Mehr Räume in der Champions League

Frustballern? So viele Tore plant Lewy gegen Arsenal

+
Hofft gegen Arsenal auf mehr Platz im gegnerischen Strafraum: Robert Lewandowski.

München - Robert Lewandowski traf in den letzten vier Partien nur ein Mal. Gegen Frankfurt verzweifelte der Pole fast am defensiven Gegner. In der Champions League gegen Arsenal hofft der Bayern-Stürmer auf mehr Räume und Tore.

Drei Tage Abstand sind für einen Defensivspieler wie Philipp Lahm genug, um nach einem 0:0 zu sagen: „Damit kann man dann auch mal leben.“ Für einen Offensivspieler wie Robert Lewandowski aber werden auch drei Wochen Abstand nicht genug sein.

Man merkte dem Torjäger Montag Nachmittag noch an, dass ihn ein Spiel wie jenes, das den Bayern am Freitag in Frankfurt widerfahren war, nervt. Als er gefragt wurde, ob auch er den FC Arsenal im morgigen Gruppenspiel der Champions League derart defensiv erwarte, seufzte er lange, genervt, blickte an die Decke und sagte schließlich: „Ich hoffe nicht.“ Fußballspielen gegen eine Betonmauer macht nicht sonderlich viel Spaß, gerade, wenn man eigentlich dafür angestellt ist, Tore zu schießen. Vorwürfe aber kann man Frankfurt auch nicht machen. „Sie haben uns geknackt“, sagte Lahm anerkennend. Das nervt alle – aber den Stürmer Lewandowski eben besonders.

Lewandowski: "Gegen Arsenal habe ich mir ein Tor vorgenommen"

Zwölf Tore waren dem Polen vor der Länderspielpause binnen zweier Wochen gelungen; in den letzten vier Partien traf er lediglich ein Mal. Beim 3:1 im Pokal gegen Wolfsburg überließ er den Job seinen Partnern Thomas Müller und Douglas Costa, beim Sieg in Bremen sowie in Frankfurt gelang ihm auch kein Tor. Lahm sieht diese Spiele gegen neun Mann am Strafraum „immer als Herausforderung an“, Lewandowski findet sie eher frustrierend. „Du musst kämpfen bis zur letzten Sekunde. Und wenn man als Offensivspieler kein Tor schießt, war es kein gutes Spiel.“ Dass besonders er sich deshalb auf die Champions League freut, ist nachzuvollziehen: „Ich kann nicht jedes Spiel drei Tore schießen. Aber gegen Arsenal habe ich mir eins vorgenommen.“

Die Engländer haben beim 2:0 zuhause auch extrem defensiv agiert und damit Erfolg gehabt, es war aber ein anderes „defensiv“ als jenes, das Frankfurt am Freitag spielte. Ein paar Räume wird es geben gegen die Mannschaft von Arsene Wenger, die punkten sollte, um den Anschluss in Gruppe F nicht zu verlieren. „Wir hätten sie schon im Hinspiel eliminieren können“, sagte Lahm. Lewandowski sprach davon, „dass wir unbedingt Punkte brauchen. Wir wollen gewinnen.“

Nicht zu offensiv, aber sicherlich mit Lewandowski, Costa und Müller wird Guardiola sein Team aufstellen. „Der Trainer weiß, dass es für die ganze Mannschaft besser ist, wenn wir zusammenspielen“, sagte der Pole, der in der Liga die Torschützenliste mit 13 Treffern anführt. 24 von 33 Bayern-Toren hat das Offensiv-Trio, das im ersten Saisondrittel am häufigsten zusammen auf dem Platz stand, geschossen; Costa hat zudem neun Vorlagen gegeben. Am Schub, den Lewandowski zum Start in sein zweites Bayern-Jahr bekommen hat, hat der Brasilianer großen Anteil. „Es kommen mehr Flanken als früher, unser Kombinationsspiel ist besser“, sagte Lewandowski: „Ich fühle mich deshalb besser als im letzten Jahr.“

Müller und Lewandowski verstehen sich auch mit Augen zu

Wenn die Bayern Platz bekommen, ist beinahe jede Situation der neu formierten Offensivreihe gefährlich. Besonders Müller und er verstehen sich „sehr gut“, sagte Lewandowski, „wir können auch die Augen zumachen und miteinander spielen“. Genau das, die Automatismen, das Ineinandergreifen aller Räder, ist es, was den Gegnern Angst macht. Ob Lewandowski selbst oder aber Müller dann treffen, sei egal. „Für Thomas wird es die vielleicht beste Saison der Geschichte“, sagte Lewandowski mit Blick auf die Bilanz seines Kollegen aus den letzten Jahren. Im besten Fall hat Müller 13 Tore pro Saison geschossen. Heuer sind es bisher zehn.

Lewandowski hat 2012/13 im BVB-Trikot 24 geschafft. Er lachte, als er sagte: „Es wäre schön, wenn nicht nur Thomas einen Rekord aufstellt.“ Die 40-Tore-Marke von Gerd Müller ist nicht außer Reichweite. Und mal ehrlich: Dann könnte man den torlosen Abend in Frankfurt vielleicht doch noch verkraften.

Auch interessant

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
FC Bayern gibt Termin für Jahreshauptversammlung bekannt
FC Bayern gibt Termin für Jahreshauptversammlung bekannt
Behringer klagt an: "Hatte nicht viel mit Fairplay zu tun"
Behringer klagt an: "Hatte nicht viel mit Fairplay zu tun"

Kommentare