So läufts in Corona-Zeiten

Mit dem FC Bayern bei der Klub-WM: Kult-Fan berichtet vom Stadionerlebnis in Katar

Michael Zeman steht vor dem WM-Stadion in Katar.
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Kutten-Träger Michael Zeman alias Buschmann vor dem WM-Stadion in Katar.

Bayern-Fan Buschmann ist in Doha bei der Klub-WM zu Gast. In der tz verrät er, wie er dorthin kommt und wie der Stadionbesuch in Corona-Zeiten abläuft.

  • Michael Zeman alias Buschmann begleitet den FC Bayern zur Klub-WM nach Katar.
  • Nach dem Halbfinale gegen Al Ahly erzählt der Kult-Fan in der tz, wie es im Stadion zuging.
  • Zeman berichtet von seiner FIFA-Einladung und besonderen Zugangsbeschränkungen.

München - Genau 12000 Zuschauer waren am Montagabend live dabei, als der FC Bayern den Einzug ins Finale der Klub-WM perfekt machte. Mittendrin im Ahmed bin Ali Stadium: Michael Zeman (56), besser bekannt unter seinem Spitznamen Buschmann. Der Bayern-Fan mit der Kutte ist im Münchner Lager längst eine Institution, jetzt ist er auf Visite in Katar, dem Gastgeberland der WM 2022.

Buschmann kommt vor lauter Bayern-Liebe gerne auch mal selbst auf ungewöhnliche Ideen: Die US-Tour seines Klubs im Sommer 2019 begleitete er per Roadtrip. Nach Doha wäre der Pensionär aber nicht gefahren, doch dann flatterte ihm eine Einladung des WM-Komitees und von dessen Chef Nasser Al-Khater ins E-Mail-Postfach. „Es war der absolute Hammer, als ich diese Nachricht bekommen habe“, erzählt Buschmann, als die tz ihn in Katar erreicht. „Ohne eine spezielle Genehmigung kommt man derzeit gar nicht ins Land.“ Der Kutten-Fan aber ist im Wüstenstaat bekannt, begleitet den FC Bayern regelmäßig zum Trainingslager dort und war auch schon in katarischen TV-Shows zu Gast.

FC Bayern: Kult-Fan braucht negativen Corona-Test für Stadionbesuch

Am 2. Februar kam Buschmann in Doha an, am Tag des Halbfinals gegen Al Ahly (8. Februar) durfte er sein Hotelzimmer erstmals verlassen. „Ich habe Essen aufs Zimmer bekommen und einen Balkon mit Blick aufs Meer“, sagt der Kult-Fan. „Tagsüber lag ich viele Stunden in der Sonne, abends habe ich mir alle Spiele der Klub-WM angeschaut.“ Am Montag dann machte Buschmann, der im offiziellen FIFA-Hotel untergebracht ist, einen Corona-Test. Das ist Voraussetzung, um überhaupt ins Stadion zu dürfen. Buschmann: „Ich war zwar einige Tage nur im Hotelzimmer, aber trotzdem hatte ich vor dem Test ein komisches Gefühl. Als das Ergebnis negativ war, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.“

Michael Zeman im Ahmed bin Ali Stadium.

Nach prominenten Begegnungen im Hotel - Arsène Wenger im Aufzug und Javier Mascherano im Frühstückssaal - ging’s für Buschmann abends mit der Metro ins Stadion. Schon in der Bahn kam Stimmung auf, die Fans von Al Ahly sangen. Am Einlass lief dann alles „sehr gesittet ab“, wie der Kutten-Fan berichtet. Ohne Reisepass und Corona-App kommt keiner ins Stadion. „Die App ist in vier Kategorien unterteilt: grün, gelb, rot und grau. Nur wenn du das grüne Logo hast, kommst du rein.“ Grün heißt gesund.

FC Bayern: Fans gehen mit besonderer Schutzausrüstung ins Stadion

Auch sonst ist einiges außergewöhnlich im Wüstenstaat. An den Stadiontoren erhält jeder Zuschauer - zusätzlich zur Maske - einen Gesichtsschutz aus Plastik. „Das Tragen wird sehr genau kontrolliert“, berichtet Buschmann. „Wenn einer den Schutz ablegt hat, kam sofort die Security und hat die Person angewiesen, ihn wieder aufzusetzen.“ Im Stadion sind die freigegebenen Plätze mit einem grünen Haken gekennzeichnet, zum Sitznachbarn ist genug Abstand. „Das Stadion-erlebnis war etwas seltsam, aber es war total schön, endlich wieder Atmosphäre geschnuppert zu haben“, sagt er.

Wenn der Corona-Test am Donnerstag wieder negativ ist, wird Buschmann auch das Klub-WM-Finale gegen Tigres im Stadion verfolgen. Sechster Titel oder nicht - für den Bayern-Fan steht schon jetzt fest: „Es ist eine absolute Traumreise. Dass ich das als normaler Fan erleben darf, ist unfassbar.“ Sport und Politik in Katar versucht Buschmann dabei getrennt voneinander zu sehen: „Ich bin für den Sport und meinen Verein hier.“ Dafür nimmt er in Kauf, dass er zurück in Deutschland bis zu zehn Tage in Quarantäne muss.

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