FCB-Coach wird sich duzen lassen

Nagelsmann sorgt für Aufbruchstimmung - Hoeneß feiert ihn jetzt schon ab: „Habe ein richtig gutes Gefühl“

Der neue Cheftrainer des Rekordmeisters gilt als Königstransfer für die Münchner. Er wird gelobt von Uli Hoeneß und große Erwartungen sind mit seiner neuen Gangart an der Säbener Straße verknüpft.

München – Dass Julian Nagelsmann* (33) als neuer Chefcoach des FC Bayern frischen Wind auf den Platz bringt, war in den ersten Trainingseinheiten an der Säbener Straße gut zu sehen – und hören. Doch Nagelsmann sorgt auch hinter den Kulissen der Münchner Klubzentrale für Bewegung, wie Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß* im Doppelpass verraten hat: „Ich spüre aktuell eine gewisse Aufbruchstimmung bei uns im Verein. Ich habe mich mit Julian Nagelsmann unterhalten und habe bei ihm ein richtig gutes Gefühl.“

FC Bayern: Julian Nagelsmann sorgt für Aufbruchstimmung

Hoeneß gefällt die unbekümmerte und aufgeschlossene Art, wie Nagelsmann auch den Bossen um Vorstandschef Oliver Kahn*, Sportvorstand Hasan Salihamidzic* und Präsident Herbert Hainer gegenübertritt. Die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters hoffen freilich auf eine neue Bayern-Ära unter Nagelsmann, auch wenn man diese laut Hoeneß auch gerne mit Hansi Flick* eingeleitet hätte: „Nach seiner Möglichkeit zum DFB zu gehen, war es ein Glückszustand für uns, dass Nagelsmann ein echter Bayern-Fan ist, das könnte richtig gut werden.“ Wie schon Vorstandsboss Kahn erhofft sich auch Hoeneß, dass Nagelsmann es schafft, wieder vermehrt Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bei den Profis zu integrieren.

FC Bayern: Spagat nach finanziellen Einbußen wegen der Corona-Pandemie

Dieser Wunsch rührt auch aus den finanziellen Einbußen wegen der Corona-Pandemie. „Es ist ein Spagat. Der Erfolgsdruck bleibt. Wir werden keine Jugend-Nationalmannschaft aus dem FC Bayern machen. Aber wenn man nur ein paar Neuverpflichtungen macht, dann hat die Jugend eine größere Chance“, erklärt der Ehrenpräsident. Die finanziellen Verluste und das weitere Vorgehen in Sachen Transfers will die Bayern-Führung laut Hoeneß im Frühling 2022 analysieren: „Danach kann man wieder richtig investieren, aktuell investierst du ins Blaue hinein. Die Klubs mit Investoren können das machen, aber wir wollen das gar nicht.“ Und bis dahin setzt man beim FC Bayern die Hoffnung in Königstransfer Julian Nagelsmann.

Wird für seine aufgeschlossene Art geschätzt: Julian Nagelsmann (r.), mit Neuzugang Dayot Upamecano und Tanguy Nianzou (l.).

Seinen zuweilen extravaganten Kleidungsstil will Nagelsmann in München* etwas defensiver gestalten. „Jetzt bin ich bei einem der größten Clubs der Welt. Da werde ich vermutlich nicht mehr mit der bunten Jacke auflaufen, die ich vielleicht bei meinen vorherigen Klubs mal anhatte“, sagte Nagelsmann. Er werde sich aber „als Typ auch nicht völlig verändern“. Bezüglich der Anrede durch die Spieler gab sich Nagelsmann, der jünger ist als etwa Kapitän Manuel Neuer* (35), entspannt: „Die Spieler dürfen mich gerne duzen, ich höre meinen Vornamen tatsächlich auch lieber als meinen Nachnamen.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © MIS

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare