Stars schneiden sich auf & neben dem Platz

Zank bei Bayern: Lewy ärgert sich über Robbens Ego-Trips

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Zwischen Arjen Robben (l.) und Robert Lewandowski ist nicht alles Friede, Freude Eierkuchen.

München - Sportlich herrscht eitel Sonnenschein beim FC Bayern. Doch der Knatsch zwischen Arjen Robben und Robert Lewandowski belastet den Teamfrieden. Die beiden Offensivspieler schneiden sich auf und neben dem Platz.

Es ist keine drei Monate her, dass Matthias Sammer klare Worte an die Mannschaft des FC Bayern richtete. Der deutsche Rekordmeister hatte gerade mit etwas Glück bei 1899 Hoffenheim 2:1 gewonnen, als der FCB-Sportvorstand an den Teamgeist appellierte. "Wir werden jeden brauchen, wir müssen absoluten Zusammenhalt zeigen", forderte Sammer vor versammelter Medienschar in einer Art Grundsatzrede. "Neben der individuellen Qualität brauchst du den Teamspirit", sagte der 48-Jährige überbordendem Egoismus des Kampf an, ganz offensichtlich bemüht, Zwistigkeiten und Knatsch im Starensemble im Keim zu ersticken.

Denn wie inzwischen jeder gemerkt haben dürfte: Der FC Bayern kann sich in dieser Saison eigentlich nur selbst schlagen. Sportlich ist der Rekordmeister der Konkurrenz enteilt - die vierte Meisterschaft in Serie quasi schon eingetütet.

Robben auf Ego-Trip - Lewandowski sauer

Dementsprechend gingen bei Sammer am vergangenen Samstag die Alarmbirnen an. Die Bayern schossen zwar, wie gewohnt, den bemitleidenswerten Gegner aus der Arena. Doch das 4:0 gegen den VfB Stuttgart offenbarte einige Szenen, die auf Unstimmigkeiten zwischen einigen Personen im hochkarätig besetzten Kader der Münchner. Konkret geht es um Robert Lewandowski und Arjen Robben.

Zwei Mal, in der 52. und der 71. Spielminute, hatte Robben selbst einen Angriff abgeschlossen, anstatt zum besser postierten Lewandowski abzuspielen. Beide Male vergab der Niederländer die Großchance. Die unübersehbaren Beschwerden des Polen noch auf dem Rasen ignorierte Robben demonstrativ.

Im engen Zweikampf um die Torjägerkrone mit Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang braucht der Bayern-Stürmer jede Chance, um seine inzwischen 14 Saisontreffer auszubauen. Während Douglas Costa, Thomas Müller und Kingsley Coman regelmäßig Torvorlagen liefern, bekommt Lewandowski von Robben nur selten mal einen aufgelegt. In 25 Bundesliga-Partien, in denen sie gemeinsam auf dem Platz standen, assistierte Robben lediglich drei Mal für seinen Mittelstürmer.

Am Samstag beim Nachspiel in der Mixed Zone schwieg Lewandowski. Mehr als ein "Ihr habt es ja selbst gesehen..." war dem Torjäger nicht zu entlocken. Robben hingegen spielte den Knatsch herunter. "Das passiert auch mal andersrum. In der ersten Halbzeit waren auch ein paar Situationen, da kann er auch abspielen. Wir müssen miteinander kritisch bleiben. Dieser Ehrgeiz ist gut", erklärte der 31-Jährige.

Robben und Lewandowski gehen sich aus dem Weg

Und Sammer? Dem Sportvorstand waren die Streitigkeiten nicht entgangen: "Ich registriere alles." Dennoch wiegelte der Ex-Profi ab, zumindest öffentlich: "Wenn ein Spieler mal sauer ist, habe ich damit gar kein Problem. Was denken Sie, wie oft ich in meiner Karriere sauer war?"

Dass den Mittelstürmer und der Flügelflitzer kein sonderlich inniges Verhältnis verbindet, ist ein offenes Geheimnis - behauptet zumindest die "Sportbild" in ihrer aktuellen Ausgabe. "Es ist in der Mannschaft längst kein Geheimnis mehr, dass Lewandowski und Robben sich in der Kabine aus dem Weg gehen. Das Verhältnis der beiden Profis als unterkühlt zu bezeichnen ist freundlich umschrieben", schreibt das Magazin.

Beide Spieler sind heiß auf Tore, vor allem Robben fällt dabei immer wieder mit egoistischem Verhalten auf. Schon vor vier Jahren gab es handfesten Zoff zwischen Robben und Franck Ribéry. Im Ärger über eine Ego-Aktion seines Kollegen donnerte ihm der Franzose in der Kabine die Faust ins Gesicht. Nicht nur deshalb hat Robben seit seinen Anfängen beim FC Bayern den Spitznamen "Aleinikow" weg.

Seine Gier nach Toren ist im Erfolgsfall unanfechtbar. Für das Stimmungsklima in der Mannschaft ist es aber nur selten förderlich. Pep Guardiola weiß das, fühlt sich aber hilflos. Nach dem Stuttgart-Spiel sagte der FCB-Coach. "Ich bin ein guter Trainer, aber nicht gut genug, um die Mentalität von Arjen Robben mit seinen 31 Jahren zu verändern." Alles kein Problem, so lange der FC Bayern weiter seine Spiele so überlegen gewinnt...

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