Bayern-Keeper selbstkritisch

Neuer warnt: „Das darf uns in Zukunft nicht mehr passieren“

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Manuel Neuer (r.) fordert eine Leistungssteigerung von allen.

München - Selbsterkenntnis ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Insofern kann es beim FC Bayern nur noch aufwärts gehen. Denn Torwart Manuel Neuer hat erkannt, wo die Gründe für die Leistungsdelle der vergangenen Wochen liegen. 

Drei Spiele ohne Sieg, keine spielerischen Glanzpunkte, „nur“ Zweiter in der Liga und in der Champions-League-Gruppe - beim FC Bayern ist man nach zuletzt erfolgreichen Jahren anderes gewöhnt. Erste kritische Stimmen tauchten auf, etwa in Person von Oliver Kahn oder Ze Roberto, die die Mini-Krise mit der Person von Trainer Carlo Ancelotti verbanden. Falsches System, falscher Coach - so die vorschnelle Kritik.

Unter Ancelottis Vorgänger Pep Guardiola hatte der Rekordmeister die meisten Gegner quasi nach Belieben dominiert. Nun schaffen es die Roten nicht mehr, dem Spiel ihren Stempel so prägnant aufzudrücken.

Neuer beurteilt Leistungen selbstkritisch

Liegt es tatsächlich am neuen Coach? Oder am neuen System? Manuel Neuer sieht das anders. “Man muss sich alles hart erarbeiten. Nicht jeder hat in der Vergangenheit auf seinem höchsten Niveau Fußball gespielt, auch wir als Mannschaft nicht“, gibt sich der Bayern-Torwart im Interview bei goal.com selbstkritisch.

Offenbar hat sich ein kleiner Schlendrian eingeschlichen. „Man merkt, dass man die Spiele nicht allein durch die Stars einfach so entscheiden kann, sondern, dass eben vieles dazugehört, um erfolgreich zu sein. Das haben wir ein bisschen schleifen lassen. Das ist ein Manko, das uns in Zukunft nicht mehr passieren darf“, warnt der 30-Jährige.

Den neuen Trainer treffe keine Schuld an den mitunter nicht ganz optimalen Ergebnissen. „Wir mussten uns auch unter Pep Guardiola alles erarbeiten. Wir bekommen keine Spiele geschenkt, und wir bekommen auch die drei Punkte nicht immer geschenkt. Das muss uns bewusst sein. Es steht außer Frage, dass man immer alles für den Erfolg geben muss. Deswegen reichen auch gegen 'normale' Bundesliga-Mannschaften keine 80 Prozent“, erklärt Neuer.

„Die normalen Automatismen greifen jetzt nicht“

Die derzeit fehlende Leichtigkeit, die Neuer auch im Video unten anspricht, werde zurückkommen. Schließlich habe der FC Bayern so viele Erfolge in der Vergangenheit gefeiert, da dürfe das Team eigentlich nichts so leicht aus der Bahn werfen: „Wir haben eine Riesen-Qualität in der Mannschaft, können tollen Fußball spielen. Das abzurufen, wenn es nicht rund läuft, ist aber nicht so einfach.“

Neuer stellt fest: „Die normalen Automatismen, die sonst immer gegriffen haben, greifen jetzt nicht.“ Dennoch habe man gegen Leverkusen einen Arbeitssieg eingefahren, der gut fürs Selbstbewusstsein gewesen sei. „Ich denke, dass wir durch diesen erkämpften Sieg die Wende schaffen können“, richtet der Welttorhüter den Blick optimistisch in die Zukunft. Trainer Ancelotti wäre sicherlich der letzte, der dagegen etwas einzuwenden hätte.

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