Wer verteidigt gegen Benfica

Javi oder Kimmich? Pep hat die Qual der Wahl

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Tauziehen um den Platz in der Startelf: Javi Martinez (l.) und Joshua Kimmich.

München - Mit welcher Abwehr wird der FC Bayern gegen Benfica Lissabon beginnen? Darf Javi Martinez auflaufen oder erhält Joshua Kimmich eine erneute Chance?

Seien wir doch ehrlich: Im ersten Augenblick klingt Benfica Lissabon nach einem lockeren Pflichtkick für den FCB, spätestens das letzte Resultat der Portugiesen sollte aber auch dem Letzten die Augen geöffnet haben. Fünf Stück schenkten die Männer von Trainer Rui Vitória Braga am Freitag ein, die Münchner Abwehr sollte sich also warm anziehen. Zumal in Knipser Jonas Europas Top-Torjäger (30 Tore) auf die Defensive des FCB zukommt. Doch der kann seit Samstag wieder auf den Mann bauen, der schon ganz andere Kaliber kaltgestellt hat: Javi Martínez. Nach seiner Knieverletzung durfte der Spanier gegen die Frankfurter wieder ran – und brennt nun auf Benfica (bei uns im Live-Ticker)!

Macht Javi Martinez Bayern gegen Benfica dicht?

Geht es nach dem Welt- und Europameister, könnte der problemlos zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen über 90 Minuten gehen. Nach der Partie gegen die Frankfurter, bei der Trainer Pep Guardiola ihm den Vorzug vor Joshua Kimmich gegeben hatte, sagte Javi zur tz: „Es hat sich sehr, sehr gut angefühlt. Nach fast vier Monaten ohne in einem offiziellen Spiel von Anfang an zu spielen, fühle ich mich sehr gut und bin vorbereitet auf das, was kommt.“ Auf die Startelf heute? „Das hoffe ich. Es ist ein wichtiges Spiel, ich bin vorbereitet!“

Dass der 27-Jährige noch das ein oder andere Spiel zur Topform braucht, war gegen die Frankfurter zu sehen. Aber: Dass Javi Martínez auch in Fast-Topform ein „exzellenter Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler ist“, wie Philipp Lahm ihn nannte, steht auch außer Frage. „Seine Ruhe am Ball, seine Erfahrung, das hilft uns. Wir haben jetzt eine Option mehr“, fügte der Kapitän des Rekordmeisters an.

Insbesondere nach dem Rückspiel-Krimi gegen Juve (4:2 n.V.), bei dem Kimmich und Benatia hinten drin alles andere als eine gute Figur abgaben, wird sich der Coach der Roten seine Gedanken machen, ob er heute gegen Benfica nicht lieber doch von Beginn an auf Javi Martínez setzt. Denn gerade bei den wichtigen Duellen wie dem CL-Halbfinale 2013 gegen Barça, dem Endspiel 2013 gegen den BVB oder auch dem Supercup-Finale 2013 gegen Chelsea ist stets Verlass auf den Spanier gewesen. „Er hat trotz so langer Pause sehr gut gespielt“, lobte auch Kollege Robert Lewandowski seinen Auftritt gegen Frankfurt. „Diese Stabilität ist wichtig.“

Sieht auch der FCB-Boss so. „Der Trainer ist glücklich, dass er 90 Minuten gespielt hat, weil er den Rhythmus haben muss“, so Karl-Heinz Rummenigge. „Er hat das gut gemacht. Es wird wichtig sein, dass wir für den Endspurt der Liga so viele Spieler zurückhaben und alle auf dem Platz stehen, damit der Trainer viele Optionen hat.“ Erst mal steht aber das Hinspiel gegen Benfica auf dem Programm. Alles andere als ein Sieg wäre fatal. Dass der im besten Fall auch zu null erfolgt, dafür wird Javi Martínez schon sorgen.

Bayern-Gegner Benfica Lissabon im Porträt

Bayern-Gegner Benfica Lissabon im Porträt

… oder kriegt Kimmich noch mal eine Chance?

Gegen Frankfurt saß er 90 Minuten auf der Bank, doch heute Abend könnte Joshua Kimmich wieder in der Startelf stehen – so wie eigentlich immer in den wichtigen Spielen zuletzt. Hat er von Pep Guardiola vielleicht sogar schon eine Einsatzgarantie fürs Viertelfinale bekommen? „Nein, da gibt es noch kein Indiz. Das werden wir am Dienstag sehen“, sagte der 21-Jährige in seiner gewohnt höflichen Art nach dem Sieg gegen die Eintracht. Javi Martinez ist wieder zurück, kriegt Kimmich heute Abend trotzdem noch mal eine Chance?

In der Innenverteidigung hat Guardiola mit der Rückkehr von Martinez wieder eine Alternative mehr, doch ganz fit ist der Spanier noch nicht. Im Achtelfinale gegen Juventus Turin setzte Pep in beiden Duellen auf Kimmich, der Mittelfeldspieler erhielt selbst vor dem gelernten Innenverteidiger Serdar Tasci den Vorzug. Im Hinspiel zahlte Kimmich zwar noch Lehrgeld auf der großen Bühne, beim viel umjubelten 4:2-Sieg nach Verlängerung im Rückspiel steigerte sich der Youngster aber. Und Benfica ist ja nicht Juventus. Doch auf die leichte Schulter nehmen will er die Begegnung nicht. „Von uns hat man nicht gehört, dass Benfica das leichteste Los ist. Jede Mannschaft, die im Viertelfinale ist, steht da zu Recht“, betonte Kimmich und rechnet mit „zwei schwierigen Aufgaben“ gegen die Portugiesen. Er ist jedenfalls bereit – egal, ob Pep ihn heute wieder von Beginn an ranlässt oder nicht.

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