Abmahnung nicht unterschrieben

Nächster Eklat um Bayern-Leihgabe Green

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Julian Green ist seit Januar 2014 Profi beim FC Bayern und hat beim Rekordmeister noch einen Vertrag bis 30. Juni 2017.

München - Die Beziehung zwischen dem Hamburger SV und Julian Green ist offenbar nachhaltig gestört. Der Leihspieler vom FC Bayern erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Bundesliga-Dinos.

Es hätte für alle Beteiligten ein gutes Geschäft sein können: Der bei der WM als Torschütze der US-amerikanischen Nationalmannschaft ins Rampenlicht gerückte Angreifer Julian Green lässt sich angesichts der starken Konkurrenz bei seinem Stammverein FC Bayern zum Traditionsklub Hamburger SV ausleihen, um dort Spielpraxis zu sammeln und als gereifter Bundesligaspieler dann im Sommer 2015 wieder nach München zurückzukehren. So weit die Theorie.

"Ich habe das nicht unterschrieben, aber meine Meinung gesagt"

In der Praxis dürften hingegen inzwischen weder der Spieler noch der HSV noch der FC Bayern mit dem Leihgeschäft zufrieden sein. Erst fünf Mal kam der 19-Jährige für den HSV in der Liga zum Einsatz, keine einzige Partie spielte er durch. Stattdessen schickten ihn die HSV-Verantwortlichen in die U23 - eine Maßnahme, die Green ablehnte und damit erneuten Ärger provozierte.

Denn wie Green nun gegenüber der Wochenzeitung "Zeit" offenbarte, legten ihm HSV-Coach Joe Zinnbauer und Sportdirektor Peter Knäbel als Reaktion auf seine Weigerung eine Abmahnung vor, die er habe unterschreiben sollen. "Auf dem Zettel stand Abmahnung, und es stand dort, wenn ich noch einmal aufgefordert würde, in der zweiten Mannschaft zu spielen, dann müsse ich das machen, weil ich verpflichtet sei", so Green: "Ich habe das nicht unterschrieben, aber meine Meinung gesagt."

Auch wenn von HSV-Seite niemand diesen Vorgang kommentieren wollte, scheint das Tischtuch zwischen den Norddeutschen und dem jungen Stürmer endgültig zerschnitten. Bereits Mitte Februar hatte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge seine Überraschung über die Entwicklung geäußert. "Wir leihen unsere Spieler aus, damit sie in der höchsten Klasse zum Einsatz kommen und sich weiterentwickeln. Das ist nun nicht der Fall", sagte der 59-Jährige. „Wir können und wollen dem Trainer des HSV natürlich nicht in seine Aufstellung reinreden. Nichtsdestotrotz ist diese Entwicklung bedauerlich."

FC Bayern verdient an Greens Bankdrückerdasein

Rein finanziell könnte der FC Bayern allerdings trotzdem von der "bedauerlichen Entwicklung" profitieren. Wie die "Sport Bild" berichtete, erhöht sich die Leihsumme von 150.000 Euro, die die Hamburger an die Münchner entrichten müssen, mit jedem Spiel, in dem Green auf der Tribüne sitzt. Eine gängige Praxis im Profigeschäft. Der verleihende Verein erhöht dadurch die Chancen, dass sein Spieler eingesetzt wird. Im Gegenzug reduziert sich die Leihsumme, je öfter der Spieler auflaufen darf.

Bei Green ist nun das komplette Gegenteil der Fall. Am Ende könnte der Bundesliga-Dino dazu verpflichtet sein, das Doppelte der ursprünglichen Summe nach München zu überweisen. Für die Bayern zwar Peanuts, für den HSV in seiner finanziell sehr angespannten Lage hingegen sicherlich nicht zu vernachlässigen. Bedenkt man vor allem, dass die Hamburger Green bei entsprechenden Einsatzzeiten wohl zum Nulltarif bekommen hätten.

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