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FC Bayern in der Katar-Falle: Fans setzen Kahn massiv unter Druck - „Hauptsache der Rubel rollt“

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Von: Jonas Raab

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Beim 2:1 gegen den SC Freiburg protestierten die Bayern-Ultras mit einem denkwürdigen Banner gegen den Katar-Deal des Klubs.
Da schaut auch Leroy Sané: Beim 2:1 gegen den SC Freiburg protestierten die Bayern-Ultras mit einem denkwürdigen Banner gegen den Katar-Deal des Klubs. © ULMER Pressebildagentur/imago

Bei Bayern-Fans wächst der Widerstand gegen die umstrittenen Geschäftsbeziehungen des Klubs mit Katar. Bei der Jahreshauptversammlung kommt ein pikanter Antrag auf den Tisch.

München - „Für Geld waschen wir alles rein.“ Am Wochenende machten die Bayern-Ultras einmal mehr deutlich, was sie von den Geschäftsbeziehungen ihres Vereins mit dem Wüstenstaat Katar halten. In der zweiten Hälfte der Bundesligapartie gegen Freiburg zierte ein riesengroßes Plakat die Südkurve. Die Karikatur, die darauf zu sehen ist, zeigt Oliver Kahn und Herbert Hainer, zwei prallgefüllte Geldkoffer und jede Menge Blut, das die beiden Bayern-Bosse von blutigen Hemden waschen. Nun droht die Eskalation.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bayern-Anhänger massiv Front gegen den Sponsoring-Deal des Klubs mit dem umstrittenen WM-Ausrichter machen. Bei der Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters am 25. November kommt ein pikanter Fan-Antrag auf den Tisch, der über die Zukunft der umstrittenen Geschäftsbeziehungen entscheidet. Dem Rekordmeister stehen hitzige Debatten ins Haus.

FC Bayern sagt Trainingslager in Katar ab - und schickt die Frauenmannschaft in die Wüste

Laut Bild spült der Sponsoring-Deal mit der staatlichen Fluggesellschaft Qatar Airways aus Doha jährlich rund 17 Millionen Euro in die Kassen des FC Bayern. Er wurde 2018 abgeschlossen. Seitdem ziert das Logo der Staatsairline unter anderem den Ärmel des Bayern-Trikots. Auch ein jährliches Trainingslager in Doha gehört zum Deal. Das lassen die Bayern-Stars in diesem Winter zwar zum wiederholten Mal wegen der Pandemie und der kurzen Winterpause sausen, schicken dafür aber die Frauenmannschaft als Vertretung in die Wüste.

Der Vertrag mit Qatar Airways läuft noch bis 2023. Eine Faninitiative will dafür sorgen, dass er nicht verlängert wird. „Wir wollen präventive Maßnahmen ergreifen, um einen neuen Abschluss zu verhindern“, sagte Michael Ott, Initiator des Antrags, dem Sport-Informations-Dienst (SID). Katar stehe für massive Menschenrechtsverletzungen, zudem gebe es schwere Vorwürfe von Korruption im Sport, hieß es in einer Mitteilung der kritischen Anhänger.

Katar-Sponsoring: FC Bayern droht ungemütliche Jahreshauptversammlung: Geld oder Liebe?

Die Bayern-Bosse um Oliver Kahn und Herbert Hainer befinden sich in der Zwickmühle. Greifen sie nach den Millionen aus sogenannten Schurkenstaaten wie Katar, um weiterhin mit Scheich-Klubs wie Manchester City, Paris St. Germain oder seit neuestem Newcastle United mithalten zu können und ziehen sich damit den Ärger der Fans zu? Oder verzichten sie künftig auf diese finanziellen Zuwendungen und gewinnen dadurch die Zuneigung der Fans? Für die Bayern-Bosse geht es um die Frage: Geld oder Liebe?

Die Faninitiative wirft dem FC Bayern vor, durch die Geschäftsbeziehungen mit Katar „von den Missständen abzulenken“ und ein modernes, weltoffenes Bild von dem Land zu verbreiten, das wegen Menschenrechtsverletzungen, der Benachteiligung von Frauen und andersdenkenden Personen stark in der Kritik steht. Auch in den sozialen Medien sorgt das Thema für Wirbel: „Wer sich von Qatar sponsern lässt, akzeptiert denn Terror“, schreibt ein Twitter-User und beendet seinen Post mit den sarkastischen Worten: „Aber scheiß drauf, Hauptsache der Rubel rollt.“

FC Bayern kontert Fankritik wegen Qatar-Deal: „Wandel durch Annäherung“

Die Entscheider an der Säbener Straße sehen das anders. Der Verein versuche, die Missstände „im Dialog zu besprechen“, betonte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:1 gegen Freiburg. Es ist der Kurs, an dem die Bayern schon seit Längerem festhalten. Herbert Hainer weist immer wieder auf einen „respektvollen Dialog“ mit Katar hin: „Nach dem Motto: Wandel durch Annäherung.“ (jo/SID)

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