Vertrag läuft 2021 aus

Grundsätzliche Vertragsinhalte?! Deswegen hat Neuer beim FC Bayern noch nicht verlängert

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern noch immer nicht verlängert, obwohl ihm der Rekordmeister schon vor längerer Zeit ein Angebot vorgelegt hat. Das hat besondere Gründe. 

  • Die Corona-Krise hat auch den FC Bayern* fest im Griff
  • Dabei gibt es beim Rekordmeister aktuell einige offene Fragen 
  • Die Zukunft von Kapitän Manuel Neuer ist aktuell nämlich noch nicht geklärt

München - Manuel Neuer nutzte sein Geburtstagswochenende – am Freitag wurde er 34 Jahre –, um seinem liebsten Hobby abseits des Fußballs nachzugehen: Am Samstag schwang er sich auf sein Rennrad und spulte im sonnigen Voralpen-Panorama einige Kilometer ab. Kopf frei kriegen in der Corona-Krise. Neben der Pandemie bestimmt den Alltag des Torhüters aktuell freilich auch die Frage nach seiner Zukunft beim deutschen Rekordmeister.

Die Vorzeichen sind klar: Neuers Vertrag läuft im Sommer 2021 aus, die Bayern-Bosse möchten gerne mit ihrem Kapitän verlängern. „Für Manuel gilt dasselbe wie für alle genannten Spieler, deren Verträge im Sommer 2021 auslaufen: Wir haben bereits vor der Corona-Krise Angebote unterbreitet und wir wollen die Corona-Krise jetzt auch nicht ausnutzen, um diese verdienten Spieler im Preis zu drücken“, gibt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge einen ehrlichen Einblick in die aktuellen Vertragsverhandlungen.

FC Bayern: Manuel Neuer war der Erste, den der FCB kontaktierte

Heißt: Trotz der finanziellen Unsicherheiten, die selbst einen wirtschaftlich top aufgestellten Verein wie den FCB plagen, steht der Klub zu seinen ursprünglichen Angeboten. Da durch die Corona-Krise auch Gehälter künftig eher sinken statt steigen werden, ist das den Verantwortlichen hoch anzurechnen. Nicht umsonst betont Rummenigge speziell in Richtung Neuer: „Ich denke, dass all diese Spieler auch wissen, dass sie im FC Bayern einen sehr soliden und sehr zuverlässigen Arbeitgeber haben, der sehr fair mit ihnen umgeht.“

Der Grund, weshalb Neuer noch keine neuen Arbeitspapiere unterschrieben hat, lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen: Weil die Parteien sich nicht einig darüber werden, ob der übliche Reflex der Branche – über 30 gibt es nur noch kurze Verträge – auch für den Mann im Tor gilt. Der FC Bayern sagt: ja. Neuers Seite sagt: nein. Der Beziehungsstatus zwischen Torwart und Verein ist also kompliziert.

Trotzdem ist es kein Geheimnis, dass Neuer der Erste aus der Garde der bis 2021 gebundenen Spieler war, mit dem Verhandlungen geführt wurden. Weit bevor Thomas Müller, David Alaba und Thiago in die Chefetage gebeten wurden, durfte Neuer vorstellig werden. Trotzdem verließ sein Berater Thomas Kroth die Säbener Straße vergangene Woche mal wieder unverrichteter Dinge. Gerüchte folgten natürlich prompt. Vom Interesse aus Chelsea wurde berichtet, Spaniens Medien denken an ein Tauschgeschäft: Marc-Andre ter Stegen nach München, Neuer zu Barca. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

FC Bayern: Manuel Neuer und die Vertragsverlängerung - scheitert‘s an der Laufzeit?

Fakt ist allerdings: Dem Keeper stieß die Verpflichtung von Alexander Nübel (23) als designiertem Thronfolger sauer auf – und noch mehr die Gerüchte über versprochene Einsatzminuten. „Ich bin Protagonist, kein Statist“, keifte er da­rum im Januar im Trainingslager in Katar in Richtung seines Herausforderers.

Kein Wunder, immerhin hält Neuer nach seiner schweren Fußverletzung (Mittelfußbruch) mittlerweile wieder so stark wie früher. Was viele angesichts seiner Weltklasse-Leistungen der bisherigen Saison vergessen: Sollte sich der Nationaltorwart noch einmal an besagter Stelle verletzen, ist ein vorzeitiges Karriereende so gut wie besiegelt.

Es gibt also viele Faktoren, die es bei den aktuellen Vertragsverhandlungen zu berücksichtigen gibt und weshalb sich der Poker aktuell so sehr in die Länge zieht. Und trotzdem würde es doch sehr wundern, sollten sich Neuer und der FCB in den nächsten Wochen nicht über ein gemeinsames Arbeitspapier einigen können. 

Manuel Bonke, Hanna Raif

Rubriklistenbild: © dpa / Bernd Thissen

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