FC Bayern: Gelingt Rekord gegen RB Leipzig?

Manuel Neuer: Kahns Rekord seit Wochen greifbar - aber die Bayern-Defensive ist zu wackelig

Der FC Bayern München muss am 9. Spieltag der Bundesliga auswärts beim VfB Stuttgart ran.
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Stets zur Stelle - und trotzdem zuletzt oft geschlagen: Manuel Neuer kassierte zuletzt im Oktober kein Gegentor.

Seit Oktober versucht Manuel Neuer, mit Oliver Kahn in der Statistik der Zu-Null-Spiele gleichzuziehen. Die Defensivschwäche des FC Bayern aber ist sein Problem.

  • Manuel Neuer vom FC Bayern steht bei 195 Zu-Null-Spielen in der Bundesliga.
  • Bei der nächsten Partie ohne Gegentor zieht er in dieser Statistik mit FC Bayern-Vorstand Oliver Kahn gleich.
  • Die letzten vier Liga-Spiele allerdings blieben die Bayern nicht ohne Gegentor.
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München – Am Dienstag gab es Gemüsepfanne. Der Chefkoch sah stolz aus, als er das Gericht in die Kamera hielt, das den gemütlichen Champions-League-Abend im Hause Neuer einläutete. Erst ein gesundes Essen, dann ab vor den Fernseher. So einen Gruppenspieltag in der Königsklasse hat Manuel Neuer lange nicht erlebt.

Ja, es hatte unter der Woche auch ihn mal „erwischt“, den Mann, der nie freiwillig seinen Posten räumt. Weil Hansi Flick seinen Stammspielern beim sportlich unbedeutendem 1:1 in Madrid eine Pause gönnen wollte, hat unter anderem Neuer am Samstag, wenn um 18.30 Uhr Leipzig zum Topspiel gastiert, eine ganze Woche ohne Pflichtspiel hinter sich. Während Alexander Nübel den 34-Jährigen vertreten hat, konnte er selbst mal durchschnaufen und die Kräfte bündeln für den Endspurt des Jahres, in dem sich Neuer maximalen Erfolg für den FC Bayern – aber auch für sich selbst – wünscht. Ungeschlagen durchkommen ist die Devise, und am besten soll in den verbleibenden vier Bundesliga-Spielen auch noch eines oder gar zwei ohne Gegentor zu Ende gehen. Dann hätte Neuer sein persönliches Ziel erreicht – und Oliver Kahn ein- bzw. überholt.

FC Bayern: Neuer sitzt Kahn schon seit vier Spielen im Nacken

Rund eineinhalb Monate liegt das Gastspiel des FC Bayern in Köln zurück. Schon damals, eine Woche nach dem 5:0 gegen Frankfurt, war der wackelnde Zu-Null-Rekord des einstigen Keepers und heutigen Vorstands ein Thema. 196 Mal hat Kahn in der Bundesliga zu null gespielt, Neuer steht seit 24. Oktober bei 195 Partien mit weißer Weste. Das Problem allerdings: Die Liga-Spiele seitdem endeten 2:1 (in Köln), 3:2 (in Dortmund), 1:1 (gegen Bremen) und 3:1 (in Stuttgart). Neuer machte so gut wie keine Fehler, spielte teils überragend. Aber er musste halt immer hinter sich greifen. Die Defensivschwäche der Bayern ist so auch sein Problem.

„Wir müssen daran arbeiten, unnötige Ballverluste zu minimieren“, sagte Hansi Flick dieser Tage im „51“, der Trainer spricht mit Blick auf diese Aufgabe vom „nächsten Entwicklungsschritt“ seines Teams. Die Gegentore wurmen den 55-Jährigen, das hat er schon in den vergangenen Wochen immer und immer wieder betont. Vor allem gegen Leipzig ist defensiv mehr Disziplin gefordert, jede Unkonzentriertheit könnte schnell bestraft werden. Gewinnt RB, ist die Tabellenführung futsch.

FC Bayern: Rummenigge schwärmt von Neuer - „er wird immer besser“

Sollte ausgerechnet am Samstag das erste Spiel seit Oktober ohne Gegentor gelingen, wären die Bayern – und Neuer – freilich besonders glücklich. Zumal die Statistik jener Schüsse, die Neuer nicht parieren konnte, ohnehin nicht nur bestechenden Form passt, in der Neuer sich derzeit befindet. „Manuel Neuer ist 34 – und er wird immer besser“, sagte Karl-Heinz Rummenigge diese Woche und bezeichnete den Welttorhüter sogar als „besten aller Zeiten“. Flick spricht mit Blick auf Neuer sogar von der „Form seines Lebens“, und das, obwohl zahlreiche Skeptiker ihn nach Jahren voller Verletzungssorgen schon abgeschrieben hatten.

Neuer hat auf dem Weg zurück alles dem Erfolg untergeordnet. Ausgleichssportarten wie Stretching, Yoga, Pilates, Wandern oder Radfahren helfen, „den Kopf frei zu bekommen“, sagte er „t-online.de“. Zudem spielen „Schlaf, Körperpflege, Ernährung und die richtigen Getränke eine Rolle“. Auch die „Regenerationszeit“ hat er stets im Blick. Dafür nimmt er sogar mal eine Pause in Kauf, wie am Dienstag.

Neuer will, kann – und hat noch lange nicht genug. Den „Altersrekord“ – Uli Stein und Toni Schumacher spielten noch mit 42 – will er zwar nicht brechen, aber „solange es meinem Körper gut geht und ich gebraucht werde, denke ich nicht ans Aufhören.“ Glaubt man Rummenigge, folgen noch einige erfolgreiche Jahre. Der Bayern-Boss sagt: „Manu ist wie ein Rotwein, der jedes Jahr reift.“ Ein guter Jahrgang – schmeckt auch zur Gemüsepfanne.

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