannschaft, ja: eine ganze Nation noch einmal kurz hoffen. Doch es reichte nicht. Es blieb beim 1:2, die WM war für Green nach nur einer Viertelstunde Einsatzzeit beendet. So enttäuschend das Ausscheiden für den jüngsten US-amerikanischen Torschützen der WM-Geschichte auch war, Green hat sich ganz sicher nichts vorzuwerfen. Der Miesbacher, zur zweiten Halbzeit der Verlängerung eingewechselt, forderte von der ersten Sekunde an die Bälle, war präsent und ging in Eins-gegen-Eins-Situationen. Von Nervosität keine Spur. Green erzielte nicht nur das Tor, sondern brachte alle seine Pässe an den Mann und bereitete auch zwei weitere Chancen vor. Kurz: Er machte alles richtig. Und schied trotzdem aus.

Natürlich wirft Greens Leistung die Frage auf, ob US-Coach Jürgen Klinsmann den Deutsch-Amerikaner nicht schon früher hätte bringen können. Fest steht, dass er mit seinem Auftritt die begeisternde Schlussphase eines bis zur letzten Sekunde spannenden Achtelfinals einläutete. Und sicher hat er auch dazu beigetragen, dass in den USA die Fußball-Begeisterung ein neues Level erreicht hat. Präsident Barack Obama verfolgte die Spiele der Nationalmannschaft sogar in der Air Force One. Basketball-Star Kobe Bryant feuerte die USA während des Spiels gegen Belgien über den Kurznachrichtendienst Twitter an. Und Julian Green? Macht jetzt erst einmal Urlaub. Dann will er sich beim FC Bayern München beweisen. Die Konkurrenten auf seiner Position heißen derzeit Franck Ribéry, Mario Götze und Xherdan Shaqiri. Auf in die nächste Herausforderung.

LANDRAT WOLFGANG RZEHAK ZU BEGINN DER GESTRIGEN KREISAUSSCHUSSSITZUNG:

„Julian Green war als kleiner Bub ein Nachbar von mir. Wir haben in Miesbach Tür an Tür gewohnt. Schade, dass er nicht weiter beim TEV Eishockey gespielt hat, sonst wären die heute wahrscheinlich in der DEL.“

Wie Greens ehemaliger Jugendtrainer Peter Wagner von der SG Hausham das Tor erlebt hat, lesen Sie hier.

 

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