Torwartspiel hat sich weiterentwickelt

Darum will Neuer eine Regeländerung

+
Manuel Neuer ist zweimaliger Welttorhüter des Jahres geworden.

Hamburg - Manuel Neuer ist bekannt für sein forsches und offensives Torwartspiel. Das dieses oftmals mit viel Risiko verbunden ist, weiß er. Der Keeper fordert eine Regeländerung für seine Position.

Nationaltorwart Manuel Neuer spricht sich für eine Regeländerung seitens der Fifa aus. „Was die Regelauslegung im Strafraum betrifft, sollte man sich schon mal Gedanken machen, ob sie zeitgemäß ist. Muss ein Torhüter die Rote Karte bekommen, wenn er durch leichtes Touchieren einen gegnerischen Spieler foult, der schon zur Seite geht und nicht mehr direkt auf das Tor zu? Da gibt es aus meiner Sicht einen feinen Unterschied, der auch in der Regelauslegung bedacht werden muss. Grundsätzlich sind – bösartige Fouls natürlich ausgenommen – Elfmeter und Rot immer eine Doppelbestrafung, die es nicht geben sollte. Ich gehe auch fest davon aus, dass sich die Verantwortlichen über solche Szenen Gedanken machen", sagt der Weltmeister im Interview mit SPORT BILD.

Trotz der drohenden Doppelbestrafung will Neuer nicht von seiner risikoreichen Spielweise abweichen. "Als Torhüter darfst du keine Angst haben, dass es eine rote Karte geben kann. Man muss selbstsicher sein." Über die Jahre habe er mit seiner gesammelten Erfahrung einen Instinkt für solche Situation entwickelt. "Ich bin überzeugt von der Spielweise, deshalb riskiere ich einiges", so der zweimalige Welttorhüter.

"Du musst den Gegner auf dich ziehen!"

Zudem ist Neuer davon überzeugt, dass sich das Torwart-Spiel in den nächsten Jahren weiter verändern wird. Ein Torhüter sei mittlerweile der erste Aufbauspieler, denn der erste Spielzug werde von ihm eingeleitet. "Das ist heute unverzichtbar. Darum hat sich auch in der Torhüter-Ausbildung einiges verändert", so der Bayern-Keeper.

Das sehe man bei den Jungen, die nachkommen. "Grundsätzlich können fast alle jungen Torhüter rechts wie links gleich gut mit dem Ball umgehen. Ich glaube, dass sich das Torhüter-Spiel in Zukunft nochmals ein Stück weit verändern wird, um die Spielstärke einer Mannschaft noch mehr nach oben zu schrauben. Man wird noch mehr zum spielenden Torwart!" Konkret bedeutet das: Durch das Pressing-System vieler Mannschaften muss der Torwart als zusätzlicher Mitspieler einspringen, um das Team zu entlasten. Das sieht auch Neuer so: "Als Torwart musst du dann deine fußballerischen Qualitäten zeigen, immer anspielbar sein. Auch außerhalb des 16-Meter-Raumes." Der Vorteil bestehe laut Neuer darin, dass dadurch eine Überzahl-Situation für die eigene Mannschaft entsteht. "Du musst den Gegner auf dich ziehen, sodass deine Mitspieler Räume bekommen. Ein Torwart wird praktisch zu einem zusätzlichen Feldspieler."

Lesen Sie auch

Bürohengst? So haben Sie Manuel Neuer noch nie gesehen

Bayern-Stars als Models: Bademeister sind sie schon!

pm/lp

Auch interessant

Meistgelesen

Analyse: Darum bröckelt der Mythos Thomas Müller
Analyse: Darum bröckelt der Mythos Thomas Müller
Exklusiv: So steht Griezmann wirklich zu einem Wechsel
Exklusiv: So steht Griezmann wirklich zu einem Wechsel
Ticker: Bayern-U19 verliert dramatisches Elferschießen
Ticker: Bayern-U19 verliert dramatisches Elferschießen
Termine bekannt: So bereiten sich die Bayern auf die nächste Saison vor
Termine bekannt: So bereiten sich die Bayern auf die nächste Saison vor

Kommentare