In der EM-Quali dabei

Bayern-Keeper Ulreich extrem selbstbewusst: Deshalb sieht er sich zurecht bei der DFB-Elf

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Sven Ulreich im DFB-Dress.

Sven Ulreich gehört zum DFB-Aufgebot für die EM-Quali-Spiele gegen Weißrussland und Estland. Im Vorfeld gibt er sich enorm selbstbewusst.

Update vom 6. Juni, 17.34 Uhr: Sven Ulreich wurde erstmals in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen. Er wechselte 2015 zum FC Bayern München und ist dort hinter Manuel Neuer die Nummer 2. Wegen der vielen Verletzungen des Kapitäns hatte Ulreich zuletzt einige Einsätze. „Ich habe beim FC Bayern in den vergangenen Jahren viel mehr gespielt, als man das vorher vielleicht geglaubt hätte“, sagte Ulreich nun gegenüber der Stuttgarter Zeitung

Der 30-Jährige gibt sich sehr selbstbewusst: „Ich habe gute Leistungen auf höchstem Niveau gebracht, deshalb ist es auch ein Stück weit verdient, dass ich hier mal reinschnuppern darf. Wenn man mit dem Fußballspielen anfängt, ist es immer ein Traum, irgendwann mal zum Kreis der Nationalmannschaft zu zählen - ich genieße die Zeit und freue mich sehr.“ Beim DFB lernt Ulreich jetzt Spieler kennen, die vielleicht auch bald mit ihm beim FC Bayern auf dem Platz stehen - Leroy Sané und Kai Havertz. Auf internationaler Ebene sollen die Münchner auch noch an einem Liverpool-Star dran sein.

Erstmals im DFB-Kader: Aus diesen vier Gründen soll Ulreich nominiert worden sein

Update vom 3. Juni, 12.30 Uhr: So ein bisschen unerwartet kam Sven Ulreichs erste Berufung in die Nationalmannschaft im Alter von 30 Jahren schon. Es gibt aber mehrere gute Gründe, warum sich das Trainerteam um Joachim Löw für den Ersatz-Keeper des FC Bayern entschieden hat - gleich vier zählt die Bild auf.

Demnach hätten die starken Leistungen als Vertreter von Manuel Neuer überzeugt, Ulreich habe „fast immer Top-Leistungen auf höchstem Niveau“ geboten. Zudem seien die größten Talente aufgrund der U21-EM gebunden - Alexander Nübel von Schalke 04, Florian Müller vom 1. FSV Mainz 05 und Markus Schubert von Dynamo Dresden gehören dem Aufgebot von U21-Coach Stefan Kuntz an.

Außerdem solle der Kreis der möglichen Nationalkeeper laut Bild möglichst klein gehalten werden. So hätten andere Kandidaten wie Hoffenheims Oliver Baumann oder der Kölner Timo Horn „nicht dauerhauft konstante Leistungen“ gezeigt und sollten sich durch eine mögliche Nominierung nicht „falsche Hoffnungen machen“.

Nicht zu unterschätzen sei zudem der schwierige Zeitpunkt. Während andere Kandidaten bereits seit zwei Wochen nicht mehr trainiert hätten und schon urlauben würden, sei Ulreich noch voll im Saft. Zwar hatte der Ex-Stuttgarter das Pokalfinale von der Bank aus verfolgt, hatte bei den anschließenden Bayern-Testspielen jedoch seine Einsatzzeit bekommen.

Update vom 3. Juni, 11.44 Uhr: Aus dem Familien-Urlaub wurde nichts. Stattdessen darf Sven Ulreich erstmals zur Nationalmannschaft reisen. 

Dabei kam die Nominierung für ihn persönlich „sehr überraschend“, wie er dem kicker verriet. „Für mich ist das eine Ehre, ich freue mich auf die Zeit dort und gebe Gas“, so der 30-Jährige, der in den vergangenen zwei Jahren mehr Spiele für den FC Bayern bestritt als Manuel Neuer. 

Anfang konnten viele Fans und Experten seinen Wechsel zum FC Bayern nicht nachvollziehen. „Ich hatte bei meiner Entscheidung immer die Hoffnung auf Einsätze. Die Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass Bayern zwei starke Torhüter hat. Ich habe viel richtig gemacht“, so Ulreich weiter. 

Ob er in den Spielen gegen Weißrussland (8. Juni) oder Estland (11. Juni) zum Einsatz kommt, darf allerdings aktuell bezweifelt werden. Manuel Neuer und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) sind nämlich fit.  

Erstmals im DFB-Kader: Bayerns Ersatztorhüter fährt zur Nationalmannschaft - „Berufung verdient“

Erstmeldung vom 1. Juni: Frankfurt am Main - „Wenn er in dieser Saison gebraucht wurde, war er da und hat beim FC Bayern Top-Leistungen gezeigt. Das ist eine große Qualität“, schwärmt DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Sven hat sich diese Berufung verdient.“

Der ehemalige Stuttgarter Sven Ulreich hat es zum ersten Mal in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft geschafft. Die Verletzungen von Bernd Leno und Marc-André ter Stegen haben den 30-Jährigen in die Mannschaft gespült. So kann sich Manuel Neuer bei den EM-Qualifikationsspielen gegen Weißrussland und Estland auf seinen gewohnten Ersatzmann verlassen.  

Nichts Neues also für Ulreich, der in der Vergangenheit immer wieder für Neuer einspringen durfte. Während er im Vorjahr noch ein paar Wackler in seinen ersten Einsätzen nach der langwierigen Fußverletzung des Bayern-Kapitäns zeigte, stabilisierten sich Ulreichs Leistungen immer mehr. In dieser Saison bewies er dann, dass er aus dem Stand zur Höchstform fähig ist, beste Voraussetzungen also auch für die Rolle in der Nationalmannschaft.

Vor Bundestrainer Joachim Löw kann sich Ulreich allerdings leider nicht präsentieren. Der Weltmeister-Coach verpasst beide Quali-Spiele und muss sie aus dem Krankenbett verfolgen.

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