Rekord-Nationalspieler sieht defensive Probleme 

Matthäus kritisiert Guardiola scharf 

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Kritik an Pep: Lothar Matthäus sieht beim FC Bayern Probleme in der Spielphilosophie. 

München - Nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach kritisiert Lothar Matthäus Bayern-Trainer Pep Guardiola scharf. Zentraler Punkt: die Defensive. 

Eigentlich läuft es beim FC Bayern. In der Bundesliga ist der Rekordmeister - wie bereits in den vergangenen Jahren - das Maß aller Dinge und zieht an der Tabellenspitze einsam seine Kreise. In der Champions League ist man bereits vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Zagreb für das Achtelfinale qualifiziert. Vor allem die Art und Weise, wie die Bayern von Sieg zu Sieg eilen, beeindruckt die nationale und internationale Konkurrenz. Die Geschichte der "Bestia Negra" ist mittlerweile in ganz Europa bekannt - dank spielerischer Eleganz und beispielloser Dominanz, vor allem in dieser Saison. 

Von daher verwundern die Töne, die Lothar Matthäus nun von sich gibt. Nach der 1:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach (die erste in dieser Bundesliga-Saison) lässt der 54-Jährige in der Sport Bild kein gutes Haar an der taktischen Marschroute von Pep Guardiola - und kritisiert auch Medhi Benatia ungewöhnlich scharf. 

Matthäus: "Guardiola kann nicht defensiv"

Matthäus' zentraler Kritikpunkt ist dabei die Abwehr, oder besser gesagt: die defensive Philosophie von Pep Guardiola - wobei das eine mit dem anderen eng verknüpft ist. Matthäus erklärt: "Guardiolas Profis sind es gewohnt, den Gegner durch dominantes Offensivspiel einzuschnüren", so der Rekordnationalspieler. "Nach Rückständen wollen die Bayern dann zu schnell zu viel. Sie werden noch offensiver und verlieren die Ordnung im System, das in der Defensive ohnehin schon risikoreich angelegt ist." Gegen Teams ohne internationales Format geht das häufig gut. Doch habe der Gegner qualitativ schnelle Offensivspieler, ginge die taktische Marschroute nach hinten los, so Matthäus weiter. Sein Fazit: Guardiola kann nur offensiv. Defensiv sei man im dritten Jahr unter Peps Regie immer noch verwundbar. 

Beispiele gibt es tatsächlich mehr als nur eines: Matthäus nennt das zwischenzeitliche Gladbacher 3:0 ein Paradebeispiel für ein Bayern-Gegentor. "Ein langer Ball hebelt die Münchner Defensive aus, und im Laufduell zieht die hoch stehende Bayern-Abwehr schnell mal den Kürzeren." Das daraus resultierende Gegentor - für Matthäus nur eine logische Konsequenz. Die Parallele zu den vergangenen Spielzeiten ist für Matthäus nicht zu verkennen. "Kevin de Bruyne hat das immer wieder ausgenutzt, als er noch für Wolfsburg spielte. Ronaldo und Messi haben den Schwachpunkt auch erkannt." 

Auch Benatia bekommt sein Fett weg 

Das grundlegende Problem liegt laut Matthäus in der Besetzung der Defensive. "Der Klub bräuchte seit Jahren einen zweiten Boateng", so Matthäus in der Sport Bild. Doch mit Holger Badstuber und Javi Martinez haben zwei Bayern-Verteidiger lange Verletzungspausen hinter sich. Und mit Medhi Benatia kann sich der 54-Jährige nicht so recht anfreunden. Zwar sei der Marokkaner ein passabler Verteidiger mit gutem Kopfballspiel und Zweikampfverhalten. Der schnelle Innenverteidiger, den die Bayern im System von Guardiola brauchen, sei Benatia aber nicht. Matthäus geht sogar noch weiter: "Benatia ist kein Spieler für den FC Bayern, dafür fehlt ihm die spielerische Klasse." 

Bis zur Winterpause sind es noch drei Spiele. Jetzt liegt es an Pep und Benatia, die passenden Antworten auf dem Platz zu geben. 

lp

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