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Sechs Monate Gefängnis? Aufregung um Bayern-Star Hernandez - Er könnte 34 Spiele verpassen

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Von: José Carlos Menzel López

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Der Fall Lucas Hernández droht den FC Bayern vor ein Problem zu stellen: Möglicherweise muss der Rekordmeister den weiteren Saisonverlauf ohne sein Defensivass bestreiten.

Madrid/München - Was geschieht mit Lucas Hernández? Diese Frage dürfte sich dieser Tage nicht nur der Abwehrspieler selbst stellen, sondern auch sein Arbeitgeber, der FC Bayern München. Zur Erinnerung: Wie die tz exklusiv berichtete, wird der Rekordeinkauf der Münchner (80 Millionen Euro waren dem Rekordmeister die Dienste des Ex-Spielers von Atlético Madrid im Jahr 2019 wert) am 19. Oktober vor dem Strafgericht 32 in Madrid erwartet.

Dort soll Hernández angeben, in welcher Justizvollzugsanstalt er eine sechsmonatige Haftstrafe verbüßen will, zu der er 2019 aufgrund der Nichteinhaltung eines Kontaktverbots zu seiner heutigen Ehefrau Amelia verurteilt wurde. Das Urteil ist rechtskräftig, worauf seine Anwälte nun Rechtsmittel bei der nächsthöheren Instanz, in diesem Fall der Audiencia Provincial de Madrid (entspricht einem deutschen Landgericht, d. Red.), eingelegt haben. Sollten die juristischen Mühlen am Landgericht allerdings nicht schnell genug mahlen, muss Hernández am 29. Oktober seine Haftstrafe antreten – und würde so auch den FCB vor ernsthafte, sportliche Probleme stellen.

FC Bayern länger ohne Hernández? Fast kompletter Saisonausfall erscheint möglich

Nicht nur, dass Hernández am selben Tag vor Gericht erwartet wird, an dem der deutsche Meister zum Auswärtsspiel in der Champions League bei Benfica Lissabon reist – im allerschlimmsten Fall könnte der Weltmeister von 2018 sogar für so gut wie den Rest der laufenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Spanische Medien bezweifeln nämlich, dass das Landgericht so schnell entscheidet, dass dem Bayern-Star der Haftantritt erspart bleibt. Ob er danach vorzeitig entlassen würde, ist ebenfalls unklar. Klar ist nur, dass Hernández im schlimmsten Fall bis zum 29. April des kommenden Jahres hinter Gittern bleiben müsste.

Es bedarf nur eines Blicks auf den sportlichen Kalender des FC Bayern, um sich der Konsequenzen eines derartigen Ausgangs bewusst zu werden. Allein in der Bundesliga würde Hernández insgesamt 23 der 34 Spieltage in der Bundesliga verpassen. Erst am vorletzten Spieltag der höchsten deutschen Spielklasse, wenn der FCB Anfang Mai den VfB Stuttgart empfängt, könnte der Franzose – theoretisch – wieder mit von der Partie sein. Gleiches gilt für die Champions League, in der Hernández mindestens drei der vier restlichen Gruppenspieltage, die möglichen Achtel- und Viertelfinals sowie das Hinspiel des Halbfinales versäumen würde. Im DFB-Pokal wäre Hernández derweil erst beim Berliner Finale am 21. Mai 2022 wieder einsatzfähig. Macht schlimmstenfalls 34 Partien ohne Hernández.

Verschwindet Lucas Hernandez hinter „spanischen“ Gardinen? Dem FCB-Star droht eine mehrmonatige Gefängnisstrafe
Verschwindet Lucas Hernandez hinter „spanischen“ Gardinen? Dem FCB-Star droht eine mehrmonatige Gefängnisstrafe. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/Imago

FC Bayern vor dem Spitzenspiel: Wegweisende Partie ohne Hernández?

Wie der FC Bayern verfährt, dürfte bereits kommendes Wochenende zu beobachten sein. Am Sonntag (15.30 Uhr) treten die Münchner zum Topspiel beim Zweitplatzierten aus Leverkusen an. Insbesondere nach der jüngsten Pleite gegen die Frankfurter Eintracht (1:2), die erste offizielle unter Cheftrainer Julian Nagelsmann, handelt es sich um eine wegweisende Partie aus Sicht des Titelverteidigers. Seitdem sich Hernández von seinem Meniskusriss erholt hat, stand er in fünf seiner bisherigen sechs Saisoneinsätze für die Bayern 90 Minuten auf dem Platz. Unter Nagelsmann ist er endlich zum Stammspieler gereift. Gut möglich – und wahrscheinlich –, dass ihn der Ärger mit der spanischen Justiz nun erst einmal wieder zurückwirft. Die Frage, die sich alle stellen, ist: Wie lange?

Derweil gibt es vier Neue im Bayern-Training! Diese Youngster hat Julian Nagelsmann ausgegraben. 

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