Neuer Widersacher im Titelkampf

Müller: "Die Konkurrenz ist dieses Jahr eine andere"

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Thomas Müller, Mario Götze, Arjen Robben und Rafinha jubeln beim 6:0-Sieg der Bayern.

München - Der FC Bayern stellt sich auf einen neuen Widersacher im Titelkampf ein – es ist ihr nächster Gegner: Borussia Mönchengladbach.

Der kommende Sonntag, so gegen 19.20 Uhr – man sollte sich den Termin vormerken. Dann wird das 17.30-Uhr-Spiel in Mönchengladbach beendet sein – und man weiß, ob diese Saison 2014/15 noch einen Sinn haben kann.

Borussia Mönchengladbach – FC Bayern, der 70er-Jahre-Klassiker, ist wieder da, hat die Topspiel-Ausstrahlung zurückgewonnen. Mit einem Sieg würde sich der Gladbacher Abstand zu den Münchnern von vier Punkten auf einen reduzieren – und an der Spitze der Bundesliga wäre wieder Spannung. Und vielleicht sogar ein bisschen Bayern-Krise.

Jedoch: Kommt der übliche Bayern-Sieg zustande – wer könnte einen Alleingang des Branchenführers noch aufhalten? Die andere Borussia, die Dortmunder, hat sich aus dem Titelrennen mit dem 1:2-Flop in Köln verabschiedet. „Die Dortmunder sind schon weit weg, für mich ist das auch überraschend, dass sie nach so kurzer Zeit solch einen Rückstand haben“, sagt Philipp Lahm. „Die Konkurrenz ist dieses Jahr, so wie es aussieht, eine andere“, meint Thomas Müller, „man hatte vor der Saison andere Mannschaften auf dem Zettel – wie Dortmund, die jetzt schwächeln. Für uns ist es aber nicht interessant, wie die Mannschaften heißen, sondern dass unser Vorsprung größer wird. Da haben wir am Sonntag ein interessantes Spiel.“ Gegen die Borussia mit dem anderen Nachnamen: Mönchengladbach statt Dortmund. „Bei Gladbach schaut es stabil aus, dass sie eine Saison lang erfolgreich Fußball spielen können.“

Die Bayern haben einen Vorteil: Sie bestreiten ihr internationales Spiel diese Woche schon am Dienstagabend, Runde Nummer drei in der Champions League, bei AS Rom, am Mittwochvormittag hat man Papst-Audienz und fliegt dann heim. Gladbach ist in der Europa League zwei Tage später dran, zuhause gegen Limassol, die Regenerationszeit ist deutlich kürzer.

„Wir haben einen wichtigen Monat“, erinnert Arjen Robben an das Programm mit den Bundesligapartien in Gladbach und gegen Dortmund, der Herausforderung Rom „und dazwischen einem wichtigen Pokalspiel in Hamburg um, wie Louis van Gaal immer sagte, Tod oder Gladiolen“. Bis jetzt läuft er prächtig, dieser Oktober, er schimmert golden, das 6:0 gegen Bremen war ein Glanzstück.

Die Highlights: Man gestattete Bremen keinen Torschuss – was es seit Beginn der Spieldatenerfassung in der Bundesliga noch nicht gegeben hat. „Ist mir aber im Spiel gar nicht aufgefallen“, sagte Bayern-Torwart Manuel Neuer, „dass da kein wirklicher Torschuss war. Ich wurde gut einbezogen“, dankte er für die paar Rückpässe seiner Kollegen. Was das Champions-League-Match morgen betrifft, „gehe ich davon aus, dass Rom aufs Tor schießen wird“.

Unter sechs Treffern der außergewöhnlichste: der zum 2:0. Freistoß für Bayern. Thomas Müller läuft an und drüber und vorbei und in eine andere Richtung, so WM-Algerien-mäßig, nur ohne Stolpern – und einen Sekundenbruchteil später tritt Xabi Alonso den Ball, flach, nicht scharf, doch die Werder-Abwehr springt hoch, die Spieler lassen ihn unter den Füßen durchflutschen. „Ich habe gedacht, ich stifte ein bisschen Verwirrung“, erklärte Müller, „aber Xabi hat die Entscheidung getroffen, dass er unter der Mauer durchschießt“. Dass mehrere Bremer hochsprangen, war übrigens ihre nachhaltigste Aktivität. Ansonsten hanseatische Zurückhaltung in allen Szenen. Manager Thomas Eichin: „Ich hatte das Gefühl, dass wir Angst vor den Zweikämpfen hatten.“ Er findet, „dass der Trainer mit dieser Niederlage nichts zu tun hat“. Robin Dutt soll bleiben dürfen – und er sagt: „Mir fällt noch viel ein.“

Die Bayern freuten sich noch über ein halbstündiges Comeback von Franck Ribery, die personellen Optionen verbessern sich. „Wir können flexibel spielen, sind im taktischen Bereich weiter als vor einem Jahr“, sagt Philipp Lahm, „das haben wir uns mit dem Trainer erarbeitet.“

Von Günter Klein

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