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FC Bayern: Rummenigge nimmt Katar-Sponsoring in Schutz - „War nie ein Pharisäer“

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Von: Patrick Freiwah

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Karl-Heinz Rummenigge nimmt FC-Bayern-Sponsor Katar in Schutz. Außerdem bezieht er Stellung zum Gehälter-Wahnsinn und richtet einen Appell an Fifa, Uefa und Co.

München - Schon länger steht der FC Bayern München aufgrund der Partnerschaft mit dem Wüstenstaat Katar in der Kritik. Am 11. Spieltag am Rande der Bundesligapartie gegen Freiburg ging sogar ein Plakat in der eigenen Fankurve mit den FCB-Verantwortlichen hart ins Gericht.

Die umstrittene Zusammenarbeit rückt wenige Wochen vor der Ende November anberaumten Jahreshauptversammlung zurück in die Öffentlichkeit: Ein Anhänger der Münchner möchte dort nämlich dem Katar-Sponsoring per Antrag ein Ende bereiten. Vor diesem Hintergrund bezog nun Ex-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit WDR 2 Stellung.

„Wir haben gutes Geld für Bayern München aus diesem Vertrag bekommen. Und dieses Geld ist in einer gewissen Notwendigkeit auch wichtig, um die Spieler zu bezahlen, damit man auch gute Qualität auf dem Platz hat“, ließ der 66-Jährige wissen. Der Zweck heilige also die Mittel, so die offenkundige Meinung der Münchner Führungsetage.

FC Bayern und Katar: Trotz 50+1-Regel mit schwerreichen Klubs mithalten

Außerdem erklärte Rummenigge, dass er in diesem Hinblick nie ein „Pharisäer“ gewesen sei, „wenn ich das mal so sagen darf“. Doch was meint er damit? „Heuchelnd“, „scheinheilig“ und „verlogen“, ergibt der Blick auf entsprechende Websites. Dem FC Bayern gehe es letztlich darum, mit den schwerreichen Topklubs im Kampf um die Champions-League-Trophäe konkurrenzfähig zu bleiben.

Dabei lassen sich die Aussagen des FCB-Vorstandsvorsitzenden auch dahingehend interpretieren, dass er eine Niederlegung der 50+1-Regel begrüße. Dass die breite Öffnung der Bundesliga für Investoren die Wettbewerbsfähigkeit verstärken, dürfte ohnehin klar sein.

Gleichwohl ist Rummenigge der Ansicht, dass es im Land des WM-Ausrichters 2022 „von allen arabischen Staaten die größten Verbesserungen in Sachen Menschen- und Arbeitsrecht“ gäbe. Zwar sei der Standard in dem arabischen Staat noch bei weitem nicht auf dem europäischen Niveau, doch „wir in Deutschland haben 100 Jahre gebraucht“, um dies zu vollbringen. Weil Katar ein junger Staat sei, müsse man deshalb „Geduld haben“.

Kritik aus den eigenen Fanreihen für den FC Bayern am Rande der Bundesligapartie gegen den SC Freiburg
Kritik aus den eigenen Fanreihen für den FC Bayern am Rande der Bundesligapartie gegen den SC Freiburg. © Eibner-Pressefoto/Sascha Walther/Imago

FC Bayern: Rummenigge erneuert Forderung nach Gehaltsobergrenze

In einem weiteren Interview verstärkt Rummenigge als Mitglied der UEFA-Exekutive seine Forderung nach einem Umdenken im internationalen Fußball. „Wir müssen die Ausgaben reduzieren, vor allem bei den Gehältern. Wenn wir so weitermachen, bleibt der Fußball der letzte und einzige Wirtschaftssektor, der ständig Geld verliert“, warnt der Funktionär gegenüber Gazzetta dello Sport.

Dabei richtet er einen Appell an die großen Fußballverbände, lässt aber auch die nationalen Ligen nicht außen vor: „FIFA, UEFA, ECA und die Ligen müssen eine gemeinsame Linie entwickeln. Eine intelligente Zusammenarbeit ist notwendig, um eine Lösung zu finden, die dem Fußball einen Ausweg aus dem Tunnel weisen kann“, so Rummenigge weiter. Zuletzt hatte sich bereits Oliver Kahn, sein Nachfolger als Vorstandsboss von Bayern München, für eine Gehaltsobergrenze im Profifußball stark gemacht. (PF)

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