Bayern unter Ancelotti

Kolumne: Wichtig ist nicht nur das Spiel

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José Carlos Menzel López.

München - Unter Guardiola hat der FC Bayern etwas verloren, was er unter Heynckes noch hatte: Die Wärme. Es liegt nun an Ancelotti, das Mia san Mia zurückzubringen.

Der FC Bayern ist heutzutage die Summe der vergangenen sieben Jahre. Im Sommer 2009 nämlich erschien ein gewisser Louis van Gaal auf der Bildfläche und setzte einen Prozess in Gang, der an der Säbener Straße bis heute anhält. System, Philosophie – die Grundpfeiler des modernen FCB. Auf den Holländer folgte Jupp Heynckes, der dem Spiel weitere Elemente beisteuerte und dem Klub das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte bescherte. Es kam Guardiola und perfektionierte das Spiel in sämtlichen Bereichen, vom Positionsspiel bis hin zum taktischen Variantenreichtum. In drei Jahren blieb der Triumph in der Königsklasse aus.

Den soll nun Ancelotti einfahren. Mit seinen Ideen. Mit seiner Philosophie. Und vor allem: Mit seiner Ausgeglichenheit. Denn um große Titel zu gewinnen, braucht es zwei Dinge. Erstens muss man spielerisch gut sein. Und das sind die Bayern spätestens seit Guardiola, der die Mannschaft zu einer wahren Fußballmaschine entwickelt hat. Aber: Um am Ende ganz oben zu stehen, bedarf es auch einer inneren Stärke, eines Selbstverständnisses, eines krassen Zusammengehörigkeitsgefühls, das gerade während der drei Jahre unter Pep nicht existierte. Hier ein Zwist mit dem Arzt, dort ein Maulwurf in der Kabine – kein mia san mia.

Vielleicht kicken die Bayern jetzt besser als unter Heynckes, spielen mehr Pässe und haben mehr Ballbesitz, Don Jupp aber wusste – im Gegensatz zu den anderen Trainern – alle Kräfte des Klubs zu bündeln. Eine Tugend, die übrigens auch Mister Ancelotti besitzt.

Von José Carlos Menzel López

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