Nach Medien- und Expertenschelte

„Kindergarten“: Matthäus schießt gegen Bayern-Bosse zurück

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Lothar Matthäus.

Nach dem verbalen Rundumschlag der Bosse des FC Bayern äußert sich nun ein erster Experte, der selbst einmal für den Rekordmeister gespielt hat. Er will sich nicht einschüchtern lassen.

München - Am Freitag hatten Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic auf einer Pressekonferenz angeblich „herabwürdigende“, „respektlose“ und „hämische“ Berichterstattung angeprangert und mit Klagen gedroht. Als einer der ersten ehemaligen Spieler des FC Bayern, die sich in letzter Zeit kritisch zu den Leistungen des Rekordmeisters geäußert hatten und somit auch durch die Vereinsbosse kritisiert, äußerte sich Olaf Thon zu dem verbalen Rundumschlag. Im Interview mit sportbuzzer.de sagte der 52-jährige Weltmeister von 1990 über ...

…die Aussagen der Bayern-Bosse, seine Äußerung, die Innenverteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng hätten in der Nationalmannschaft „Altherrenfußball“ gezeigt, sei polemisch: „Das war ja nicht unter der Gürtellinie. Und ich habe ja lange gewartet, bis ich mich äußere. Aber das war einfach sehr behäbig, was da gespielt wurde. Das darf man dann durchaus mal sagen und auch bewerten.“

…den Zweck der Bayern-Pressekonferenz: „Da hat man die gesamte Angriffslust der Bayern erlebt. Es war klar, dass solch eine Reaktion kommen musste. Die wollen mit aller Macht das Ruder rumreißen – alle gemeinsam im Klub. Die wollen wieder an die Spitze. Mit allen Mitteln. Da ist es auch verständlich, dass sie sich so äußern.“

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…künftige Kritik an den Bayern-Spielern: „Ich werde sagen, was ich zu sagen habe. Und dabei versuche ich, über der Gürtellinie zu bleiben. Das sollten die Bayern auch. (…) Aber die Spieler des FC Bayern müssen auch erst einmal zeigen, dass sie es können. Und na klar ist da auch das Auge auf Hummels, Boateng und Müller. Und wenn die Bayern nicht besser Fußball spielen, werde ich das auch weiter kritisieren wenn nötig.“

In der WAZ legte Thon dann nach: „Als Experte ist es nun mal mein Job, etwas zu sagen. Entweder bewegt man sich in diesem Rahmen – oder man schweigt.“ Thon weiter: „Die Bayern schießen manchmal tiefer als nötig.“

Hoeneß und Rummenige contra Matthäus: Jetzt schießt der gegen die Bayern-Bosse zurück

Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus äußerte sich gegenüber Bild. Der hatte Manuel Neuer kritisiert und bekam es deshalb von den Bayern-Bossen ab: „Diese Pressekonferenz zeigt, dass die Verantwortlichen nicht zufrieden sind. Sie wollen ablenken. Sie kritisieren ihre Spieler selbst intern sehr hart. Ich kann mich erinnern, wie ich teilweise von den Bossen angegangen wurde, zum Beispiel nach dem Europapokal-Endspiel 1987. Dagegen ist das, was heute von Medien oder Experten geschrieben und gesagt wird, Kindergarten. Ich werde weiter beurteilen, was ich sehe: wenn es etwas zu loben gibt, lobe ich. Und wenn es etwas zu kritisieren gibt, kritisiere ich. Das ich mein Job und auch der Auftrag der Medien.“

Olaf Thon (l.) mit Lothar Matthäus bei einem Benefizspiel 2012.

Und weiter: „Es war ein Zeichen nach außen, aber auch nach innen: zuletzt gab es Spieler, welche die Rückendeckung des Vereins vermisst haben wie Boateng oder Robben. Das war nun ein Zeichen, dass man hinter der Mannschaft steht, ein Appell an den inneren Zusammenhalt. Das Mia-san-Mia soll intern wieder gelegt werden. Der erste Schritt kam von den Bossen, der zweite muss nun von den Spielern folgen.“

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Video: Die wichtigsten Aussagen der Attacke-Pressekonferenz:

Auch Michael Reschke, ehemaliger Technischer Direktor des FC Bayern und heutiger Sportvorstand des VfB Stuttgart bekam von Hoeneß einen Seitenhieb mit. „Der schlaue Herr Reschke hat gesagt, man müsse Playoffs einführen, um die Bundesliga spannender zu machen. Ich würde mich sehr freuen, wenn er das jetzt im Moment auch wieder äußern würde.“

Lesen Sie hier, was Matthias Sammer zur geschichtsträchtigen Bayern-Pressekonferenz sagt.

Reschke stellt gegenüber der Bild-Zeitung nun klar: „Ich habe nichts gefordert, ich habe angeregt, über einen Play-off-Gedanken zu diskutieren. Das halte ich nach wie vor für einen interessanten Gedanken-Ansatz. Überdies habe ich zu den Verantwortlichen des FC Bayern ein sehr gutes Verhältnis.“

Hier gibt es die gesamte Pressekonferenz im Live-Ticker.

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